Was ist Freiheit? - im Gespräch mit Timo Wahl

Shownotes

In dieser zweiten gemeinsamen Folge sprechen Katherina Bock und Timo Wahl über das vielschichtige Thema Freiheit – politisch, gesellschaftlich und vor allem innerlich. Sie diskutieren, was Freiheit für sie persönlich bedeutet, wo sie Verantwortung mit sich bringt und wie Yoga-Philosophie und Yogapraxis helfen kann, innere Wahlfreiheit zu kultivieren. Gemeinsam beleuchten sie Chancen und Fallstricke von „falsch verstandener Freiheit“ und geben Impulse, wie man Glaubenssätze hinterfragen, Muster transformieren und sich Schritt für Schritt von inneren Zwängen befreien kann.

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00:00:00:

00:00:26: Herzlich willkommen zu einem weiteren Podcast.

00:00:29: Heute wieder in Zusammenarbeit mit Katharina Bock.

00:00:31: Wir hatten das ja letztens schon mal.

00:00:34: Und ich finde, das hat so schön geklappt, dass wir uns gleich verabredet haben für den nächsten.

00:00:38: Hallo, Katharina.

00:00:39: Schön, dass du da bist.

00:00:40: Ja,

00:00:41: schön.

00:00:42: Danke für die zweite Runde, Timo.

00:00:44: Ja, ich danke dir.

00:00:46: Und du hast ein schönes Thema letztes Mal vorgeschlagen, auf das ich dann so reagiert habe.

00:00:51: Daumen hoch, Daumen hoch.

00:00:52: Das war das Thema Freiheit, ne?

00:00:56: Freiheit.

00:00:56: Hat ja ganz viel mit aktuellen Dingen zu tun, ganz viel in unserem Leben zu tun, ganz viel mit unserem westlichen Bezug dazu und auch im individuellen Bezug dazu zu tun, ganz viel mit dem Thema Yoga und auch der Yoga-Philosophie.

00:01:13: Dann ich würde mal dich einladen zu starten und zwar mit der Frage, wir bist noch auf das Thema gekommen.

00:01:20: Also Freiheit ist bei mir immer wirklich auch so ein Gänsehautmoment, also auch als wir dann ganz viele Daumen hoch hin und her geschickt hatten zu dem Thema, habe ich mich so gefreut.

00:01:31: Ich habe das ein ganz großer Wert von mir auf ganz vielen Ebenen und das berührt mich sehr und da bin ich auch viel innerlich so drum herum, also was die Welt angeht, was mich selber angeht und ja, es bewegt mich sehr.

00:01:45: Also deswegen, ich habe da große Freude, dass wir da heute gemeinsam mal gucken und das mal so ein bisschen beleuchten von verschiedensten Seiten, weil es ist so ein vielschichtiges Thema, ist es einfach Wahnsinn.

00:01:59: So, wenn ich das Thema Freiheitshöhe abgesehen darf und das wird jetzt vielleicht deine Generation, meine Generation, viele nicht mehr Marius Müller-Westerhagen, es ist erst.

00:02:08: Ich hätte das als erst mit dem Pult.

00:02:11: Da gab es mal diesen irren Song Freiheit und ich fand den Song gar nicht so cool, aber es gibt eine Aufnahme, ich glaube, in Berlin am Brandenburger Tor, kurz am Mauerfall.

00:02:21: Und wenn du dann irgendwie keine Ahnung, hunderttausend Leute oder fünfzigtausend Singen hörst und du hast ja gerade gesagt, dass einer deiner Werte, dann kriegt man schon so Gänsehaut.

00:02:30: Ist ganz interessant, weil ich hatte das bei mir, ich habe mich natürlich auch irgendwie mit Werten beschäftigt, ich glaube wie die meisten von uns, und einer meiner oder eigentlich der immer noch zentral höchste Wert, was im Sinne von Werten, die wir als Menschen besitzen, also Dinge, die für uns wichtig sind, irgendwie erlebt und geliebt werden zu können, ist Freiheit.

00:02:51: Ich habe zum Beispiel immer gesagt, ich könnte wahrscheinlich, ich habe es nie ausprobiert, aber ich könnte schlecht oder schwierig in einem angestellten Verhältnis sein, weil ich für mich immer das Gefühl brauche, freie zu sein.

00:03:04: Und ich glaube, das wäre vielleicht ein schöner Moment, um zu definieren, was wir unter Freie zu verstehen, weil ich glaube, da hat jeder einen ganz unterschiedlichen Bezug zu, weil wenn ich über das Thema nachdenke, kommen mir nicht nur positive Assoziationen.

00:03:18: Also, ich finde Freiheit ist auch Verantwortung.

00:03:21: Freiheit kann, ich würde es später gerne auch belegen, warum, aber kann auch gemaß an Gefährlichkeit in sich birgen, wenn man ihn denn falsch versteht.

00:03:32: Das würde ich auch gerne heute mal beleuchten.

00:03:34: Was bedeutet das denn auch im jogischen Sinne?

00:03:36: Wir besprechen auch im Yoga immer von Freiheit.

00:03:40: Und die Frage ist, verstehen wir alle das Gleiche drunter, weil es wäre ja auch schön mal im Blick auf die Jugendphilosophie in die Tradition zu gucken, können wir das da so ein bisschen einordnen und vielleicht unser Praxis noch so einen Denkanstoß zu geben.

00:03:53: Darf ich dich mal fragen, wie interpretierst oder verstehst oder definierst du denn Freiheit?

00:04:00: Also ich war auch, das ist schön, dass du das sagst und ich habe auch dadurch, dass ich ja auch wirklich in der DDR aufgewachsen bin, noch ein ganzes Stück.

00:04:08: ... hab ich immer Tränen auch um den dritten Oktober rum, wenn diese Bilder kommen von ... ... Marius Müller-Western-Haken bei dem Auftrag, so unter anderem.

00:04:16: Wir hatten das nicht abgesprochen.

00:04:17: Wir hatten das nicht abgesprochen.

00:04:18: Aber ich muss nur sagen, das

00:04:20: war zufällig.

00:04:20: Und ich hab mir den Song gestern Abend noch mal angehört.

00:04:25: Vorbereitung, ja.

00:04:26: Also das berührt mich so doll, da laufen mir auch wirklich immer noch die Tränen runter, weil ich so davon immer noch ... ... berührt und ergriffen bin.

00:04:34: Also das ist natürlich ein Aspekt, ne?

00:04:36: So diese ... ... politische Freiheit, wenn man die vielleicht mal so benennen darf, aber ... ... glaube, also ... ... ganz, ganz viele Facetten von Freiheit, aber die größte Freiheit ist auch für mich immer die ... ... die innere Freiheit, also wo, wo ja direkt Yoga andockt.

00:04:52: Und das ist ein so ein ... ... spannendes Feld ... ... wirklich, also ... ... Franke ja auch als, glaube ich, einer der großen westlichen Vorreiter ... ... eher Yoga-Philosophie hat das ja sowieso ... ... ja, als Yoga, als Weg zur ... zur Freiheit oder inneren Freiheit oder, ja, können wir da nochmal gut zusammen draufgucken.

00:05:12: Genauer.

00:05:13: Also das ist für mich wirklich auch, was ich unter Freiheit verstehe, dass man die Möglichkeit hat, zu wählen, sich zu entscheiden, auch was du gesagt hast.

00:05:25: Selbstbestimmt zu arbeiten ist auch ein Teil von großer Freiheit.

00:05:30: Und ich finde auch, in dem Also ganz spannend, vielleicht können wir da auch noch mal hingucken, dass, indem man wirklich guckt, also mal Freiheit wirklich so reinspürt, hängt da ja so viel mit drin, also von Selbstverantwortung über Sinn suche und aber auch so ganz viel eigene Werte, nach denen man lebt, aber natürlich auch so Musterprägungen.

00:05:57: und dann ist man wieder ganz doll beim Yoga, also wie komme ich da?

00:06:01: elegant in die größtmögliche Wahlfreiheit hinein.

00:06:04: Also das hat ja Philosophen aller, ja, der ganzen Welt, der ganzen Jahrhunderte, Jahrtausende beschäftigt.

00:06:11: Also das ist super spannend.

00:06:13: Ich finde, es gibt ja so zwei Aspekte von Freiheit.

00:06:15: Es gibt einmal so das, was wir vielleicht so unter politischer Freiheit verstehen, Freiheit, da eine Meinung kunst zu tun, Freiheit, der Selbstbestimmung.

00:06:26: Also auf jeder Ebene.

00:06:28: Aber es gibt ja auch einen so tiefsphilosophischen Ansatz.

00:06:31: Und du sagtest ja gerade Wahlfreiheit.

00:06:33: Und Wahlfreiheit, ich meine, wir wollen es ja heute natürlich nicht nur in der Gesellschaft aufhängen, so wollen ja natürlich den Transfersiuga wieder leisten.

00:06:42: Aber in der Yoga-Philosophie geht es ja erst einmal genau um diese innere Wahlfreiheit.

00:06:49: Und deshalb habe ich von auch so ein bisschen... sozusagen den Zeigefinger gehoben, weil ich glaube, dass es in der, ich tue mich schwer mit dem Wort Yoga-Szene, aber ich benutze das Wort mal, in der Szene derer, die Yoga betreiben und sich vielleicht auch mit diesen philosophischen Themen begonnen haben zu beschäftigen, dass da manchmal, ich möchte nicht für allgemein, aber manchmal so eine falsche Vorstellung darüber herrscht, was Yoga mit Freiheit meint.

00:07:20: weil ich höre zum Beispiel ganz häufig sei so wie du bist oder ich bin halt so oder am Ende ist alles gut und das ist ja natürlich auf der einen Seite einer Freiheit der inneren Entscheidung mit Dingen umzugehen, aber die Gipfelt ganz gern darin sich die Dinge halt auch so zurecht zurück bis sie wieder ins eigene Bild passen und für uns Stimmig sind, um am Ende Letzten Endes vielleicht aus einer falsch verstandenen Freiheit heraus eher so ein gemütlichen Weg zu gehen, sich nicht anstrengend zu müssen, sich nicht hinterfragen zu müssen und sich Dinge so ein bisschen zurecht zu reden.

00:08:01: Das klassische Reframing, was häufig gut ist, aber manchmal auch übertrieben werden kann.

00:08:06: Deshalb, ich spiele den Ball nochmal an dich zurück, würdest du sagen, Jena ist jetzt auch eine andere Szene als Frankfurt.

00:08:16: Würdest du, also A, würdest du das bejahen?

00:08:19: Ich sehe natürlich nichts so ein bisschen.

00:08:23: Wo sind so die Fallstrecke?

00:08:26: Wie kann man vielleicht sagen, wie könnte man sagen, so versteht es vielleicht, die Yoga-Philosophie und so, das machen vielleicht die ein oder anderen draus.

00:08:35: Ich spiele es nochmal an dich zurück.

00:08:37: Ja, das ist schön.

00:08:38: Danke.

00:08:38: Also ich bin da ganz bei dir, weil ich das genauso empfinde.

00:08:42: Also ich glaube, das ist so ganz viel auch falsch verstandene Freiheit.

00:08:46: weil Freiheit nicht bedeutet und ich so verstehe es auch überhaupt nicht im Yoga-Kontext, dass man einfach tut, was man will und sich die Welt so in, wie du gesagt hast, also ich bin da tausendprozentig der gleichen Meinung auch, dass man sich das alles so in sein eigenes Weltbild zurecht biegt, weil wir ja wissen, unser Mind in diesen ganzen vielen Wahrnehmungen, die immer in jedem Moment auf uns auch... eintrifft, filtern wir immer aufgrund des, was uns bekannt ist.

00:09:19: Und wenn man immer dann auch nur das reinlässt und da auch nicht in eine andere Bewusstheit

00:09:25: geht,

00:09:25: das passiert, glaube ich, das ist, wie du sagst, das finde ich auch.

00:09:30: Das ist ein großer Fehler vielleicht sogar, wenn man das so benennen will, der im Yoga auch passiert oder gemacht wird, das das so zu verstehen.

00:09:40: Und ja.

00:09:42: diese Freiheit über alles zu stellen im Sinne von einer Freiheit ich tue und lasse, was ich möchte.

00:09:47: Manchmal auch gar nicht mehr eingebettet in so soziale Systeme oder gesellschaftliche Systeme.

00:09:53: Das hat ja dann auch wieder viele Facetten.

00:09:55: Also das ist, ich weiß gar nicht im Vergleich.

00:09:58: Also hier finde ich das auch.

00:10:02: Also wir haben meistens ... schon auch ein bisschen vielleicht eine bodenständige ... ... Yoga-Community ... ... oder wie man das auch ... ... ja, ich ... ... also bin das auch da ... ... genau, also ... ... ja, ich ... ... aber es ist passiert, es passiert auf jeden Fall ... ... und auch dieses ... ... ja, alles ist gut ... ... und sich zurecht basteln, das gibt es auch ... ... und da ...

00:10:26: ...

00:10:27: fühle ich das Gleiche, das ... ... ja ... Das ist irgendwie falsch verstanden.

00:10:31: Das sehe ich mich auch immer so ein bisschen als liebevolle Anstupserin, da einen anderen Blick noch mal drauf zu geben.

00:10:39: Wissenswertes für ein glückliches Leben.

00:10:41: Es gibt ein ganz berühmtes Buch im Yoga-Kontext, die Bhagavad Gita, die wahrscheinlich den meisten Zuhörer ihnen irgendwie auf die andere Seite Atomweise was sagen würde oder zumindest schon mal gehört.

00:10:54: Da geht es ja auch, also es geht um einen inneren Konflikt von diesem Protagonisten, Arjuna.

00:10:59: Aber da geht es auch so ein bisschen darum.

00:11:01: Ich zitiere das deshalb, weil das, ich möchte nicht sagen, dass es gerade gut passt.

00:11:05: Aber wenn ich mir so anschaue, wie wir auch gerade, wie so politische Statements gerade gemacht werden, dann nannt das vor so ein bisschen, dass du in der DDR aufgewachsen bist.

00:11:15: Ich glaube, du hast einen anderen Hintergrund, was auch politische Freiheit anbelangt, als wir im Westen, die ja doch sehr behütet und sehr offen und sehr frei aufgewachsen sind und aufwachsen durften.

00:11:27: die immer sagen durften, was er wollten.

00:11:30: Und in der Gita ist es so ein bisschen dahingehend, ich möchte nur so einen jogischen Vergleich finden, weil du es ja eben auch bejaht hast, dass sich dieser Protagonist hat.

00:11:39: Eigentlich auch, der würde gerne den Weg des geringsten Widerstands gehen.

00:11:42: Also um es zu vereinfachen, er möchte sich karmisch irgendwie nicht besudeln, er möchte keinen Fehler machen, er möchte sich nichts vorwerfen, er möchte nichts machen, was er selbst für unmoralisch und unethisch hält.

00:11:56: Aber es gibt halt die Notwendigkeit, um größeres Leid abzuwenden, durch dieses Tal der Tränen durchzugehen.

00:12:04: Es geht um eine Kriegerische Auseinandersetzung, für die das nicht kennen.

00:12:07: Und der muss quasi gegen alte Freunde, bekannte Lehrer antreten und bekommt auch von seinem Wagenlenker, der sich ihn als die höhere göttliche Instanz offenbart, um in die Augen zu öffnen.

00:12:22: Letzten Endes gesagt.

00:12:23: Es geht hier nicht um Bequemlichkeit, es geht nicht darum, was du willst und das ist immer nur nice ist, sondern es geht darum für Gerechtigkeit und das geringere Leid einzustehen.

00:12:32: Und ich glaube, dass wir das manchmal so ein bisschen unter den Deckmännlichen der Freiheit, weil wir ja wählen können, wie wir die Dinge anschauen, wir können sie in die eine Richtung bewerten, wir können sie in die andere Richtung bewerten, manchmal so ein bisschen missverstehen.

00:12:45: Und das führt dann vielleicht dazu, dass diese scheinbare Freiheit, vielleicht gar keine tatsächliche Freiheit ist, möchte auf was hinaus, weil ich glaube, wir haben verschiedene Ebenen.

00:12:55: Wir haben eine Ebene der Freiheit, die im Außen stattfindet.

00:12:59: Ich glaube, das ist klar.

00:13:00: Das sind Regularien von außen.

00:13:02: Das ist Gesetzgebung.

00:13:03: Das ist das Gesellschaft.

00:13:04: Lässt das Außen das zu.

00:13:06: Der Yoga stellt aber ja grundlegend nie die Frage, was ist im Außen, sondern er stellt ja eher die Frage nach der Freiheit.

00:13:15: vom Außen unabhängig zu sein.

00:13:18: Also um mal Buddha zu zitieren, Buddha hat mal im, also jetzt frei, nicht zitiert, aber frei übersetzt, das Leben wird aus unserem Geist gemacht oder aus unserem Denken geboren und wir werden was wir denken.

00:13:32: Leid folgt einem übel Gedanken, wie der Karren den Ochsen dient ziehen.

00:13:36: Glück folgt einem rein Gedanken wie ein Schatten, der nie vergeht.

00:13:39: Und da muss man sich wirklich so die Frage stellen, was meint er damit?

00:13:42: Wir haben die Wahlfreiheit durch unser Denken, wenn unsere Welt aus unserem Denken geboren wird, dann zeigt sich uns die Welt so, wie wir denken.

00:13:51: Und da ist natürlich eine Wahlfreiheit drin.

00:13:53: Ich kann in die eine Richtung denken, ich kann in die andere Richtung denken.

00:13:57: Aber ich kann natürlich innerhalb dieser Wahlfreiheit mich immer noch entscheiden, denke ich mir es schön, um es mir leicht zu machen, da wäre wir beim Thema von eben.

00:14:07: Oder versuche ich meinen Denken, und jetzt kommt die wahre Freiheit, die ich im Yoga immer damit gekoppelt sehe, kann ich meinen Denken entkoppeln in einer Freiheit von dem Denken, was aus meinem Ich, aus meinem Ego, aus meiner Ich-Perspektive herausgeboren wird.

00:14:24: Und ich glaube, da sind wir eher am wahren Kern, dessen das Yoga unter Freiheit definiert, nämlich sich eigentlich von inneren Zwängen.

00:14:32: frei zu machen.

00:14:33: Also nicht, ich zitiere dich noch mal so ein bisschen von vorhin, nicht ich übersetz es noch mal so ein bisschen platter, was du vorhin gesagt hast.

00:14:42: Nimm mich so wie ich bin, weil anders gibt es mich nicht.

00:14:46: Da kann man auch sagen, boah ist der Typ freigeistig, was der sich alles erlaubt, toll.

00:14:50: Und das trifft bestimmt manchmal zu, nämlich auf Menschen, die das zwanghaft nicht können oder einen Unvermögen besitzen, vielleicht auch mal ihre Bedürfnisse zu äußern.

00:14:59: Aber du kannst natürlich auch total übertreiben.

00:15:01: Also ein Donald Trump, der ist natürlich im hohen Maße frei.

00:15:04: Aber die Frage ist, ist das irgendwie gesellschaftlich sinnvoll?

00:15:07: Ist das nachhaltig?

00:15:09: Ist das für andere gut?

00:15:10: Nein.

00:15:11: Und insofern, also man muss sagen, der Podcast wird in Amerika natürlich nicht ausgestreiben.

00:15:18: Uns hätten schon das FBI anhaken oder sowas.

00:15:25: Das ist natürlich wirklich eine Frage.

00:15:26: Also Freiheit geht niemals Richtung Narzissmus oder sowas.

00:15:29: Sondern Freiheit meint in der ersten Ebene eine Freiheit der inneren Entscheidung.

00:15:35: Also ich mache mich frei von, das darf ich nicht denken oder so muss ich sein, weil sonst bin ich nicht gut genug.

00:15:44: Also um diesen yogischen Freiheitsbegriff mal reinzubringen.

00:15:48: Wie siehst du das?

00:15:49: Ja, auch so.

00:15:51: Also das ist auch... wirklich, finde ich, eines der großen Geschenke, die die Yoga-Praxis bereithält, genau diese, also innere Wahlfreiheit in höchstem Maße zu kultivieren, vielleicht auch oder wirklich um diese Bewusstheit oder Fähigkeit, die eigenen Gedanken zu beobachten und dann eben tiefer gehen zu können und zu verstehen, ah, okay, ich habe jetzt hier einen Glaubenssatz im Sinne einer Überzeugung.

00:16:22: die vielleicht heißt, ich bin nicht gut genug oder so was, so ein Klassiker auch, und die dann letzten Endes zu einem Muster führt, was wieder bedeutet, ich stelle mich bestimmten Herausforderungen nicht, weil ich eben diese Überzeugung, diesen Glaubenssatz in mir trage.

00:16:42: und Yoga ist ja dieser wundervolle Weg, oder das ganze wieder.

00:16:46: große Feld der Yoga-Praxis, wie wir es auch im letzten Podcast-Folge gemeinsam verackert haben.

00:16:52: Das ist ja wirklich diese Wahnsinns-Toolbox oder Schatztruhe oder wie auch immer man das nennen mag, auch wirklich da, auf dem Weg dieser Freiheit zu sein.

00:17:03: Also so ist ja auch Yoga definiert.

00:17:05: Yoga ist der Weg zur Freiheit und das ist, wie du sagst, also kein... auch wegschauen vor Herausforderungen oder auch leidvollen Begegnungen mit sich selber würde ich es vielleicht mal nennen oder auch Herausforderungen, die im Außen einfach passieren und zum Leben dazugehören und immer wieder, ich finde das sind so wie neue Runden, die man dreht, auch vielleicht immer mal wieder ein bisschen höheren Level, dass man das erproben kann und darf und vielleicht auch sollte, was da die Yoga-Philosophie bereit gibt oder die Yoga-Praxis, um wirklich immer wieder in der Lage zu sein, sich zu reflektieren und bestimmte Dinge auch zu transformieren.

00:17:50: Also es ist natürlich, wir werden immer unsere Prägungen, die sind da und das ist auch gut so und das ist, glaube ich, auch vielleicht manchmal mehr die Idee, so wie frei kann ich mich davon machen auch?

00:18:04: Also wie kann ich es anders machen, obwohl vielleicht eine Prägung da ist?

00:18:09: Das ist ganz spannend.

00:18:11: Ich finde, du hast jetzt ganz viele super spannende Themen aufgemacht durch das, was du gerade sagtest.

00:18:16: Weil du hast jetzt zuletzt gesagt, wie viel Freiheit.

00:18:20: Ich habe es jetzt auch so verstanden, wenn ich das weiter denke, wie viel Freiheit tut mir auch gut.

00:18:26: Weil ich möchte mal sagen, Unfreiheit.

00:18:31: oder anders als du das festhalten an gewissen Glaubenssätzen, gibt uns ja auch etwas, was wir sicherheiten.

00:18:39: Also Menschen, die jetzt vielleicht, wir definieren es über verschiedene Parameter, du hast gesagt, also wenn du so eine Kaskade aufmacht, du hast eben von Glaubenssätzen gesprochen.

00:18:48: Glaubenssätze sind ja Überzeugungen, von denen wir individuell überzeugt sind, dass sie so sind.

00:18:55: Wir glauben daran, so heißt das Glaubenssätze.

00:18:57: Und wenn wir uns im Leben mal zuhören, wie wir über Dinge denken, das macht man nicht, das kann man nicht, das konnte ich noch nie, dann drückt es ja aus, wovon wir überzeugt sind.

00:19:07: Und wenn wir natürlich davon überzeugt sind und das so sagen, denken wir das auch und dann blockieren wir uns natürlich schon im ersten Versuch, aus dieser Box mal rauszukommen.

00:19:15: Also vielleicht für alle, weil wir vorhin sagten, okay, das ist weder das eine noch das andere, Es oszilliert ja immer eine gesunde Freiheit innerhalb unserer Entwicklung zwischen.

00:19:26: wir brauchen Ankerpunkte im Leben, damit wir noch genügend Stabilität und Sicherheit erfahren.

00:19:32: Aber wir wollen uns natürlich auch entwickeln und dazu braucht es natürlich auch, dass raus ist der Boxkommen.

00:19:38: Und insofern lassen sich Glaubenssätze, wenn wir sie halten, dann bleiben wir in so einer Art Selbstverhaltungskonservativismus.

00:19:46: Also nach dem Motto Da fällt mir diese wunderbare Werbung an.

00:19:49: Ich will so bleiben wie ich bin.

00:19:51: Du darfst.

00:19:54: Gafs meine neunziger Jahren dieses Diätfutter.

00:19:57: Das hat auch mit dürfen zu tun Freiheit.

00:20:00: War aber der kollektive Gruppenzwang, dünn zu sein.

00:20:03: Ommiets

00:20:04: Alltag.

00:20:05: Dein Wachstumsimpuls.

00:20:07: Aber das Schwang zwischen ich bleibst so wie ich bin, weil es wegen des geringsten Widerstandes hast du gerade.

00:20:13: Nämlich anders kriegst du mich nicht.

00:20:16: Oder auf der anderen Seite natürlich auch dem Zwanghaften versucht sich zu verändern, was natürlich auch sofort an Grenzen stößt.

00:20:23: Wir werden ja, du hast eben gesagt, wir haben Prägungen und wir werden uns nicht mal ebenso verändern, weil es gibt ja Gründe für die Prägung.

00:20:30: Also das, was wir frühkindlich oder im jungen Erwachsenalter oder auch später noch erfahren.

00:20:35: Gute wie schlechte und neutrale Dinge, die prägen uns ja.

00:20:38: Und die Summe der Dinge, die wir immer und immer wieder erfahren haben, gibt natürlich auch das Konstrukt, wovon wir überzeugt sind, die Welt ist so.

00:20:45: Natürlich.

00:20:47: Und insofern können wir natürlich auch so Glaubenssätze nicht sagen, du sagst es gerade, was hast du?

00:20:54: Du hast einen Glaubenssatz, ich bin nicht gut genug?

00:20:57: Genau.

00:20:58: Also man könnte jetzt sagen, okay, ich bin nicht gut genug, den könnte ich behalten, dann bleibe ich.

00:21:02: Ich könnte auch sagen, ich drehe das Ganze rum und sage, ich bin der Beste.

00:21:06: Und an dieses Ich bin der Allerbeste, werde ich halt auch nicht glauben.

00:21:09: Also weil du gerade sagt hast Prägung, nur um so zu erklären, dass wir innerhalb der Freiheit Auch ein gewisses Maß an Unfrad einfach besitzen und sich das langsam öffnen muss.

00:21:20: Dieser Glaubenssatz erfüllt ja aktuell für uns noch ein Bedürfnis.

00:21:25: Ein Bedürfnis, das klingt jetzt wahnsinnig blöd, aber vielleicht innerhalb eines, ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und ich will es nicht so weit ausprobieren, weil ich könnte ja damit auf die Nase fallen.

00:21:35: Also hat es schon was mit Sicherheit und Stabilität und Orientierungsvermögen zu tun.

00:21:39: Selbst so ein einschränkender Glaubenssatz.

00:21:41: Also muss ich selbst bei so einem einschränkenden Glaubenssatz gucken.

00:21:44: Welches Bedürfnis, was aktuell da ist, und jetzt bin ich bei deiner Selbstreflektion, die du gerade nanntest, die schwierigst und anspruchsvoll sein kann, braucht es noch.

00:21:54: Und was kann ich schon über Bord werfen?

00:21:56: Also vielleicht kann ich den dann ummodulieren, ich will jetzt nicht darauf eingehen, wie, nur um auch diesen Prozess aufzumachen, dass es halt nicht mal eben so zack, jetzt bin ich frei.

00:22:08: Spontane Erleuchtung.

00:22:10: Sondern dann muss vielleicht der Glaubenssatz nicht von, ich bin nicht gut genug, umformuliert werden, ich bin der allergrößte, sondern vielleicht ummoduliert zum ich, ich darf Fehler machen oder ich darf scheitern oder ich darf mich ausprobieren.

00:22:25: Na?

00:22:26: Und dann, dann, dann haben wir vielleicht, dann haben wir auch so ein bisschen den Weg aufgemacht.

00:22:30: Und das was du gerade sagst, ist ja eine Ebene, weil du sprast kannst von Prägung.

00:22:38: Und zum Beispiel im Yoga Sutra gibt es das Wort Samskaras.

00:22:42: Samskaras sind die erworbenen Neigungen.

00:22:44: und mal vereinfacht übersetzt, schreibt Patanjali oder sagt Patanjali, dass diese Samskaras unsere erworbenen Neigungen, also unsere Prägung, unsere Konditioniertheiten, dass das unsere größte Stolpersteine sind.

00:23:03: Wenn wir uns mal angucken, wie das im Leben ist, Wir hinterfragen ja, und ich komme gleich zurück, warum ich den Bogen mache, wir hinterfragen ja Dinge, die wir neu machen, permanent.

00:23:17: Wir hinterfragen ja andere Lösungsfähige, die uns noch nicht vertraut sind, permanent, weil die könnten ja potenziell in Scheitern führen.

00:23:25: Klammer auf könnten, aber auch neuronales Lern bedeuten, klammer zu.

00:23:29: Aber was tun wir mit Dingen, die wir schon hunderttausendmal so gemacht haben?

00:23:34: Ja, ich glaube alle, die gerade zuhören werden, wissen aus dem eigenen Leben, du hast schon dutzend Fach, Türen versucht aufzuschließen mit Schlüsseln, die du halt immer nutzt, aber die in die Tür nicht passen.

00:23:48: Also übersetzt von den Türen weg, wir suchen Lösungsmechanismen, die uns gut vertraut sind, weil schon hundertfach eingeübt.

00:23:58: Innerhalb von Situationen, für die der Lösungschlüssel gar nicht passt.

00:24:03: agieren wir oft, oft, oft immer wieder auf die gleiche Art und Weise.

00:24:07: Jeder, der das gerade anzeifelt, guckt mal, wie du unter extremem Stress reagierst.

00:24:11: Meistens in ganz alten Mustern, die überhaupt nicht passen.

00:24:15: Sie dieser hoffnungslose Hyper-Aktionismus.

00:24:19: Ich weiß nicht, wie ich es lösen soll, aber ich muss irgendwas tun.

00:24:22: Du digerst durch die Wohnung und hast keine Ahnung, wie du mit dem Problem umgehen sollst, aber du machst irgendwas.

00:24:28: Und das zeigt halt, dass wir natürlich in unserem Wunsch Selbst Dinge irgendwie bewegen, verändern zu können, aus Situationen rauskommen zu können, irgendwie so ein Handlungstrang haben, aber trotzdem häufig gar nicht mehr den Lösungsschlüssel nachdenken.

00:24:48: Und das zeigt und das schließt jetzt so ein bisschen die Runde.

00:24:53: dass wir unsere Gewohnheitsmuster blöderweise nicht hinterfragen, sondern sie kommen so im Effekt zack, dann sind die da, weil die sind ja schon zehntausendmal über meine Daten herbegegangen und da wurde im Kopf abgesichert, ja ist gut, ist er probt.

00:25:06: Und dann sind es vielleicht auch noch Lösungsschüssel, von denen auch noch andere sagen, ja so ist richtig.

00:25:11: Und die werden dann halt noch weniger hinterfragen, deshalb werden zum Beispiel auch so kollektive Wertevorstellungen, wie zum Beispiel auch politische Freiheit.

00:25:19: Also ich würde das auch sagen, ich will das.

00:25:23: Aber also kollektive Wertevorstellungen hat auch nicht hinterfragt, ne?

00:25:27: Die allgemein hat stützt es.

00:25:28: Und jetzt schließe ich, und dann ist der Monolog zu Ende, das bedeutet aber, dass wenn wir wirklich nach Freiheit streben, wir ein Prozess ansteuern müssen, der langsam ist und auf dem es Rückschläge geben wird.

00:25:43: Und jetzt zitiere ich das letzte Mal des Yoga Sutra, eins Punkt zwölf.

00:25:48: Ja, jeder, der ein bisschen im Yoga Sutra unterwegs ist, Behaarlich ist üben, ab Jaser.

00:25:53: Behaarlich kann dieses dranbleiben.

00:25:55: Dieses immer wieder steht da, tropfen, hüllt den Stein.

00:25:59: Und Varag ja Gleichmut, also auch mal Rückschläge hinzunehmen.

00:26:04: Halt nichts zu sagen, das hat jetzt nicht funktioniert, dann mache ich es nicht mehr.

00:26:07: Das ist das einzige, was zum Ziel führt.

00:26:11: Ja.

00:26:13: Ja.

00:26:14: Ja.

00:26:15: Ja, absolut und ich habe jetzt auch während du gesprochen hast, habe ich auch gedacht, da ist auch so, das sind ja so zwei Wahnsinns, auch wieder Andockpunkte an die Yoga-Praxis, also zum einen mit dem Thema Stabilitätssicherheit, weil es finde ich so in unserer westlichen Welt vielleicht, also sowieso die Basis ist, aber auch vielleicht die wichtigste Aufgabe erst mal, vielleicht auch in dem Yoga ... in der Yoga-Praxis oder im Yoga-Kontext, dass man erstmal vielleicht wirklich für sich selber oder auch andere darin unterstützt, eine Stabilität in sich selber zu schaffen, eine Sicherheit.

00:26:58: Und dann von da aus kann man sich eher raus wagen, wenn diese Stabilität da ist, als wenn sozusagen die Wurzeln zu schwach sind und man macht dann so einen mutigen Step und macht was anderes, dann ist vielleicht der Rückschlag auch eher so, das ist ein eher mal Umhaut vielleicht oder dieser, ja das, ich glaube immer so, das ist auch wirklich ein Maß von... gibt sicherlich auch Momente oder Situationen, wo das nicht so ist.

00:27:26: Aber im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass es immer umso größer die gefühlte Stabilität und Sicherheit in sich selber ist, umso größer ist vielleicht auch die Bereitschaft oder die Möglichkeit und Fähigkeit, dann sich da ein ganzes Stück rauszulehnen und mal out of box, out of comfort so und zu gehen und wirklich was Neues mal auszuprobieren.

00:27:50: Und der zweite Moment, finde ich, also da ist man ja auch zu tiefst beim Yoga wirklich, was du gesagt hast, auch in ein wildes, drauf loshandeln zu kommen aufgrund von einem Stressmuster, ist glaube ich ein super Klassiker.

00:28:06: Und dass man dann wirklich vielleicht das zurücknimmt und erstmal wirklich in sich ein bisschen sortiert, sei es auf der Yogamatte in Asana oder in der Meditation oder wirklich auch bei einem Tee oder einem Spaziergang, dass man wirklich sich den Moment nimmt, erst mal so eine innere Klarheit zu bekommen und vielleicht ein bisschen, also nach außen vielleicht, also bisschen, sag ich mal wieder, westlicher gesprochen, gelassner und überlegter, vielleicht das Ganze angeht, also auf einer ganz anderen Reflexionsebene oder auch... finde ich auch immer super wertvoll eben auf eine, also auch nicht aus einer Emotion heraus oder so ganz schnell in einer Situation zu agieren, sondern sich wirklich zurückzunehmen, durchzuatmen und mal zu gucken, wo ist denn da jetzt eigentlich, wie ist das aufzudröseln, wo ist jetzt gerade hier.

00:29:00: das, was mich so an piept und... Eigentlich liegt da drin, finde ich auch immer sehr, sehr große Wachstumsmöglichkeiten für uns selber, wenn wir das wirklich tun und eben das nicht so machen wie was immer machen, weil wir es eben immer so machen und denken, ich bin so, ich kann das nicht anders, das finde ich, das macht mich richtig traurig, weil das bedeutet auch null Weiterentwicklung und fast auch null Selbstreflektion.

00:29:27: Absolut.

00:29:28: Also dieses innere Erleben aufzudröseln oder wirklich sich da so ein bisschen mit sich selber zu beschäftigen.

00:29:36: Aber das braucht natürlich auch so Werkzeuge dazu.

00:29:39: Das ist glaube ich ein Selbstläufer für viele.

00:29:43: Werkzeuge brauchst du etwas so unglaublich viele Ebenen aufgemacht eben die mich eingeladen haben sofort spontan zu reagieren und es waren so viele ich kann sie mir gar nicht alle merken.

00:29:53: Aber wenn ich das Gefühl auf mich noch mal so wirken lasse.

00:30:00: Was du gerade beschreibst ist ja das was wir klassisch auch Svadhyaya nennen.

00:30:03: Also wirklich nur selbst Reflexion im Yoga.

00:30:06: Svadhyaya wird ja häufig als Also.

00:30:10: zwar ist das selbst und es wird häufig übersetzt als das Selbststudium der Schriften.

00:30:14: Es gibt bestimmt pramanische Traditionen, die das so interpretieren und es mag ein Teil sein, weil wenn wir schriften, das womit wir uns beschäftigen, es formt auch unseren Geist.

00:30:23: Aber letzten Endes geht es um das selbst, um uns und zwar um das konzipierte Selbst eines eines ichs.

00:30:30: Also sprich, wenn wir untersuchen, woraus wir quasi bestehen, Wir werden nicht an den letzten Kern kommen, aber du hast vorhin von Gedanken ziehen, Gedanken beobachten gesprochen.

00:30:40: Wenn wir uns also selbst mal über die Schulter schauen in unserem Denken, weil wir vielleicht mal aus dem Moment raus Steppen und gucken, okay, was ist gerade.

00:30:48: Also praktisch gesprochen.

00:30:50: Ich merke, in mir kommt gerade Ärger auf.

00:30:53: Ich weiß auch auf das Bezug nehmt, Katharina, was du gerade sagst, aus dem Ärger raus reagieren, ist meistens sehr... Wir können das gut, aber ob das so sinnvoll und nachhaltig ist, für alle Beteiligten ist die andere Frage.

00:31:08: Ich will an der Stelle eins sagen, also nicht, dass mir das nicht passieren würde.

00:31:12: Natürlich, das passiert uns allen.

00:31:14: Aber vielleicht lernen wir mit der Zeit, das besser zu regulieren, nicht mehr ganz so stark auszuflippen und den Ding nicht mehr so lange anzuhaften.

00:31:23: Aber wenn ich das wirklich schaffe, das möchte ich einen ganz praktischen Tipp geben, weil wir scheitern ja als Menschen immer wieder.

00:31:32: Ich glaube, wir machen als Menschen.

00:31:33: Ich möchte erst das Szenario aufmachen.

00:31:35: Praktischer Tipp, du ärgerst dich über etwas.

00:31:39: Abzweigung eins, du folgst am Ärger und sagst, dieser blöde Säppel da drüben, also der hat es aber auch nicht anders verdient und dann geht es los.

00:31:46: Das Szenario muss man nicht weiterspielen, weil wir kennen mal alle gut.

00:31:49: Das zweite Szenario, ich spüre Ärgeraufkommen, ich habe keinen Bock auf Streit, ich ziehe mich zurück, ist auf den ersten Blick... Super, der hat es ja im Griff.

00:32:01: Auf den zweiten Blick, yogisch betrachtet, du unterdrückst vollkommen deine eigene Bedürfnisse und kriegst einen immer schlechteren Bezug zu deiner Wut.

00:32:09: Und Wut ist in dem Moment, wo sie so eine Intensität bekommt, dass wir wüten, natürlich nicht mehr förderlich, aber im ersten Impuls.

00:32:18: Ein innerer Antrieb, also zu sagen, pass mal auf, Timowal, da ist ein Bedürfnis von dir und das wird gerade überhaupt nicht befriedigt.

00:32:25: Steh mal ein für das, was du brauchst.

00:32:28: So, und wenn wir Wut an der Ebene abschöpfen, zu gucken, okay, ich halte die Situation an und ich schaue, was ist gerade?

00:32:37: Das ist so für mich der mittlere Weg.

00:32:40: Dann merke ich, da ist etwas, was vielleicht, was ich der Kategorie Wut zuordne.

00:32:46: Ich möchte nochmal betonen, warum ich das jetzt so umständig formulier, weil wenn ich einen schlechten Bezug zu meinen Emotionen habe, wenn ich mich regulieren möchte, weil ich immer gesagt bekommen habe, das macht man nicht.

00:32:58: Dann werde ich die Wut unterdrücken und dann wird sie so groß, dass wenn sie dann da ist, sich sie zulassen, ich gar keine andere Chance mehr habe, als aus eher heraus zu reagieren.

00:33:06: Wenn ich sage, Wut darf jederzeit da sein, aber jetzt nicht im nazistischen Weg, also nicht den, den wir besprochen haben.

00:33:13: So, ich sage, okay, Wut ist Bestandteil meines Systems, Bestandteil eines Systems, eines jeden Menschen, ein innere Antrieb an Botschafter.

00:33:23: Dann kann ich natürlich einen Moment, wenn ich aufmerksam bin, Jetzt wird das erste Mal das Wort achtsam wirklich passen, weil Achtsamkeit ist so überstrapaziert wie nur noch was.

00:33:33: Aber wenn ich in dem Moment wirklich achtsam bin, also aufmerksam auf meine inneren Impulse, die zur Handlungswünschen und Absichten führen und in dem Moment man die Luft dann halt und sagt, okay, was ist denn gerade?

00:33:45: Dann werde ich zwei Dinge merken.

00:33:47: Dann werde ich merken, dass da etwas ist, was wir Wut nennen könnten, was diesen Abzweiger Wut.

00:33:55: Guck mal, steh mal für dein Bedürfnis ein, da ist fast, du willst das eigentlich anders, du brauchst es anders, das ist da.

00:34:01: Und ich kann in Verbindung mit dir anwesendheit dieser Emotion auch merken, dass in meinem Kopf natürlich andere Denkenmuster getrickert werden, als wenn es da die Emotion freude wäre.

00:34:12: Das ist ja so ein... Achtung, da geht was schief im Puls.

00:34:17: Oder Achtung, da könnte was schief gehen im Puls.

00:34:19: Und natürlich macht der andere Schubladen auf, der macht nämlich eher die horrorszenaren Schubladen auf, was passiert, wenn es schief geht.

00:34:24: Und deshalb habe ich auch andere gedankliche Assoziationen.

00:34:27: Und jetzt kommt das, glaube ich, du sattest vorhin, Gedanken beobachten.

00:34:32: Gedanken beobachten kann ich in der Ruhe.

00:34:34: Das ist die Übungspraxis für den Ernstfall.

00:34:38: Aber im Ernstenfall ist es halt schön.

00:34:40: Deshalb unterscheiden wir auch zwischen Achtsamkeitsübung und Achtsamkeit.

00:34:43: Das ist aber ein anderes Thema.

00:34:46: Und wenn ich das gut praktiziert habe, dann wächst die Wahrscheinlichkeit, in einem Ernstfall das Vermögen zu besitzen, zu sagen, stopp, das kenne ich doch, da habe ich mir was vorgenommen.

00:34:56: Da wollte ich doch mal anders reagieren.

00:34:57: Geh aus der Situation raus, halt die Luft an, sozusagen, im Wassensinn des Wortes und guck, was ist gerade.

00:35:04: Und zwar nicht, was ist im Außen, sondern was ist im Innen.

00:35:07: Okay, ich sehe, da ist der Impulswut, da ist... Der Gedanke, der Gedanke, der Gedanke, der Gedanke.

00:35:11: Und wenn ich jetzt ganz analytisch zwar die Aya hergehe, noch eine weitere Klammer auf.

00:35:16: natürlich ist es nicht in jeder Situation möglich.

00:35:18: Manchmal muss man die Situation verlassen dafür.

00:35:21: Ja, du kannst ja durchs Schlecht innerhalb eines Streitsgesprächs sagen, sorry, ich bin mal kurz fünf Minuten raus, komm gleich wieder.

00:35:26: Dann steht dann gegenüber natürlich total konsterniert da.

00:35:29: Aber es gibt Situationen, da können wir das üben.

00:35:32: Und dann wirst du feststellen, dass da Gedanken sind, die mit der jetzigen Situation zu tun

00:35:37: haben

00:35:37: und dass da alte Kameraden sind.

00:35:39: Ja?

00:35:40: Alte Kriegstraumata quasi.

00:35:42: Also Erinnerung, du lachst, ne?

00:35:45: Erinnerung an vergangene Situationen, die wir glauben, ah, die war ja genau so.

00:35:50: Und diese ganzen Szenarien rufe ich dann ab und dann kommen halt nicht die Dinge, die mit der jetzigen Situation verbandelt sind, sondern noch fünf Alte dazu.

00:35:58: und schon ist das innere gefühlte Gewicht und die Last, die ich wieder einmal zu ertragen habe, so unerträglich groß, dass ich natürlich mit vehemenz für mein Bedürfnis einstehe.

00:36:08: So, wenn ich das aber trennen kann, und da komme ich ins Thema beobachten, wenn ich das trennen kann, dann bin ich ein echter innerer Sieger.

00:36:17: Weil dann sehe ich, guck mal, das ist mindmate, das ist Erinnerung, und das ist jetzt.

00:36:21: Und was ist eine adäquate Antwort auf das jetzt?

00:36:25: Vielleicht gar keine Antwort nach außen, sondern eine Antwort nach innen mit der Frage, okay, was kann ich tun, um mein Bedürfnis zu stillen?

00:36:32: ohne dem anderen damit brutal auf die Füße zu treten?

00:36:35: und das ist eine echte achtsameihoge praxis.

00:36:37: und jetzt letztes schlusswort damit es für all die sinn macht.

00:36:41: das ist brutal schwer das lernst du nicht von heute auf morgen.

00:36:45: und ganz wichtig ganz ganz ganz extrem wichtig wann immer es dir nicht gelingt klopf dir anerkennt auf die schultern dass du gemerkt hast dass es dir nicht gelingt und verurteil dich nicht.

00:37:00: du bist ein mensch.

00:37:01: wann immer es dir gelingt klopft ihr zweifach innerlich anerkennt auf die Schulter und sagt ihr, hey, guck mal, das hat gerade geklappt.

00:37:11: Aber was machen wir?

00:37:13: Wir machen in den allermeisten Fällen den Fehler, viel zu viel von uns zu warten und uns dann über uns vermeintliches Scheitern zu ärgern.

00:37:22: Aber Wovon soll denn der Erfolg kommen, wenn ich mir immer nur eine draufgebe, wenn es nicht klappt?

00:37:27: Nein, ich muss mein Belohnungszentrum aktivieren in den Momenten, in dem es geklappt hat und damit wächst die Fähigkeit, das zu tun.

00:37:35: Was?

00:37:36: Wie in der Meditation?

00:37:37: Und ich glaube, das ist auch in unserer Gesellschaft einer der großen Entscheidenden.

00:37:42: Ein Manko würde ich schon sagen, dass wir nur unsere Schwachstellen an den Pranger stellen, statt auch, ich sage nicht nur, aber auch unser Vermögen zu feiern.

00:37:53: Und eine gute Kultur im Umgang mit Fehlern ist zu gucken, wie ist der Fehler entstanden?

00:38:00: Was kann ich tun, ihn nicht dauerhaft zu reproduzieren?

00:38:04: Aber nicht zu sagen, du bist blöd, weil dir dann Fehler unterlaufen ist, sondern eher zu gucken, wie konnte es in deiner inneren Absichtsbekundung dazu kommen, dass die so wurde, dass du aus ihr herausgehandelt

00:38:16: hast?

00:38:17: Ist anspruchsvoll?

00:38:18: Und es ist viel Arbeit.

00:38:20: Aber das ist aus meiner Sicht der einzige Weg in echte Freiheit.

00:38:25: Es ist wunderschön, wunderschön, vielen Dank wirklich.

00:38:29: Und das ist auch wieder, wie du sagst, auch das wieder zuzulasten mit sich selber oder auch, wenn andere damit beteiligt waren, zu sagen, hey, sorry, irgendwie ist mir das jetzt hier... weiß ich nicht, hast du mich auf dem falschen Fuß erwischt?

00:38:44: Ich würde irgendwie das nochmal neu angehen wollen oder lass das nochmal neu besprechen oder wie auch immer.

00:38:49: Also sowohl mit sich selber diese Fehler-Freundlichkeit als auch die Offenheit einfach zu sagen, sorry, aber irgendwie... Weiß nicht was, also ja oder ich weiß vielleicht was los war.

00:39:02: Ich möchte

00:39:03: mir noch ganz

00:39:03: kurz... Ich möchte das bitte noch mal neu rückspulen.

00:39:07: Wir fallen noch aus der... Eigentlich kommt es aus der GFK, also Gewaltfallkommunikation nach Marshall Rosenberg.

00:39:14: Gibt zwei schöne Dinge, die ich wirklich mag.

00:39:16: Ich möchte damit auch nicht sagen, dass ich die immer beherzige.

00:39:22: Das Leben ist wie es ist und ich bin auch nur Mensch mit vielen, vielen Fehlern und vielen Ungereimtheiten.

00:39:28: Aber... Es gibt eine Preamble, das erste Bord des Schweigen.

00:39:34: Das finde ich super.

00:39:35: Weil in dem Moment, wo du nicht wirklich weißt, was du sagen sollst, halt einfach die Klappe.

00:39:39: Für einen Moment und denk drüber nach.

00:39:41: Und Posaun nicht einfach raus.

00:39:43: Das ist in den meisten Fällen nicht gut.

00:39:45: In den meisten.

00:39:46: Und das zweite ist, es gibt eine wundervolle Technik.

00:39:50: Die heißt Zwiegespräch.

00:39:52: Sag dir was.

00:39:53: Okay.

00:39:54: Und Zwiegespräch finde ich total gut.

00:39:57: Menschen neigen im Dialog, weil du gerade den Dialog... Also mit dem anderen nochmal in Dialog gehen, wenn ich der größte Freund davon.

00:40:05: Um streitbar zu werden oder wieder streitbar

00:40:08: zu werden.

00:40:09: Ja, ganz großes Thema auch

00:40:11: glaube ich.

00:40:11: Absolut.

00:40:12: Aber es gibt eine tolle Technik, die nennt sich C-Gespräch.

00:40:15: und für all die, die es nicht kennen, ich würde sie gern ganz kurz mal reinbringen.

00:40:18: Du stellst den Wecker.

00:40:20: Fünf Minuten ist für mich ein Minimum.

00:40:23: Ich mach meistens sieben Minuten.

00:40:25: Irgendwas zwischen fünf und zehn Minuten, sonst wird es zu lang für den anderen.

00:40:29: Denk an Dialog, der Dialog ist meistens geprägt davon einer sagt was und während der eine was sagt ist der andere schon in seinem Ego am überlegen was das für ihn bedeutet und statt dem anderen zuzuhören bereitet er schon die innerliche Gegenargumentation vor.

00:40:44: und das ist eigentlich alles nur nur aus dem Ego heraus und es ist kein echtes Zuhören.

00:40:50: und außerdem ist der Redefluss nicht lang genug um wirklich all das unterzubringen beim anderen.

00:40:58: Und es gibt eine wundervolle Technik, sich zu gestatten dem anderen zuzuhören.

00:41:03: B. Sich auch selbst, wenn ich das Tour zu gestatten, mal alles raus zu plaudern, was da drin ist.

00:41:10: Und du wirst da staunt sein, wenn du das ausprobieren solltest zu Hause, was da rauskommt.

00:41:14: Also ich kann jedem, jeder, die jetzt gerade zuhören, nur Werbensens empfehlen, mach das mal.

00:41:20: Und zwar nimmst du dir Freund, Freundin, Partner, Partnerin.

00:41:25: Und machst das aus und am besten in zwei Runden hintereinander.

00:41:28: Jeder darf zweimal.

00:41:30: Du stellst den Wecker und sieben Minuten spricht nur einer.

00:41:33: Der andere stellt keine Fragen.

00:41:34: Der andere kommentiert nicht.

00:41:35: Er hört einfach nur zu.

00:41:38: Und worüber du redest, ist eigentlich egal.

00:41:40: Du kannst auch schweigen.

00:41:42: Aber du wirst sieben Minuten nur reden und hör dir an.

00:41:45: Und danach ist der andere dran.

00:41:46: Dann machst du nochmal ein Wechsel zurück.

00:41:48: Und hinterher könnt ihr immer noch versöhnlichen Glas Wein trinken.

00:41:52: Aber es ist... A. Versöhnlich, weil du wirst merken, du sprichst über Dinge ganz anders als in der Diskussion.

00:41:59: Du offenbarst dann innerst das manchmal auf einer Weise, was du dir vorher nicht, du hättest nicht geglaubt daran, dich so aufs Tablo zu legen, so nackig zu machen.

00:42:12: Aber es gibt dem anderen, es gibt dir das Verstehen dir mal selbst zuzuhören und du denkst krass stimmt und du blau das einfach, es passiert.

00:42:20: Und der andere versteht dich plötzlich.

00:42:23: Der kann dich plötzlich fühlen.

00:42:25: Auf einer ganz anderen Ebene.

00:42:26: Und noch ein Tipp.

00:42:28: Ein Tipp für alle streitenden Paare von meiner Frau und mir.

00:42:33: Reden ist nicht immer... Es gibt diesen alten spruchenden Reden.

00:42:37: Es ist Silverschweigendes Gold.

00:42:38: Gehen wir alle?

00:42:39: Natürlich müssen wir reden.

00:42:40: Natürlich müssen wir uns austauschen.

00:42:42: Aber wenn man wieder die Emotionen durchgeht und da kommt im Dialog nur dünnpfiff raus.

00:42:49: Ich glaube, jeder weiß, was ich gerade damit meine.

00:42:51: Dann macht auch Folgendes.

00:42:53: Du verlässt den Raum für eine Minute oder für zwei und du kommst zurück in den Raum, beide.

00:42:58: Und das Einzige, was du tust, du nimmst dich in den Arm.

00:43:01: Körperlicher Kontakt.

00:43:03: Und bei meiner Frau mir hat das immer, immer funktioniert, weil der Körper viel klarer mitteilen kann, was du eigentlich willst, unter diesem Unvermögen das Sprachlicht zu verpacken.

00:43:15: Und dann ist ganz häufig dieses, ich muss mich danach noch erklären und irgendwas von meinem Ego gerade rücken ist weg.

00:43:22: Super.

00:43:23: Also nur mal zum Thema Freiheit vielleicht auch ein bisschen einfacher zu leben.

00:43:27: Das ist

00:43:28: schön.

00:43:29: Ich habe auch noch aus der GFK, aus der Trickkiste noch eine schöne Praxis.

00:43:33: Lass hören.

00:43:34: Praxis Hilfe.

00:43:36: Ich weiß gar, ich glaube, das ist tatsächlich von meinen beiden GFK-Lehrern kreiert.

00:43:40: Die nennen das konsequente positive Unterstellung.

00:43:44: Das gefällt mir auch sehr gut.

00:43:46: Schießt los, sag mir nicht

00:43:47: super.

00:43:47: Also vielleicht nicht in jedem Kontext, aber vielleicht auch gerade, wie du sagst, im Streit, in der Beziehung oder so, dass man eigentlich weiß, auch wenn es manchmal unglücklich vielleicht rüber kommt, ausgedrückt ist, doch mal aus einer Emotion heraus wieder raus plopst oder so, dass man einfach konsequent positiv unterstellt.

00:44:07: dass das weder ein Angriff noch sonst irgendwas ist und einem nicht irgendwie ja wie auch immer die Schuld in die Schuhe schieben soll oder dass man das ist eigentlich wirklich ein etwas unglücklich verpackte Kommunikation ist von eigentlich einem Level wo man klar ist ich liebe dich du bist mir super wertvoll und ich möchte dich auf gar keinen Fall verletzen oder angreifen oder sowas.

00:44:29: das finde ich auch schön.

00:44:31: Also konsequent positive Unterstellung.

00:44:33: Schön, dass das Ding im Namen hat.

00:44:35: Ich kenne es von meiner Frau, die macht das, die reframe das mit ihrer Mama.

00:44:38: Also wir wissen ja alle, dass Muttertöchter-Verhältnisse, Sohn-Väter-Verhältnisse nicht immer glücklicher Natur sind oder halt ihre Fallstrücke haben möcht, so sagen.

00:44:47: Und sie hört immer diesen Satz, Akorina, du musst dir was anziehen, du hast dir doch einen Tod.

00:44:53: Ich meine, meine Frau ist Mitte fünfzig.

00:44:55: Natürlich fühlt man sich da total bevormundet.

00:44:57: Und die erste Impuls ist immer... ist mal gut.

00:45:01: Aber wenn sie es reframe, ist genau diese in der Psychologie, heißt es ja positive Absicht.

00:45:07: Diese positive Absicht der Fürsorge, das kümmern's.

00:45:11: Ich möchte nicht, dass meine Tochter krank wird drunter.

00:45:13: Und das ist natürlich total ungünstig formuliert.

00:45:18: Aber es gibt auch in der positive Psychologie, gibt es diese Idee, hinter jeder Tat steckt eine positive Absicht.

00:45:26: Jetzt muss man das nur da hingehen, erklären und das führt uns so ein bisschen noch ins Thema Mitgefühl, da will ich aber heute nicht mehr hin, aber das ist ja auch ein Stück wieder sich freier zu machen, wenn wir Mitgefühlen wickeln.

00:45:37: Ja.

00:45:38: Die positive Absicht muss nicht für dich bestehen.

00:45:41: Aber wenn du die positive Absicht des anderen etwas für ihn, sie, Sinnvolles zu tun, erkennst, dann kann das eine positive Absicht für dich sein, wie im eben genannten Fall, das kann aber auch Selbstschutz für den anderen.

00:45:56: für die andere Person bedeuten.

00:45:58: Und wenn du die erkennst, weil du nach ihr suchst, dann ist natürlich der motivationale Grund so zu handeln, plötzlich für dich zumindest nachvollziehbar.

00:46:07: Und du kannst auch wieder das ein bisschen anders werden als einfach nur zu sagen, der kann mich einfach nicht leiden.

00:46:13: Das sind ja auch wieder zwei Ebenen.

00:46:15: Ich glaube, wir könnten noch drei Stunden über Freiheit reden.

00:46:19: Ja, unbedingt.

00:46:21: Aber ich sehe einmal wieder, es docken so viele Themen an.

00:46:27: Aber ich finde, wir haben es ganz gut hinbekommen mit für all die, die zugehört haben, das so ein bisschen weiter aufzumachen zu sehen.

00:46:37: Freihart ist nicht dieses Platte.

00:46:39: Und Freihart hat nicht unbedingt was gerade im johischen Sinne mit ich mache, was ich will zu tun, weil das wird ja häufig so versucht, propagiert zu werden oder so gesehen.

00:46:52: Und ich glaube, wir haben gesehen, es kann ganz schön ein Stück Arbeit sein.

00:46:55: sich dahin zu bewegen.

00:46:56: Ja,

00:46:59: das ist so, ja.

00:47:01: Und auch was ich vielleicht noch gerne sagen würde, was auch wichtig finde, das haben wir auch im Gespräch so paar Mal gestriffen.

00:47:10: Also es gibt ja einmal so dieses innere Erleben eines, also es sind verschiedene Aspekte, also es gibt einmal ja dieses innere Erleben und das äußere Verhalten.

00:47:21: und ich finde so dieses innere Erleben von jedem Menschen ist so unterschiedlich.

00:47:27: und man sieht manchmal, jemand im Außen denkt, der ruht in sich selbst, ist eigentlich super aufgeregt und kriegt irgendwie keinen Ton raus und vermittelt anderen den Eindruck, er ist jetzt total gelassen und ruht in sich selbst und sagt deswegen nichts zu einer Sache als ein Beispiel oder so.

00:47:46: Also dass wir das vielleicht anerkennen, dass jeder wirklich auch sein eigenes Inneres erleben hat und jeder für sich selber da auch arbeiten kann an der Freiheit und sollte.

00:47:59: Und auch, da wollte ich eigentlich hin, dass ich finde ganz wichtig, dass das sozusagen das Innere erleben.

00:48:09: Das ist so bisschen die Fehlerfreundlichkeit auch.

00:48:11: Also ich glaube, jeder Mensch hat belastende Gedanken.

00:48:14: Jeder Mensch hat eben diese Prägungen und auch diese Herausforderungen, wo man auch dann mal struggled oder scheitert oder weiß, jetzt bin ich da jetzt wieder dran und bin wieder da reingetapst sozusagen.

00:48:26: Kenne ich schon, dass man wirklich das wirklich in großer Schönheit und Liebe anerkennt, dass das einfach dazugehört und ich glaube, da ist auch wieder so... das Yoga für mich, dass man einfach, also der Umgang darum oder damit der Umgang, das macht den Unterschied und das ist auch die Freiheit.

00:48:50: Also auch Freiheit bedeutet auch nicht eine Nicht-Existenz von, also ich würde es wirklich mal als belastende Gedanken oder Ängste oder was auch immer einen einschränkt, was einen manchmal vielleicht grübeln lässt oder abhält oder sowas.

00:49:06: dass das wirklich jeder kennt, jeder in seinem eigenen erleben und dass es immer um den Umgang damit geht.

00:49:12: Absolut.

00:49:13: Ich glaube, das macht auch die Yoga-Praxis aus.

00:49:15: Es geht ja nicht darum.

00:49:18: Also, wenn wir Yoga definieren als einen Zustand oder ein Zielzustand dieses Yoga-Citta-Vrithineroda, das wirklich unser denkender Geist, unser bewährtener und interpretierender Mal zur Ruhe kommt, dann mag das ja schön sein.

00:49:33: Aber das ist ja ein Zustand, der geboren wird aus inneren Umständen.

00:49:39: Und diese inneren Umstände können ja nur sein oder können nur entstehen.

00:49:43: Wenn wir der Anwesenheit der Gedanken natürlich erstmal mit Großzügigkeit begegnen, weil wenn ich sage, also du blöder Gedanke darfst nicht sein, dadurch geht er nicht weg.

00:49:54: Also Sorge wird nur geringer, wenn ich Sorge zulasse und gleichzeitig erkenne, dass sie ihre Berechtigung hat, aber ich eine Lösung habe.

00:50:06: für vielleicht das, was mir die Sorge sagen möchte.

00:50:09: Und vielleicht gleichzeitig sowas wie auch, jetzt sind wir wirklich in der Spiritualität des Yoga auch noch mal, so schlussendlich zu sagen, naja, ich muss im Yoga vielleicht doch irgendwie eine höhere Instanz anerkennen und sehen, dass ich nicht der Nabel der Welt bin und dass vielleicht alles per se und damit auch ich und mein Treiben auf diesem Planeten hier vielleicht dem größeren Zweck dient und deshalb das größere und auch das kollektiv vielleicht auch wichtiger ist und sind als ich.

00:50:38: Und so entwickelt sich mit der Zeit so eine Gelassenheit.

00:50:41: Und ich glaube, das sehe ich ganz häufig in der Meditation.

00:50:44: Leute haben auch immer die Idee, in der Meditation muss es still sein.

00:50:48: Nein, du entspannst dich in Gegenwart all dessen, was in dir halt ist.

00:50:53: Das ist Meditation.

00:50:57: Und nur wenn du das lernst, dann wird Der Grund, diese unliebsamen Gedanken entwickeln zu müssen mit der Zeit, versiegen, weil du lernst, dich mehr zu entspannen.

00:51:08: Und dann kommst du mehr in diese Ruhe und Gelassenheit.

00:51:11: Also auch das ist ein Prozess.

00:51:12: Und es ist ein Prozess, der seine Faktoren wieder nicht im Außen hat, sondern wieder im Innen.

00:51:18: Da möchte ich aber nur noch eins letztens letztendlich anfügen, für alle, die sich auf diesen Weg begeben wollen damit.

00:51:26: Wir sind nie ganz unabhängig vom Außen und in Abhängigkeit davon, wie weit du gerade mit deiner inneren Ruhe gelassener entwickeln bist, musst du dir äußere Bedingungen suchen, die für dich okay sind.

00:51:39: Und wenn du in einem Aschrahmen bist und alle sind erstmal nett, weil du keinen kennst, dann mag das für dich am Anfang die richtige Umgebung sein, diese Ruhe zu entwickeln.

00:51:51: Aber ich glaube fest daran, dass wahre Ruhe und wahre Gelassenheit, wahre Boderschaft in mitten des runden und lauten und schnellen Treibens unseres Lebens passieren muss.

00:52:04: Weil wenn du aus dem Aschern zurück kommst, ist dein Trainingslager Leben viel zu laut.

00:52:09: Das heißt du musst dir immer wieder Szenarien suchen, die so ein bisschen aus der Komfortzone heraus führen.

00:52:15: Noch mal anders ausgedrückt, ich finde eine gute Meditationspraxis.

00:52:19: entwickelst du nicht in absoluter Stille, sondern mit leichten Umgebungsgeräuschen und leichten Unebenheiten im Außen.

00:52:27: Und dann kann die innere Ruhe mit der Zeit so weit wachsen, dein Vermögen, Gelassenheit zu entwickeln, auch wenn es außen kritischer und hektischer wird, die kann wachsen.

00:52:37: Und wenn du den Schritt zu schnell machst, bist du gefrustert.

00:52:41: Und wenn du dir das Ziel zu leicht steckst und Ist die im Außen, die quasi immer nur lernst, in bequem Situationen spannen, wirst du auch keinen Fortschritt machen.

00:52:50: Das ist wie immer im Leben.

00:52:54: Schade eigentlich, aber so ist es.

00:52:59: Ja.

00:52:59: Ja, wunderbar.

00:53:00: Also, das ist so süß, auch nicht checkkorn fehlt.

00:53:03: Ist dir sicherlich auch sehr gut vertraut.

00:53:05: Ich mag die sehr, der schreibt, ja.

00:53:07: Also, da schreibt er ja auch in diesen Vorwort irgendwie wie... Wie vermessen das war, dass er so dachte, er ist da jetzt so weit mit seiner Praxis, dass er jetzt rausgeht und allen erzählt, wie es geht.

00:53:18: Und dann poltert er wieder so in seinen Alltag rein, in seinen Alltagsleben.

00:53:24: Aber das ist ganz wichtig, dann wieder zurückzurudern und halt nie den Weg zu verlieren.

00:53:29: Also ein Weg wird nie linear nach oben gehen.

00:53:32: Der läuft in Plateaus.

00:53:33: Das ist wie beim Sport.

00:53:35: Und wenn du anfängst mit einer Praxis, dann ist halt Der Anstieg deiner Leistungskurve.

00:53:42: Unglaublich schnell.

00:53:43: Wenn du aber das Anspruchsdenk entwickelt, das müsse immer so weitergehen.

00:53:47: Das ist so nicht.

00:53:50: Ja, aber wenn du auf dem Weg bleibst, egal wie du heisst, wirst du immer nach oben wandern,

00:53:54: immer.

00:53:55: Und ich glaube, das ist die Botschaft an alle, die man mitnehmen darf.

00:53:59: Schön.

00:54:03: Ja, mir hat's wieder Freude bereitet.

00:54:05: Ja, mir auch.

00:54:06: Sehr

00:54:06: viel Freude.

00:54:07: Ich glaube, wir werden uns doch ein paar Themen ausdenken.

00:54:10: Ja, ich hoffe, dass es allen Zuhörern, Zuhörerinnen ebenfalls Freude bereitet, auch wenn wir die Stundenmarke wieder gerade am Knacken sind.

00:54:20: Ja, wir sind gerade bei einer Knackenstunde, aber ist ja gut.

00:54:25: Nein, es ist ja noch ein leicht weit unter einer Stunde.

00:54:30: Aber ich glaube, der Austausch macht nur Sinn, wenn er sich entwickeln darf.

00:54:35: Ja.

00:54:35: Katharina, magst du einen Schlusswort sagen?

00:54:39: Ja.

00:54:40: Also ich würde vielleicht sagen, viel Freude beim Ausprobieren, viel Freude beim Scheitern und wirklich, ja, geht den Weg zu innerer Freiheit.

00:54:50: Das ist einfach ein Traum und es dockt alles an.

00:54:54: Mit Gefühl, Dankbarkeit, also so viel da drin.

00:54:58: Also im Ende, wenn es gewählt ist, dann ist das, glaube ich, ein sehr, sehr, sehr oder der Weg zum zum Glücklichsein auch, dass man es gestalten kann.

00:55:10: Wunderbar.

00:55:11: Und immer

00:55:11: wieder vielleicht auch.

00:55:13: Ja, und immer wieder auch im Innerheld und prüft und neu prüft, also wie du sagst voll im Prozess auch damit zu sein.

00:55:22: Ja, und wirklich also Mut und Freude am Ausprobieren.

00:55:25: Das wäre mein Gerne, was ich gerne mitgeben würde.

00:55:28: und Freude am Scheitern wirklich.

00:55:30: Das hat innere Schönheit, dass es Mensch sein, das gehört zum Leben dazu.

00:55:34: Da fällt mir doch auch noch ein Schlusswort ein, was ich nicht um das letzte Wort zu haben, aber du hast mir gerade die Vorlage gegeben.

00:55:42: Die Einzige Konstellante im Universum hat schon Buddha gesagt, ist die Veränderlichkeit der Dinge.

00:55:48: Und das bedeutet, dass du in einem sie in einer sich verändernden Welt nie ein Ziel haben wirst, an dem es mal gut ist, sondern du wirst immer arbeiten müssen und es wird immer dynamisch bleiben.

00:56:01: Und deshalb kann das einzige Ziel, was wir erreichen können, das entwickeln von so viel Freiheit sein, dass wir uns möglichst wenig an äußere Konstanzen binden müssen.

00:56:14: Konstanzen, nicht Konstanten.

00:56:15: Konstanzen gibt es vielleicht auch an äußere Konstanten binden müssen.

00:56:20: Ich glaube, das schließt auch nochmal vielleicht ganz gut, was das Thema Freiheit ist.

00:56:26: An alle Zuhörer und Zuhörerinnen, vielen Dank fürs dabei sein, wenn ihr Ideen für uns habt.

00:56:33: Dann schreibt es uns gerne und ich glaube, wir nehmen die gerne auf.

00:56:36: Katharina, das war eine Freude.

00:56:38: Bis sehr gerne.

00:56:40: Ganz bald.

00:56:41: Und allen, die zugehört haben, auch vielen Dank fürs Zuhören.

00:56:44: Bis ganz bald.

00:56:55: Deine neue Yoga-Routine für die Ohren.

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