Die Bedeutung von Spiritualität - mit Timo Wahl
Shownotes
In dieser Episode von OM MEETS ALLTAG sprechen Katherina Bock und Timo Wahl über das große Thema Spiritualität – jenseits von Klischees, Esoterik und religiöser Schwere. Gemeinsam erkunden sie, was Spiritualität im Alltag bedeuten kann: vom bewussten Atem bis hin zu kleinen Momenten der Verbundenheit mit der Natur. Sie beleuchten historische Wurzeln des Yoga, den Wandel von asketischen Traditionen hin zu einem lebensbejahenden, freudvollen Tantra-Yoga und diskutieren, warum Spiritualität nichts mit Verzicht oder Spaßbefreiung zu tun haben muss. Ein liebevolles, tiefgründiges und zugleich alltagstaugliches Gespräch, das inspiriert, Spiritualität mitten im Leben zu leben.
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00:00:00: Erst
00:00:27: mal an alle, die zuhören, dass ich willkommen.
00:00:30: Und herzlich willkommen Katharina Bock zu der dritten Kooperation mittlerweile, weil es Freude macht.
00:00:36: Ich weiß viel Freude macht, Timo.
00:00:37: Vielen Dank, dass wir das gemeinsam machen.
00:00:40: Und danke auch an alle, die reinhören und da sind.
00:00:43: Auch herzlich willkommen auch bei Omids Alltag in der Kooperation.
00:00:47: Du hast das Thema wieder ausgesucht und ich finde, du hast ein mega cooles Thema ausgesucht.
00:00:52: Ich werde ehrlich gesagt nie draufgekommen.
00:00:54: Also, man denkt mal drüber nach, aber auch da wird es ein Podcast machen.
00:00:58: Du hast gesagt, lass uns doch mal über Spiritualität sprechen.
00:01:01: Das finde ich total witzig.
00:01:03: Wie bist du darauf gekommen?
00:01:04: Das ist ja eigentlich das Yoga-Thema.
00:01:07: Das treibt mich auch wirklich viele, viele Jahre schon um, weil irgendwie in allen Begegnungen und Gesprächen... kommt immer raus, dass jeder was komplett anderes davon versteht und auch manchmal immer so dieser Gedanke vielleicht da ist.
00:01:21: Ich bin überhaupt nicht spirituell, wo ich immer denke, das liegt auch manchmal wirklich einem Verständnis oder einer Definition davon, die glaube ich zutiefst individuell ist.
00:01:29: Und ich glaube auch viele, die immer sagen, ich bin gar nicht so spirituell, sind vielleicht viel spiritueller als andere, die sich ja sehr spirituell halten.
00:01:36: Also es ist schön, dass ein sehr, sehr spannendes Thema im Yoga, wie natürlich auch unterwegs sein auch im Hinduismus und Buddhismus.
00:01:46: Also ich habe eine große Freude da immer wieder so reinzugehen mit unterschiedlichsten Menschen und finde, dass da ruhig ein bisschen beleuchtet werden aus unterschiedlichsten Blickwinkeln, dass man vielleicht da noch mal das Anders auch greifbar hat oder eine Idee davon.
00:02:03: Ja.
00:02:04: Finde ich gut, wenn man bei mir im Hintergrund rauschen hört, das ist die Kaffeemaschine, aber das die muss anbleiben.
00:02:10: Das ist bei mir einfach.
00:02:12: Ich bereite mich auf meine Podcasts im Grunde genommen nie vor, weil ich lasse es mal einfach so fließen.
00:02:18: Ich schneide hier auch nicht.
00:02:18: Ich bin so ein Freund von, wir lassen es wie es ist, aber ich habe mir jetzt mal zu diesem Thema, ich habe mir die Frage gestellt, gibt es denn eine Definition?
00:02:28: Und die gibt es nicht.
00:02:29: Weil ich könnte es auch nicht definieren.
00:02:31: Ich glaube, es ist wirklich Auslegungssache.
00:02:33: Und ich möchte gerade mal so verkürzt zitieren, was ich herausgefunden habe.
00:02:36: Also vielleicht ein ganz schöner Aufhänger.
00:02:38: Ich gebe das nämlich sogar von der WHO, also von der Weltgesundheitsorganisation.
00:02:43: Gibt es sogar eine Publikation, in der sich Uni versucht wird, an das Thema ranzuwarten.
00:02:49: Und da heißt es, Spirituality is a dynamic dimension of human life that relates the way person's experience.
00:02:56: Express and Seek Meaning Purpose and Transcendence.
00:02:59: Also es gibt keine klare Idee, sondern es geht darum, dass es sich auf menschliche Erfahrung stützt.
00:03:08: Die war es mit Entwicklung, mit Streben, mit, mach es mal auf, Sinnhaftigkeit etc.
00:03:14: zu tun hat.
00:03:15: Und die muss nicht, also hier fehlt ja komplett das Wort religiös.
00:03:19: Und ich weiß, dass viele Leute, weil du sagst, dass gerade die halten sich nicht viel spirituell, ich habe immer wieder Leute erlebt, die haben Angst davor, sich als spirituell zu bezeichnen, weil sie irgendwie Angst haben, in so eine religiöse Ecke zu fliegen.
00:03:33: Es gibt z.B.
00:03:33: noch eine schöne in der Paliativmedizin.
00:03:36: Da wird ja ganz viel, natürlich gerade mit diesen Fragen, gedealt.
00:03:41: Und da steht auch, Spiritualität umfasst Dimensionen wie Sinn und Ziel, Transzendenz über sich hinausgehen, so viel, sozusagen um die präsente Werte, Liebe, Hoffnung glauben.
00:03:52: Also auch offen.
00:03:54: Und jetzt habe ich mir noch drei, dann bin ich fertig mit dem Vorlesenweise, nicht so meins.
00:03:58: Im Christentum ist das definiert, als die Weise, wie der Glaube gelebt und die Beziehung zu Gott gestaltet wird.
00:04:05: Also da wären wir in so einer religiösen Sache drin, klar, weil da ist schon die Gottesidee drin.
00:04:11: Und wenn ich an Hinduismus und Buddhismus denke, da ist es ganz klar, da muss ich es natürlich nicht reingucken, da gibt es ganz klar die Idee, das ist... Eine sinnhafte Ausgestattung des Lebens, es ist ein Streben und damit ist Spiritualität nichts.
00:04:30: Etwas, was automatisch gelebt wird, wird man sich mit dem Leben beschäftigt und der Wertigkeit.
00:04:36: Also so verstehe ich es, wenn ich es auch so sehe.
00:04:41: Hast du eine Definition?
00:04:43: Ja, ich habe auch, ich habe für mich glaube ich mehrere Definitionen, für mich persönlich.
00:04:48: Also für mich ist es auch... auch da andockend.
00:04:51: Also für mich ist wirklich das Leben selber ist eigentlich zur Tiefstspiritualität.
00:04:57: Also wirklich, um auch den Bogen zur Yoga Praxis gleich hier mal schon mal einmal vorab aufzunehmen.
00:05:03: Also der Alleine, finde ich, in Kontakt zu kommen mit dem eigenen Atem ist für mich zu tiefstspirituell, weil das ja so wie ein... Ein gehauchtes Leben auch ist und uns ja auch verbindet mit allem.
00:05:18: Also alles poesiert, wenn wir da auch in der Tantrischen Philosophie sind.
00:05:22: Also egal, ob ich am Meer sitze und die Wellen spüre förmlich, wenn ich am Strand sitze und die Wellen in den Strand reinlaufen.
00:05:29: Und rhythmisiert sich vielleicht der Atem mit den Wellen, also aus so eine ganz tiefe Verbundenheit.
00:05:34: Und der Atem ist für mich ein ganz schöner Aufhänger.
00:05:38: Und gleichzeitig wirklich auch für mich ist es wirklich das Leben.
00:05:41: Firmlich, großes Wort, aber so firmlich zu zelebrieren, auch mit allem, was dazugehört.
00:05:47: Also das ist für mich auch Spiritualität pur.
00:05:51: Mit allem wirklich, also egal, ob es wirklich früh, also es ist jetzt nicht, dass mein Frühsein super, was weiß ich, fünfmal nach links, fünfmal nach rechts zentrifugiertes Heilwasser trinken muss, damit es eine Spiritualität hat, sondern es kann einfach der Kaffee am Morgen sein.
00:06:08: Also für mich ist das so ganz im Alltag.
00:06:11: und sehr, sehr in der Verbindung mit der Natur.
00:06:16: Also ich finde es so, egal ob über die Rhythmen, über die Dimensionen, über dieses Wunder auch, oder auch selbst auch jetzt wieder über die Jahreszeiten, das ist für mich zu tief spirituell.
00:06:30: wirklich gerne in der Natur ist.
00:06:32: Also das ist anzuerkennen, dass es offensichtlich was gibt, was sehr viel größer ist als wir und wir sind da eingebettet in einer Form.
00:06:40: Das ist so mein persönliche Zugang.
00:06:45: Du hast gerade das Wort Atem gesagt, schon über den Atem.
00:06:48: Es gibt ja so ganz, ganz viele Ideen.
00:06:49: Ich würde auch ganz gern mal später ein paar typische Yoga Begriffe auftröseln vielleicht mit dir gemeinsam, weil ich glaube die sprechen auch für die spirituelle Denkweise des Yoga-Systems.
00:07:00: Aber der Atem ist ja in sich im Yoga schon so ein Konstrukt.
00:07:05: Also der Atem ist ja im Yoga Träger dessen, was wir hier Ki, Chi, Prana, Lebensenergie oder der einzige westliche Begriff ist Odem des Lebens, den mir einfällt.
00:07:17: Das ist ja der einzige synonym Begriff eigentlich so aus unserer mittel-europäischen Tradition oder Historie.
00:07:25: Das
00:07:26: ist ja auch der Hauch des Lebens, der Odem.
00:07:29: Und der ist ja gleichgesetzt auch mit dem Ausdruck allen Lebendigen und von allem Bewusstsein in der Welt.
00:07:40: Und damit geht ja die Idee im Yoga, die Definition von Prana und dem Atem eigentlich schon weit über den physischen Atem hinaus und impliziert vor allem dass es ja nicht nur um den Menschen geht.
00:07:51: Das hat mich immer ein bisschen als im kirchlichen Weltbild gestört früher.
00:07:55: Der Mensch ist die Kröne der Schöpfung und macht sich die Welt zu untertanen.
00:07:59: Nein, also wir sehen gerade, was passiert, keine gute Idee.
00:08:02: Wir haben die schon viel zu sehr untertanen gemacht.
00:08:05: Wir müssten immer viel mehr dienen.
00:08:07: Aber es geht weit über den Menschen hinaus und es verbindet eigentlich alles.
00:08:12: lebende, lebendige.
00:08:14: Und jetzt ist gleich sogar eine Frage, wie definiert man das?
00:08:17: Wie weit runter geht das?
00:08:19: Und damit ist es ja ein eingebettet sein, das Mensch-Science in die Natur.
00:08:24: Und ich muss mich da anschließen, ich empfinde in der Natur, ich glaube, wir hatten es in der ersten oder zweiten Podcast-Folge mal zusammen.
00:08:30: Oder ich hatte es mit Ansoviel letztens, also mit irgendeinem der letzten Podcasts, ich bin zum Beispiel in der Natur zur Tiefstruhung zu tiefst demütig, wobei das Wort Demut gar nicht im deutschen umfasst, was ich da fühle.
00:08:47: Es ist eine Ehrfurcht, wobei das Wort Furcht da auch nicht passt.
00:08:53: Es ist so das Wissen darum, in letzter Instanz ist alles gut, weil du bist Teil von einem großen Ganzen, das viel wichtiger ist als du und du bist einfach nicht der Nabel der Welt.
00:09:04: Aber weil du Teil des großen Ganzen bist, gehörst doch dazu.
00:09:07: Und im Yoga ist ja dieses Idee der Zugehörigkeit über das physische hinausgehend.
00:09:13: Weit.
00:09:14: Insofern, wir merken schon, es ist, Spiritualität kreuzt irgendwie alles, finde ich, ne?
00:09:23: Die Lebensführung ist kreuzt, aber auch so die Frage, na ja, was ist denn da hinter dem Leben außerhalb des Lebens?
00:09:30: Das stellt die Frage nach dem Sinn.
00:09:32: Und damit die Frage nach dem sinnhaften Leben.
00:09:34: Vielleicht nach der Ethik, eine Ethik, eine
00:09:36: Moral.
00:09:37: hat viele Dimensionen,
00:09:38: ne?
00:09:39: Alles drin.
00:09:43: Das ist schön.
00:09:44: Und im Yoga ist ja oft so, dass, äh, also es ist ganz spannend, ne?
00:09:49: Weil das bekennst du wahrscheinlich auch so aus der Begegnung bei dir mit den, gerade vielleicht auch Leuten, die anfangen, Yoga zu praktizieren oder so.
00:09:57: Da kommt ja immer mal so dieses, also ich such ein Yoga, aber nicht so spirituell.
00:10:05: Wobei ich sagen muss, das sind meistens eher die Männer meiner, meiner Leben.
00:10:13: Ja,
00:10:14: ja.
00:10:15: Oder
00:10:15: so extrem taffe, so extrem taffe Menschen, ja.
00:10:19: Männern wie Weitplan, aber Männer halten sich ja immer für so unglaublich taffe.
00:10:23: Vielleicht haben sie deshalb Berührungsängste.
00:10:25: Gut, wenn du das sagst.
00:10:28: Jo, ich bin ja einer, ich darf das ja.
00:10:32: Ich würde es schon gerne auf den Yoga beziehen und ich würde noch gern eins aufgreifen von dir, bevor wir das später vergessen, weil das ist für mich ein unglaublich wichtiger Punkt.
00:10:41: Aus meiner Sicht, was ist ihr eben angeschnitten, bedeutet ein spirituelles Leben nicht ein Leben im absoluten Verzicht führen zu müssen.
00:10:50: oder Verzicht ist okay, aber ich möchte mal sagen ein Leben in Spaßarmut oder in Spaßbefreiheit, Befreiung oder ... Wir dürfen lachen, wir dürfen scherzen, wir dürfen Freude haben.
00:11:04: Das schließt die Spiritualität nicht aus.
00:11:07: Wir dürfen jede Menge wohlgewollten Unsinn bauen, betonendlich vielleicht auch wohlgewollt.
00:11:13: Und dann ist das trotzdem okay.
00:11:15: Ich erlebe den Yoga-Weg, wie er hier gerade am Westen gelebt wird, ganz häufig als ein sehr schwerer.
00:11:21: Nur wenn eine Stunde einer Yoga-Praxis eine gewisse Schwere hat, dann fühlt sie diesen Pseudoanspruch, richtig zu sein.
00:11:29: Ich glaube im Gegenteil, Humor lehrt uns mit den Untiefen des Lebens, wie besser umzugehen und mit richtig krassen Begebenheiten noch irgendwie dealen zu können, als wenn wir das Ohrnummer machen.
00:11:40: Meine Frau sagt immer, Frau sehr pragmatisch manchmal, wenn ihr Probleme hast, hört ihr mal als Allererstes auf, mit dem Spaten noch tiefer zu graben.
00:11:49: Legt doch mal die Schaufel aus der
00:11:50: Hand.
00:11:51: Ich glaube, das ist genau so das, dass du dass wir manchmal glauben, Spiritualität hätte was mit so einer Schwere zu tun.
00:12:01: Mit so einem Überalles ganz wichtig nachzudenken.
00:12:05: Und das können wir auch ganz leicht tun.
00:12:07: Also danke dafür.
00:12:09: Ja, sehr, sehr gerne.
00:12:11: Also ja, unbedingt.
00:12:13: Das ist stimmt, ne?
00:12:14: Das ist oft das Bild hier.
00:12:16: Ich glaube immer, es ist so alles, also wie immer, also es kommt, also Humor sowieso bin ich großer Fan, weil das gibt ja auch immer irgendwie so ein ganz, auf schöne Weise so ein Abstand zu den Dingen auch.
00:12:26: Total, total.
00:12:28: Ja,
00:12:28: das ist eine super Brücke.
00:12:30: Ja.
00:12:32: Ja, und auch ... Ja, schade, weil ich finde auch, also Spiritualität hat ja auch alles drin, also es muss gar nicht so ne... ist vielleicht auch, ich weiß, es ist eher so von den alten asketischen Yogis oder noch so übernommen, dass das irgendwie sowas... zurückgenommen ist, sondern ich glaube eher so aus der tantrischen Lesart, also so verstehe ich, auf jeden Fall ist es ja wirklich auch so mit allem mit viel Freude oder auch Trauer, was eben gerade da ist, so wirklich im Leben zu sein und alles auch zu spüren und durchzugehen, ohne aber sich auch davon abhängig zu machen, also dass man... Kennt vielleicht auch viel.
00:13:11: Also ich kenne das auch sehr aus den Zeiten, wo ich auch so vertief, so bisschen aschrammäßig unterwegs war.
00:13:16: Man steht früh auf.
00:13:18: Ich hatte vorher schon gedacht, oh je, was werde ich alles vermissen.
00:13:22: Auf meinem Leben.
00:13:23: Ja, stimmt.
00:13:27: Man steht früh auf und ist irgendwie, denkt sich so, wow, ist einfach überglücklich, steht auf, geht mit den anderen auf die Yogamatte und also es hat gar keinen so richtigen... Was ich sagen will, ist auch so eine tiefe Dimension.
00:13:41: Also es hat gar nicht so einen richtigen, den Sinne klassischen Grund, wie wir das vielleicht manchmal haben im Sinne von, ich freue mich jetzt auf das oder das, oder ich treffe heute Abend eine Freundin oder so immer.
00:13:51: Sondern man ist einfach in dieser Freude egal, was gerade an Emotionen da ist oder was der Tag bereithält.
00:13:59: So eine, auch wieder ein bisschen, sind wir wieder bei der inneren Freiheit.
00:14:02: So ein Losgelöstsein davon.
00:14:04: und gleichzeitig zutiefst da drin zu sein.
00:14:07: Also ist kein Paradox, finde
00:14:10: ich.
00:14:10: Ich überleg's jetzt zurück, wo du grad als Früh aufstehen.
00:14:13: Ich glaube, Spiritualität, du hast vorhin mal so, bevor wir mit dem Podcast begonnen haben, eine Frage reingebracht.
00:14:23: Und zwar, darfst du mich gerne korrigieren, Spiritualität, was ist, was einfach da ist oder woran wir auch arbeiten, was vielleicht auch ein aktiver Komponent hat.
00:14:34: Und wenn ich so meinen eigenen Weg betrachte, da hat mich das Frühjahr auf den dran gebracht.
00:14:40: Ich stehe immer noch früh auf, aber glaube ich auch ein bisschen berufsbedingt.
00:14:44: Allein die Sechs oder Treißig-Meditations-Klassen, dann muss man halt um fünf oder sechs Späße aufstehen, sonst schafft man die nicht mehr.
00:14:50: Aber ich bin früher extrem früh aufgestanden, weil am Anfang war so eine extreme Motivation da.
00:14:56: Das war was Neues.
00:14:58: Und da habe ich gedacht, boah.
00:14:59: Du stehst jetzt früher auf, du machst das Ganze, was diese alten ascetischen Yogis machen.
00:15:03: Ich würde da gleich zur Askese noch was sagen.
00:15:06: Und dann fängt man mit so einer Motivation an und nach einer Weile merkt man, wie bei allem, was man neu beginnt, wenn man sich mit das Neue beschäftigt, erwachsen neue Dimensionen des Denkens.
00:15:16: Klar.
00:15:17: Die erreichen aber am Anfang ganz schnell, die nehmen ganz schnell Fahrt auf und dann denken, wow, super, ist ja der Hammer.
00:15:24: Und dann erreichen die irgendwann ein Plateau, wie bei allem.
00:15:28: Und von diesem Plateau kommt man dann so schnell nicht mehr weiter nach vorne.
00:15:32: Das heißt, das geht nicht immer straight berg auf.
00:15:35: Dann kommt man um was im Leben, was nicht so läuft.
00:15:37: Dann geht es sogar ein Stück nach unten.
00:15:40: Das bringt ja viele schon mal von dem Weg weg.
00:15:43: Also das braucht ja dieses bekannte Abjaser, diese Behaarlichkeit.
00:15:49: Und dann merkt man irgendwann, dass dieses ganze Konstrukt von sich entwickeln wollen, hinter die Dinge gucken wollen, Wahrheit.
00:15:57: erleben zu wollen, aus einem johischen Kontext zurück.
00:16:02: Dass das immer mal so kommt und dass das ganz oft auch einfach gar nicht dieser große Aha-Moment ist, dass du denkst, oh jetzt breitet da irgendwann seine Sterndecke über dir aus und du siehst den Ursprung des Universums.
00:16:15: Also ich übertreibs jetzt ein bisschen, aber sondern dass es so kleine Aspekte sind, dass du plötzlich mal in einem Moment, in dem du nicht denkst, ein kleines Aha-Erlebnis hast.
00:16:24: Eher nur dein eigenes Sein spürst oder diese typischen Erfahrungen von All-Ein-Sein.
00:16:30: Also mit dieser Non-Dualität, dieser Nicht-Trennung von dem Rest.
00:16:35: Das sind ja zu tiefspirituelle Erfahrungen.
00:16:39: Dass es so kleine Momente sind, die aber dann nicht bleiben.
00:16:41: Es ist ja kein near-bitcher Samadhi, was wir da fahren.
00:16:44: Das ist ja mal so ein kleines Samapathie-Einblick.
00:16:50: Ich glaube, wenn man das mal checkt, dann sinkt auch so ein bisschen dieses Shriving.
00:16:57: Also dieses immer so volle Power nach vorne, weil muss, weil man merkt man es auf einem richtigen Weg und das entwickelt sich schon.
00:17:04: Und vielleicht, um es jetzt mal super jogisch auszudrücken, vielleicht braucht es halt noch eine Lebensschleife mehr.
00:17:09: Dann ist es halt nicht.
00:17:11: Ich habe zum Beispiel mal im jetzigen Leben habe ich nicht den Anspruch, die Budderschaft zu... reichen zu wollen, weil ich trage soziale Verantwortung.
00:17:18: Ich habe eine Frau, also nicht, dass ich für meine Frau Verantwortung trüge, aber ich habe mich ja gebunden und damit auch ein Statement gesetzt.
00:17:26: Ich habe eine Tochter, die ist vor siebenundzwanzig und die ist selbstständig und trotzdem braucht sie ein Papa.
00:17:31: Ich habe zwei entzückende Hunde, wir haben mittlerweile drei Katzen, das sind ja alles irgendwelche sozialen Verantwortung, die man trägt und sich denen einfach so ziehen, weil ich sage, jetzt mache ich einen auf Mr... komplett in die Buddhaschaft, abgesehen davon, ob ich das überhaupt erreichen kann, ob ich dazu die Willpower habe sozusagen, das ist ja vielleicht auch gar nicht unbedingt erstrebenswert.
00:17:55: Ich würde gerne mal, und ich mag aber vorher dir gerne noch natürlich das Wort zurückgeben, aber was hältst du denn davon?
00:18:01: Ich würde gerne mal so ein bisschen den jogischen Weg beleuchten, auch vielleicht in seiner historischen Entstehung, damit wir sehen, damit gerade diejenigen, die sich vielleicht nicht mit der Yoga-Historie beschäftigen, die jetzt zuhören, sehen, dass der Yoga da auch ganz viele Möglichkeiten bereithält und das auch nicht auf eine Form quetschten, sagt so Musto.
00:18:20: Weil du hast vorhin so schön gesagt, die alten ascetischen Yogis und dann dem Tantrat hat sich das verändert.
00:18:25: Hat sicher.
00:18:26: Und stehen es ja alle Wege
00:18:27: offen.
00:18:28: Ja, man kann sich es wählen, auch da, was einem gut tut.
00:18:33: Ja, das stimmt.
00:18:35: Also, genau weil so die alten Quellen des Yoga, wobei es ja gerade ganz spannend in der neueren Forschung... dass er so die ganz Ur-Ur-Ur-Jogi-Ursprünge ja eher so am Hindukusch sind und das auch schon eigentlich auch eher ein bisschen mehr, sag ich mal, sehr pauschal Richtung Tandra schon organisiert war auch, dass das ganz klar
00:18:58: war.
00:18:59: Total.
00:18:59: Wenig
00:18:59: Askese gab es sozusagen in den Ursprüngen, aber dann...
00:19:02: So wie so eine Renaissance später, die da kam.
00:19:04: Ja, genau.
00:19:05: Ja, das stimmt.
00:19:06: Dass die Yogis sich, dass dann wirklich diese indischen alten Yogis, die ja lange so als die Quelle des Yoga galten, auch sich das so einverleibt haben und aber auch wirklich so eher so diese Brahmanen oder diese Kastensystem auch da reingebracht haben.
00:19:22: Das ist eher so was... bis dann, sag ich mal, kämpferliches und eroperungsmäßiges geworden ist.
00:19:28: Und vor allem eben auch wirklich in dieser, ja, schon Idee.
00:19:32: Es ist als Käse, die Brahmanen sozusagen ihnen obliegt, das Studium der Schriften und die Praxis und so weiter.
00:19:40: Und das war natürlich auch, man kennt ja immer noch so Abbildungen.
00:19:43: In Indien kennt man ja, es ist ja immer noch ganz viel so gelebt auch.
00:19:46: Man sitzt da irgendwie, wie lange musste man immer in die Höhle, zwölf Jahre oder so, auch wenn man sich die Mahabharata oder so mal anguckt.
00:19:53: Dieses Wahnsinnswerk da hier, dieses Vielstündige, ist immer die Verbannung.
00:19:58: Und man ist irgendwie von der Meditation abgehalten durch so lästige Bedürfnisse wie ich muss schlafen, ich muss essen, ich muss was trinken oder ja.
00:20:20: Also das ist ja wirklich so.
00:20:21: dieses, eigentlich verrückt ja, das ist also wirklich ja eigentlich diese alte, altindische, ganz esketische Tradition, die ja auch wirklich null als Lebensbejahn bezeichnet wird.
00:20:34: Also da kommt vielleicht das auch manchmal noch her, dass man heutzutage denkt, also begegnet mir auch immer mal wieder, dass so Spiritualität oder gelebte Spiritualität ist, was fast so in elitären Kreisen fernab des normalen Lebens stattfindet.
00:20:51: Das bedauere ich immer ein bisschen.
00:20:52: Absolut.
00:20:53: Oder ja, hat auch alles so seine Daseinsberechtigung, aber... Ja, und dann, Gott sei Dank, hat ein bisschen gedauert.
00:21:01: Und dann kamen die Tanträger ins Spiel.
00:21:06: Willst du weiter machen?
00:21:06: Es ist eine lustige Entwicklung, die aufzeichnet.
00:21:08: Du hast ja vollkommen gesagt, die Urquelle ist ja die Frage nach der Sinnhaftigkeit.
00:21:12: Also die Frage ist ja immer, das Leben gibt uns, wenn wir im Leben gewisse Parameter wiedererkennen als Stimmig, als Konstant.
00:21:21: Dann gibt uns das halt, gibt uns das Sicherheit.
00:21:23: Später die erste Schwelle, die spätestens kommt, ist, wenn jemand stirbt, wenn jemand geht.
00:21:28: Du weißt nicht, was hinter dieser Schwelle kommt.
00:21:30: Also kommt da das erste Mal Unsicherheit auf.
00:21:33: Diese Unsicherheit hat im Yoga später um das Jahr Null herum einen Namen.
00:21:37: Das heißt Abhinivisha.
00:21:38: Also die Angst letztendlich von dem Unbekannten wird häufig übersetzt als die Angst vor dem Tod.
00:21:42: Aber es ist eigentlich die Angst vor dem, was du nicht kennst.
00:21:46: Neues Terrain betreten.
00:21:48: Aber diese Frage nach dem Sinn, wer bin ich, was gibt mir halt, warum bin ich hier, was man auftragt, wo komme ich her, die wir uns alle als Kinder mal gestellt haben, das ist zutiefst spirituell, finde ich.
00:21:59: Also das ist einfach eine Frage nach dem Ursprung, nach dem Warum, nach dem wohin, nach dem, wer bin ich denn eigentlich?
00:22:06: Was ist meine Quelle?
00:22:08: Und diese Frage hat ja in allen Bereichen der Erdern der Welt, in allen religiösen oder philosophischen oder mystischen Systemen, die Menschen umgetrieben, immer, weil die Menschen sind ja in ihrem Denken erstmal grundlegend sehr ähnlich.
00:22:24: Und du sagst, sie waren sehr frei und das waren sie, bis die Einwanderung der Aria kam.
00:22:29: Also man muss ja zur indischen Entwicklung wissen.
00:22:32: dass ich mach's mal groß auf im nordindischen Bereich, unterhalb des Himalaya und bis zum Himalaya, so diese Wiege dessen war, was wir heute jogern nennen.
00:22:40: Und es gibt aus dem Jahr drei Tausend Fünfhundert vor Christus, also vor Fünftausend Fünfhundert Jahren schon Skulpturen, die Menschen im Meditativ oder scheinbar meditativer Versenkungen sehen.
00:22:51: Also wirklich offenkundig, ich suche die Antwort halt in mir und nicht dem Außen.
00:22:58: Wenn ich mir die Frage stelle, wer bin ich, ist das gar nicht so unsinnig, nach ihnen zu gucken, wenn es um mich geht.
00:23:03: Sondern kommen irgendwann die Arya und dann gibt es, ich mache es ganz kurz, die bringen quasi diese theistische Gottesvorstellung mit.
00:23:11: Das machen die ja die.
00:23:12: Also in Indien sind ja die Gottesvorstellung Flüsse, Seen, Berge, Tiere etc.
00:23:18: Der Wind, das Feuer, die Sonne, der Mond.
00:23:20: Also man hat Naturgörter, man ist viel mystischer angelegt.
00:23:23: Und diese theistische Sicht, die bringen ja die Arya mit, die bringen auch das Sanskrit mit, die bringen die Schrift mit.
00:23:28: Also diese Form von Schrift.
00:23:30: Das Sanskrit ist Devanagari oder Devanagri.
00:23:33: Und die bringen deshalb auf Dauer auch die Pramanenkaste, die Kriegerkasten, dann entsteht dieses Kastensystem.
00:23:40: Man sieht ja gut, dass unter dieser, in dieser wedischen Epoche, die daraus entsteht, zu tausendfünfhundert Vorkreistos bis neunhundert Vorkreistos ist Pramanismus.
00:23:48: ein so großer ritueller und religiös geprägter Druck entsteht, dass daraus wirklich diese Idee entwächst, dass Askese und Askese, diese Worttapas zum Beispiel, Enthaltsamkeit, Askese, Zurückhaltung, hat ja ganz viele Ebenen über die geschichtliche Prägung hindurch.
00:24:07: Und wenn wir das so alt lesen, heißt es ja wirklich, den Körper überwinden.
00:24:12: und auf so wenig zu reduzieren, wie es geht, wenn man den Körper lange Zeit als Last angesehen hat.
00:24:17: Das ist dieses religiöse Diktat, was den Menschen quasi verboten hat, bloß auf eigene Sinnessuche zu gehen, wo er hätte das Kassensystem zerstören können.
00:24:26: Hat sich auch jahrhunderte lang wunderbar stabil gehalten.
00:24:29: Also man versuchte wirklich den Körper zu überwinden und da war wirklich, das war du kapur, leid pur.
00:24:35: Da war das Leben quasi nach dem Motto, bist fast schon gefangen, diesen Körper.
00:24:41: Da denke ich an Ablassbriefe, an Luther.
00:24:43: Das war bei den Prämanen genau das Gleiche über Arbeit.
00:24:46: Lange Rede, kurzer Sinn.
00:24:48: Und dann merken wir auch immer, wie immer auf der Welt, wenn es eine Zeit lang nicht so gut läuft, dann kommen Leute, die sagen, ja, und die so doll ist das ja nicht.
00:24:55: Und dann kommen so Querdenker und Philosophen.
00:24:57: Der erste z.B.
00:24:58: Kappelar mit der Schamkakarika, der wiederum den Grundstein legt für Ideendenker wie Buddha, Siddhartha Gautama.
00:25:06: Und die haben ja sich das erste Mal die Frage gestellt.
00:25:09: Und das war jetzt eine neue Form der nicht mehr so sehr religiös geprägten Spiritualität.
00:25:15: Tja, wo kommt denn das Leid eigentlich her?
00:25:18: Ist es wirklich das Leid von den Göttern oder liegt es vielleicht an unserer Lebenseinstellung, an unserer Lebensführung?
00:25:24: Da gab es das innere Organ, Hamkara, Manas und Budi.
00:25:30: Also das ist ein sehr interessantes Konstrukt, was modern schon mit Wahrnehmungsebenen dielt.
00:25:36: Und dann kommt Buddha.
00:25:37: Und Buddha ist der erste, der jetzt eigentlich so ein Lösungsweg reinbringt, der es ja komplett in die Yoga-Historie reingebracht hat.
00:25:43: Und bei Buddha sind wir das erste Mal ja auch, das ist immer noch so ein bisschen, die Buddhisten sind mir, also ich bin selbst so ein, ich bin kein Buddhist im Sinne von, ich schreibe mich nicht gerne fest, aber ich bin dem Buddhismus sehr, sehr, sehr, sehr nahe.
00:25:59: Das Einzige war sich an manchen buddhistischen Formen, nicht an allen, an manchen.
00:26:04: gerade am Maianer manchmal ein bisschen zu schwierig finden, die sind mir manchmal zu schwer und zu Spaß befreit.
00:26:09: Das wird alles zu sehr über den Kopf gezogen, sonst sind hier nicht alle Strömungen, aber da ist ja jetzt das erste Mal schon ein Weg aufgezeichnet.
00:26:16: Dieser Weg, der ist ja im Yoga Sutra drin, ist ja in der Klasen Yoga Philosophie.
00:26:20: Und wenn wir jetzt beschreiben würden, was ist jetzt Spiritualität, geht es ja um eine Entwicklung.
00:26:28: Also was kann ich tun, mich als Mensch zu entwickeln?
00:26:31: Gibt es ja ganz konkrete Schritte.
00:26:32: Kümmer vielleicht.
00:26:34: gleich ausführen, weil noch passt es ja nicht ins Bild.
00:26:37: Und aus diesem Übernehmen von spiritueller Selbstverantwortlichkeit, jetzt auch aus der Reihenreligiosität raustritt, eher in der Sinnesuche, Sinnhaftigkeit, Lebensgestaltung, Welt hinterfragen, Welt, Sicht hinterfragen, sich selbst hinterfragen, Egoanteile hinterfragen, Wesensanteile.
00:26:58: Daraus entwickelt sich erst noch mit vielen, vielen anderen Dingen, da kommt noch Ayurveda rein und Co.
00:27:04: Aber daraus entwickelt sich erst das Tantra.
00:27:06: Da kommt noch die Gitarrein, also diese ganze Idee von Bagti, von Dienen, von noch mehr Altruismus, die den Karma-Gedanknummer komplett umwirft, der am Anfang auch ein ganz anderer ist.
00:27:18: Aber daraus entwickelt sich ja das Tantra.
00:27:19: Und das Tantra ist ja eigentlich die Quintessenz einer Entwicklung.
00:27:22: Also das Tantra wäre nicht entstanden, wären die Konstrukte vorher alle perfekt gewesen.
00:27:27: Und weil sie offenkundig nicht perfekt waren, finde ich dürfen alle, die jetzt zuhören, Auch eine moderne und allumfassende Idee im Yoga, was Spiritualität angeht, darin sehen.
00:27:41: Das im Tantra gibt es einen wichtigen Begriff, Yoga-Boga.
00:27:43: Und Boga ist die Freude, dass das Freude machen darf, dass man Spaß haben darf an Sangha, an Kuhle, an Community, dass man Mensch sein darf und dass man sich auch in seiner Fleisch geworden sein hat.
00:27:59: Kunstwort, dass man sich da auch akzeptieren darf und muss.
00:28:04: Ich wollte es nur so ein bisschen umreißen, weil du es eben so wunderschön angeschnitten hast.
00:28:08: Ich finde, Spiretalität ist überhaupt nichts, was uns einengt.
00:28:12: A. Es ist überhaupt nichts, was uns vom Spaß und unserem Mensch dann entkoppeln muss.
00:28:18: B. Und vor allem ist es nichts aus meiner Sicht, was nur dann funktioniert, wenn wir uns von der Welt entkoppeln, sondern im Gegenteil, es funktioniert nur innerhalb.
00:28:28: der Welt und innerhalb des Lebens.
00:28:31: Und ich finde es immer Schlusssatz von meinem langen Monolog.
00:28:34: Es ist immer leicht, sich vier Wochen ins Arschramm zurückzuziehen.
00:28:37: So, da war alles so doll.
00:28:39: Aber geh mal vier Jahre ins Arschramm, tu nimmst deine Päckchen mit, dann hast du die gleichen Probleme.
00:28:44: Und insofern, ich glaube, wir können immer nur der Prüfstein, wie weit wir spirituell gedient sind, ist das Leben.
00:28:53: Und wenn du halt weniger ausflippst und mehr Ruhe und mehr Zuversicht empfindest in einem hektischen Leben und ich empfinde es gerade das ziemlich teilweise auch betrohlich da draußen.
00:29:04: Ich glaube, dann hast du einen ganz guten Job
00:29:05: gemacht.
00:29:06: Absolut.
00:29:07: Und vielleicht auch noch mal, also ganz schön.
00:29:10: Und auch noch mal von so Schakrasicht her sind wir auch wieder bei dem, was wir auch, hätten wir auch in Einwand unseren Podcast schon angesprochen, dass es eigentlich heutzutage wirklich mehr Stabilität braucht.
00:29:22: Und Sicherheit.
00:29:23: Und da ist man auch beim Wurzelschakra.
00:29:24: Und das Käse ist einfach auch ein bisschen, wenn man das so sagen will, ein Feind des Wurzelschakras.
00:29:31: Also ich glaube auch, das ist vielleicht auch noch mal eine schöne Nuance von Spiritualität, die oft falsch verstanden ist, weil ich glaube, also zumindest sage ich das immer auch an meinen Schülern, weil ich da zutiefst, an Schülerinnen zutiefst überzeugt bin, dass auch... wirklich gerade auch so, wenn jemand sehr auf dem Yoga-Weg unterwegs ist.
00:29:49: Ich sage immer gerne auch, es ist zutiefspirituell, sich auch um sein Auskommen zu kümmern in der Welt.
00:29:57: Also, dass man sozusagen mit allem, was man tut, sinnsuchend und unterrichtend, dass man wirklich auch einfach ein gutes Wurzelschakra hat oder vielleicht auch einfach ein Schlüssel, der zur eigenen Wohnung passt.
00:30:11: Und dass man sich irgendwie keine Sorgen machen muss täglich, um kann ich mir jetzt irgendwie mein Essen noch leisten oder wie auch immer, da immer auf dem letzten Piff auf unterwegs zu sein.
00:30:24: Also ich finde auch tatsächlich... hat vielleicht immer so das Wurzelschakra hat auch nicht immer so eine gute Publicity in der spirituellen Welt.
00:30:31: vielleicht.
00:30:32: aber auch das ist für mich zutiefst ein Thema des Wurzelschakras wenn es darum geht sozusagen uns uns eine stabile Basis auch zu schaffen.
00:30:43: also nicht im Sinne von ich häufe Reichtum an und das ist ja
00:30:46: schon ein paar Regraha vorbei.
00:30:49: Genau.
00:30:51: Ich finde es ein ganz wichtigen Punkt, den du anschnallest, weil Wurzelschakra ist.
00:30:55: also Ich übersetze es mal Thema Sicherheit und Stabilität und Vertrauen.
00:31:01: Es gibt ein paar Leute, die haben das.
00:31:03: Aber es gibt viele, viele, die müssen das erst entwickeln.
00:31:05: Und wenn ich auf so einem, nenne ich mal, spirituellen Pfad, der mit der Sinnhaftigkeit sich des Lebens befasst, bewege und befinde, klammer auf, ich glaube, da sind wir alle, auch wenn wir es vielleicht manchmal nicht immer wahrnehmen, aber ... kann ich später gern was dazu sagen.
00:31:21: Eines Tages wird sich jeder diese Frage stellen.
00:31:23: Spätestens vor allem ein Ableben wird sich der ein oder anderen dann doch noch Gedanken machen.
00:31:28: Dann braucht es, um sich entwickeln zu können, erst mal eine stabile Basis.
00:31:33: Und wenn wir entwickelt sind, wenn wir vielleicht merken, dass wir von gewissen Faktoren, von dem wir uns vorher geglaubt haben, in Abhängigkeit zu bewegen, überzeugt sind, dass die auch da sind.
00:31:45: Dann kann man auch letzten Endes, da muss man da unten nicht mehr so viel Arbeit reinstecken, ist Thema Sicherheit.
00:31:50: Aber dann ist die ja da.
00:31:52: Aber jetzt jemand irgendwie, ich sag mal, nur luftig werden zu lassen, du brauchst halt auch den Halt auf den Boden.
00:31:59: Osho hat mal, fällt mir gerade ein, Osho hat mal einen Super, man mag ja zu ihm stehen, wie man möchte, bei einem intelligenten Mensch.
00:32:05: Viele, viele intelligente Dinge gesagt.
00:32:08: Und Osho hat mal gesagt, wir sind in unseren unteren Dreischackern wie Tiere.
00:32:14: in unseren oberen Treißchakern wie die Götter und nur in unseren Herzschakern Menschen.
00:32:19: Und ich mag dieses Bild, weil es so zeigt, dass wir zu allem dazugehören, aber vielleicht als Mensch über die Art von Empathie mit Gefühl, liebender Güte und daran entwickeln können, verfügen und so ein bisschen auch entscheiden zu können, aber wir brauchen diese Erdung.
00:32:35: Und das ist halt quatsch zu glauben, wir bräuchten ihn nicht.
00:32:38: Also wir haben das Bedürfnis nach Sicherheit, das ist ein Grundbedürfnis.
00:32:43: Und vielleicht auch wirklich, wie du sagst, einfach die Basis auch für Entwicklung wird auch immer das so ganz schön, dass wirklich die unteren drei Schakren arbeiten, nach oben hin dem Herz zu und die oberen drei Schakren sollte man auch nach unten sinken lassen sozusagen ins Herz.
00:32:59: Also das ist so in meiner Erfahrung auch damit in der Praxis ist für mich wirklich auch der absolute Kern.
00:33:08: Ich habe gerade zwei Ideen.
00:33:09: Einer Idee, wir machen demnächst ein Podcast über die Chakran, weil damit beschäftigt mich auch, will ich übersetzen, sie gerne so in eher psychologisches Sphären und du hast eben was gesagt, was ich einfach mal so los werden muss in diesem Podcast, weil ich glaube, dass häufig ein Widerspruch daran gesehen wird, sich auf spirituellen Faden zu bewegen und gleichzeitig Geld zu verdienen.
00:33:35: Und Geld ist halt einfach eine Notwendigkeit.
00:33:39: Wegen uns nicht mehr im Zeitalter das Tauschhandels.
00:33:43: Der Gurukuhl.
00:33:44: Das Gurukuhlsystem war ja immer und ist noch so in Indien.
00:33:49: Lehrer kriegt von Schüler kein Geld.
00:33:53: Aber Schüler macht den Lifetime-Pakt.
00:33:57: Wie so eine Lifetime-Nambership.
00:33:58: Die wird keiner bei mir unterschreiben.
00:34:01: Wie so ein Lebenspakt für seinen Guru zu sorgen.
00:34:06: und Pflege anbelangt.
00:34:07: Also es ist die Pflegeversicherung und die Krankenversicherung alles in einem.
00:34:12: Und das muss man, das ist, man würde das hier Geldwertenvorteil nennen.
00:34:15: Ja?
00:34:16: Blöder, blöder Begriff.
00:34:18: Aber das darf man nicht vergessen.
00:34:20: Also ich mein, ich habe zum Beispiel ein Joghastudio, groß oder klein, das ist immer im Auge des Betrachters.
00:34:27: Aber nehme ich kein Geld für meine Leistung, dann könnte ich meine Angestellten nicht bezahlen.
00:34:35: Also ich hab noch mal angestellt, ich hab Miete, ich hab Steuern, also es sind einfach so viele Ausgaben.
00:34:42: Das fließt ja gar nicht immer an denjenigen, der es einnimmt.
00:34:45: Und by the way, der darf ja auch noch leben.
00:34:49: Und er soll ja auch gut leben.
00:34:50: Also na, wir wollen ja auch aus dem Vollen schöpfen.
00:34:53: Das heißt ja nicht, dass ich mir jetzt jeden Abend keine Ahnung... Ein Dreigängemenü, Reimpfeife.
00:35:01: Aber es geht ja einfach darum, das ist ja vollkommen legitim.
00:35:05: Und da habe ich manchmal das Gefühl, dass, weil man vielleicht den Wert dessen, was man auch da bekommt, nicht so klar greifen kann.
00:35:12: Es ist halt keine Rolex.
00:35:15: Es lässt sich nicht so gut greifen, was das ist.
00:35:19: Dass man dann vielleicht auch weniger geneigt ist, die Preise, die man aufrufen
00:35:22: muss,
00:35:23: dann vielleicht als... ... als Kundekundin bezahlen zu wollen.
00:35:27: Und dann wird manchmal so debattiert, ... ... nach der Motto ja, ... ... das ist alles so teuer, ... ... die Yoga-Welt ist so eine elitäre Welt, ... ... gebe ich vielen recht, ... ... weil die Mieten so teuer sind.
00:35:38: Und weil wir mittlerweile ein Mindestlohn haben, ... ... der nur gerecht so hoch ist.
00:35:42: Und weil ich zum Beispiel meine Leute auch angemessen ... ... bezahlen möchte.
00:35:47: Und es ist ja klar, ist das zu hoch, aber ... weil halt alles zu hoch ist.
00:35:52: Und ich möchte da nun mal so ein bisschen auch eine Brücke und eine Lanze für uns brechen, alle, die in diesem Bereich bewegen.
00:35:59: Ich glaube, es ist vollkommen legitim.
00:36:01: Es gibt natürlich auch einen Bereich, und da kann ich die wiederum alle verstehen.
00:36:05: Wir bewegen uns in einem Bereich, haben wir gerade schon gemerkt, der Deal mit Ethik, mit Moral.
00:36:10: Und ich kenne halt auch ein paar, ich möchte jetzt nicht sagen viele, aber es gibt natürlich überall schwarze Schafe.
00:36:18: Das sind so die Moralprediger.
00:36:21: machen aber was ganz anderes.
00:36:23: Und ich glaube, dass diese wenigen, die halt quasi Wasser, Predigen und Wein trinken, dass die natürlich auch ehemaleren Menschen, und ich glaube, die absolute Majorität ist sehr ehemal, und meint es sehr gut, so ein bisschen den Rufstreitig machen.
00:36:39: Also, dass nur so für alle, die zuhören und vielleicht da eine ähnliche Meinung haben, so aus der Perspektive auch eines einer Studiebetreibers.
00:36:48: Ja, absolut.
00:36:49: Da kann ich ja voll antworten auch mit dem neunzehnten Studio Geburtstag.
00:36:54: Letzte Woche.
00:36:57: Man ist ja da auch eingebettet in Verantwortung und ein System.
00:37:00: Und den Staat, den deutschen Staat.
00:37:02: Also auch das ist ja letzten Endes auch ein Agreement für... Umverteilung und es geht allen gut.
00:37:09: Wir können dann andere Dinge auch bedienen.
00:37:11: Ja, absolut.
00:37:12: Und ich wollte auch sagen, die spirituellen Egos sind meistens auch die schlimmsten.
00:37:16: Das ist leider so.
00:37:17: Ich weiß nicht, ob man dann sich selber auch nicht mehr hinterfragt, wenn man meint, auf einem G-Level angekommen zu sein.
00:37:23: Also da, genau, das braucht auch große Obacht.
00:37:26: Das
00:37:26: ist eine tolle Brücke.
00:37:28: Das ist eine tolle Brücke, weil ich glaube, es ist eine tolle Brücke zu gucken.
00:37:32: Noch mal zum Kernthema.
00:37:33: Was ist noch aus der johischen Sicht?
00:37:34: Spiritualität.
00:37:35: Du hast eine Superbrücke geschlagen, gerade, finde ich, diese spirituelle Ego.
00:37:40: Weil es gibt im Yogajahn Begriff, der nennt sich Transzendenz.
00:37:44: Und es geht ja alles auf eine Idee zurück.
00:37:46: Also die Idee, die spirituelle Präambel ist ja quasi, dass das, wofür wir uns halten, die Verwechslung ist zwischen Ich muss es mal auf Deutsch übersetzen, dem Glauben an die Geschichte, die wir uns über uns erzählen und dem, was wir wirklich sind.
00:38:09: Der Yoga ist in sofern schon, oder das Weltbild, so tiefspirituell, was dass wir sagen können, okay, das, was wir sind, schon immer waren, immer sein werden, über dieses Leben hinaus, ist das, was wir Atman nennen, oder Podosha.
00:38:26: Bewusstsein.
00:38:27: Dieses Bewusstsein ist aber nicht gekoppelt an einer Identität, sondern diese Identität ist vereinfacht gesagt, das Zusammenziehen unserer gelebten Erinnerung, unserer Historie, die wir zu einem Klumpen quasi mal irgendwann zusammengefremelt haben.
00:38:45: Deshalb erklärt sich auch aus dem Wort Karma, dass wir nicht von Anfang an Mensch gewesen sein können nach dieser yogischen Erklärung, sondern es quasi sich langsam zusammengezogen hat.
00:38:54: Also wir gehen quasi vereinfacht gesagt eine Identifikation mit dem ein, was wir glauben zu sein, mit unserer Identität, einem Ich-Konzept.
00:39:03: Dieses Konzept ist nicht entitärt.
00:39:06: Das heißt, es ist nicht aus sich selbst herausbestehend und es ist vor allem unterliegt es der Veränderlichkeit der Dinge.
00:39:14: Es verändert sich.
00:39:16: Es ist nie konsistent.
00:39:18: Wir nehmen uns als konsistent wahr, aber wir sind nicht konsistent, sondern verändern uns mit jeder Erfahrung, die wir im Leben machen.
00:39:25: Und um diesen, spätestens wenn wir den Körper eines Tages verlassen, das wir alle müssen, geht nach yogischem Glauben, nach dieser hinduistischen Philosophie, dann dieses identitäre Denken verloren, weil dieses Aufbewahrungs... Gefäß einfach nicht mehr besteht und auch die Identifikation in den Körper dann nicht mehr da ist.
00:39:46: Also gehen wir quasi in so eine Art Urbewusstsein zurück.
00:39:52: Tragen aber sozusagen Erinnerungskern in uns.
00:39:55: Müssen wir uns nicht weiter auftrösen.
00:39:56: Aber nur um zu zeigen, wo es hingeht, das heißt, die Idee ist ja ohnehin, dass wir uns schichtweise und ich sage bewusst schichtweise, weil die Frage ist ja, welches Ziel setze ich mir für mein Leben, wo bin ich gerade, dass wir uns zumindest mal bewusst machen.
00:40:13: Das kann, glaube ich, jetzt jeder und jede Nachvollziehen, dass wir verschiedene Persönlichkeitseinteile haben, Thema Freiheit vom letzten Mal und wir uns von einigen Unliebsamen durchaus verabschieden können.
00:40:29: Und das wäre Der spirituelle Ansatz, der in der Yoga Philosophie unten drunter ist, nämlich, dass wir zum Wohle der Allgemeinheit, zum Wohle unserer selbst und zum Wohle anderer und nicht nur Menschen, sondern alle, was da kreucht, dann fleucht, mit denen wir diesen Planeten teilen, einen Lebensstil entwickeln, der entkoppelt ist von der Idee, wie sind die wichtigsten?
00:40:52: und selbst für Sorge ist das Wichtigste.
00:40:56: Und insofern bedeutet es eigentlich zu transzendieren.
00:40:59: Und zu transzendieren, wir wollen ja nicht gleich alles transzendieren, es hat Buddha gemacht, sondern wir wollen erst einmal gucken, dass wir persönlich ganz an Teile in uns aufdecken.
00:41:09: Also sie erfahren, deshalb muss das Thema Akzeptanz da rein.
00:41:13: Und wenn wir unliebsame Persönlichkeitsandere entdecken, dann machen wir gerne die Augen zu sagen, habe ich nicht.
00:41:18: Sozialklappenprinzip, sondern wir brauchen eine gewisse Akzeptanz diesen Anteilen gegenüber, um überhaupt mit ihnen transcendieren arbeiten zu können.
00:41:25: Also um die Frage zu stellen, welchen Zweck dienen die, wie viel brauche ich davon, kann ich das noch anders sehen.
00:41:31: Und da sehen wir schon, dass diese spirituelle Arbeit ein echter Weg ist.
00:41:35: Das ist echt Aufgabe.
00:41:37: Und Buddha hat dafür ja einen ganz, ganz tollen Weg entwickelt.
00:41:42: Und zwar hat Buddha die vier eden Wahrheiten postuliert.
00:41:46: Die erste edle Wahrheit, das Leben bedeutet immer wieder Leid zu begegnen.
00:41:52: Ich formuliere es gleich mal ein bisschen auf Deutsch.
00:41:54: Und dieses Leid hat drei Ebenen.
00:41:57: Das Leid des Leidens, nämlich die Tatsache, dass wir alt werden, dass wir geprächtlich werden, dass wir krank werden, dass wir Schmerzen haben werden, dass wir eines Tages schmerzen werden.
00:42:06: Und diesen Leid kannst du nicht entgehen.
00:42:08: Das heißt, du kannst mit dem Leid nur einen anderen inneren Umgang pflegen.
00:42:11: Du kannst nur in die Akzeptanz.
00:42:13: Zweite, das Leid der Veränderlichkeit der Dinge.
00:42:16: Wir versuchen gerne festzuhalten an geglaubten beständigen Größen, die natürlich in einer sich verändernen Welt nie konstant sind und deshalb wird dieses Festhalten ein zu starker Konservativismus, auf welcher eben noch immer, immer bedingen, dass er irgendwann einfach nicht mehr in die Zeit passt, weil sich die Zeit verändert.
00:42:36: Also festhalten an die Dinge geht nicht, deshalb kann es nie ein Ziel geben, an dem alles gut wäre, sondern es kann nur Ziel sein, sich so unabhängig davon zu machen, weil egomäßig so frei, dass du mit der Veränderung mitfließen kannst.
00:42:51: Und das dritte Leid, oder dritte Form von Leid, ist das Leid der Bedingteid.
00:42:55: Also, dass wir in unserem Kopf durch unser Denken, und das immer am Punkt, wo die Arbeit ansetzt, eigentlich die Bedingung erst schaffen für die Entstörung von Leid.
00:43:04: Dadurch, dass wir die Dinge nachdenken, Kopfkino.
00:43:06: Ich ruf meine Frau nicht an, die ist gerade in Italien, oder ich ruf sie an, sie geht nicht ran.
00:43:11: Ähm, ruf ich ja zehn Minuten später noch mal an.
00:43:13: Sie geht immer noch nicht ran, fange schon an, mich im Kopf zu drehen.
00:43:16: Das Handy könnte aus sein, sie könnte einfach eingeschlafen sein auf der Couch, könnte leise sein, irgendwo liegen, sie macht gerade irgendwas anders, was auch immer.
00:43:25: Aber ich kann mir ja ganz viele multiple Szenarien erstellen.
00:43:28: Wir wissen alle, zu was die in unserem Kopf werden.
00:43:32: Und diese inneren Bedingungen, ja, also Leben ist Leid, erste Präambel, zweite, für das Leid gibt's.
00:43:40: gibt es Gründe.
00:43:41: Und die haben Gründe.
00:43:42: Und der erste Grund ist Avidya, die Unwissenheit um das, was wirklich sind.
00:43:47: Und jetzt möchte ich es nochmal andersrum sagen, wir müssen ja nicht in die ganze Transzendenz gehen, sondern der Glaube daran, dass wir so, wie wir sind, halt sind und nicht veränderlich sein.
00:43:58: Macht es ja auch ziemlich einfach.
00:44:00: Also ein spiritueller Weg hat ganz viel mit inneren, unliebsamen Anteilen begegnen zu tun.
00:44:06: Es ist ganz schön anspruchsvoll, anstrengend.
00:44:09: Und daraus entwachsen immer zwei Energien.
00:44:10: Und da kann sich jeder, der zuhört, mal die Frage stellen.
00:44:13: Es gibt immer die zwei Energien.
00:44:14: Also, Alvidia ist die Grundwurz, lauft später im Yoga.
00:44:17: Und die zwei daraus erwachsenen Energien ist immer Ragan Dwecher.
00:44:21: Und Raga ist die Energie der Anhaftung, übersetzt das Gier.
00:44:24: Also, wenn ich glaube, irgendwas macht mich besser, sorgt dafür, dass es mir besser geht, dass ich mich leichter glücklich sein kann, dann... Aber dich darauf zu, dann hafte ich anderen will ich das haben.
00:44:36: Und als anderes tue ich schon.
00:44:37: Es wird häufig als Hass übersetzt, aber dweck heißt zwei.
00:44:40: Also die Energie der Entzweierung des Abstandnehmens von vermeintlich unliebsamen Dingen.
00:44:46: Und dann sagt er, okay, er löschen die Ursachen und ist das Leid und so weiter.
00:44:50: Aber das zeigt uns ja, dass wir die Wahlfreiheit haben über unser Denken.
00:44:55: Und jetzt komme ich zur Askese und da möchte ich den Bogen nämlich hinspannen.
00:44:59: Deshalb bedeutet das Kese nicht.
00:45:01: dass wir allem entsagen müssen.
00:45:03: Es wäre weit übers Ziel rausgeschossen.
00:45:06: Sondern als Käse könnte ihr erst mal bedeuten, sich die Frage zu stellen, wem oder was hafte ich denn per se am meisten an?
00:45:14: und ist das wirklich so wichtig?
00:45:16: Ist das so universell?
00:45:18: Und von wem oder was distanziere ich mich ganz schnell?
00:45:22: Und das sind beides Aussagen über mich und mein Wertesystem, meine Glaubenssätze.
00:45:26: Und an den kann ich arbeiten.
00:45:28: Und da sind wir... an spiritueller Arbeit.
00:45:31: Das ist das, wie ich auch den Yoga-Weg verstehe.
00:45:34: Das ist ein Weg, der mit zwei Jahren, mit selbst Schau dient, auch mit Tapas, mit bewusstem, sinnvollen Entsagen.
00:45:43: Aber da muss man auch erst mal gucken, wem er der Wasser entsage ich.
00:45:48: Das ist ja nicht bei uns allen gleich.
00:45:51: Ja, ist ganz schön.
00:45:52: Als du das eben gesprochen hast, ist mir auch nochmal so Ayurveda ganz toll in den Sinn gekommen über die Gunas, weil die Aussage eigentlich die gleiche ist, noch mal vielleicht in einem anderen Bild gegeben, weil auch also im Endeffekt kann man ja auch Spiritualität auch in einem, also anders ausgeholt.
00:46:09: Die Gunas sind ja unsere mentalen Qualitäten und wir haben... Satva, Racas und Tamas und Satva ist ja eigentlich also der Weg zu Satva zu wirklich so einem friedvollen ruhigen Mind oder Mindset.
00:46:24: vielleicht, wie man heutzutage auch sagt, ist ja die Yoga Praxis, also die... Yoga-Praxis im weitesten Sinne sind ja weder die Werkzeuge zu satt war, also zumindest auch sieht das Ayurveda so, es gibt uns die Psychologie des Ayurvedes ist gleich Yoga.
00:46:40: Und auch Radjas würde die Entsprechung sein zu Raga, zu ganz viel begegierten Wünsche, die mir auch immer wieder eine innere Unruhe schaffen und auch mich den Sinne schon auch verzetteln und eben immer wieder von diesem lieb vollen Qualität wieder rausziehen, wie auch immer, ob das ist, man muss ganz viel arbeiten, ganz viel Geld verdienen, um seine ganzen Wünsche zu erfüllen oder natürlich auch viel, viel feiner in Wunsch um Anerkennung oder wo wir absolut freiheitspodcast viel unterwegs waren.
00:47:15: Und Tamas wäre eigentlich die Entsprechung so von Tvecha, von Vermeidung.
00:47:20: So was Dumpfes nicht haben wollen, sich da rauszuziehen in dem Cinema.
00:47:24: Das ist ganz lustig, weil es gibt in Indien die Trimurti, also die Trinität der drei Hauptkötter.
00:47:30: Es gibt ja viel mehr, aber klasse Shiva, Brahma und Wichno.
00:47:36: Shiva ist dem Tamas Guna zugeordnet, obwohl er eigentlich so heißer ist, weil Tamas wirklich auch diesem zerstörerischen Duesha-Akt zugeordnet ist.
00:47:49: Derjenige, der immer wieder inkarniert, also Vishnu in Form von Krishna, ist der bekannteste.
00:47:56: Oder alle, die Yoga machen Kurma, gehen nur die meisten nicht als Vishnu inkarniert, wahrscheinlich.
00:48:00: Aber kennen aber Kurmasana, vielleicht steht Kröte.
00:48:03: Das ist so der Satva-Anteil, weil der halt, also Brahma hat geschaffen, aber der ist fertig, weil der halt immer wieder für die Stabilität und den Gleichklang sorgt.
00:48:13: Der interveniert quasi immer wieder, damit die Welt nicht aus den Fugen gerät.
00:48:19: Also, das Schöne ist so, das zieht sich so diese ganze Yoga-Philosophie von vorne bis hinten überall.
00:48:27: Die ist so reichhaltig und so unterschiedlich und doch wieder so geeint.
00:48:32: Man findet nur die gleichen Aspekte unter ganz vielen verschiedenen Namen.
00:48:36: Mal im grünen Kostüm, mal im roten Kostüm, mal mit Franzen, mal mit Hut, so ungefähr.
00:48:42: Auch ich war Rhabanidhana ist ja auch... Also, vielleicht zeugt man das hier nochmal mal kurz einwerfen.
00:48:50: Ja, bitte, bitte, bitte, gebreiten.
00:48:52: Ja, also wirklich, ich finde das immer ganz spannend auch.
00:48:56: hat ja auch tausendelei Übersetzungen.
00:48:58: Also Hingabe an etwas, was größer ist als wir.
00:49:00: Hingabe an das Göttliche selbst wäre vielleicht so die näheste Übersetzung, die man finden kann aus dem Sandskritt oder ja, was du auch verwendest.
00:49:09: Und das finde ich immer ganz schön, wie auch, also auch gerade bei dem Thema Hingabe.
00:49:14: Ich finde, das ist auch... Also für uns hier in der westlichen Welt ist das glaube ich gar nicht so mit dem Herzen zu erfassen, was das wirklich auch, sag ich mal, in den Ursprungsländern des Yoga, also wenn man das sieht, ich liebe das auch oder wir lieben das auch immer sehr zu reisen, da wirklich in Richtung Südostasien ist so ein bisschen so unser Kontext.
00:49:35: Das ist für mich also wirklich immer Mischung aus Gänsehaut oder wirklich Rührungstränen, wenn man das manchmal sieht, wie hingebungsvoll da Vituelle gemacht werden oder auch bestimmte Alltagssituationen funktionieren oder manchmal eben auch, also auch nicht immer und überall, aber auch manchmal diese Begegnungen miteinander.
00:49:56: Also da denke ich ganz toll auch so an die Nepalese oder auch auf Bali oder so.
00:50:01: Es ist Wahnsinn, was wirklich möglich ist an dieser Achtsamkeit und dem liebevollen in Begegnung.
00:50:11: Das hat für mich ganz viel auch immer mit Hingabe zu tun.
00:50:15: Oder ja, Backty Yoga ist natürlich so die Tradition, die da viel aus sich oder immer mehr noch mal drin bewegt.
00:50:22: Und das, das finde ich, ist auch was, das kann man gar nicht so intellektuell greifen.
00:50:28: Das kann man eigentlich nur Stück für Stück entwickeln oder auch spüren mit der Yoga Praxis.
00:50:34: Du hast das auch so schön gesagt, Eingangs mit der Demut auch.
00:50:38: Also da bin ich auch tausend Prozentig da bei dir.
00:50:41: auch nicht eben im Sinne etwas Angstvollen, sondern wirklich für mich ist das auch so eine ganz tiefe Verbeugung vorm Leben und dem auch was es bereithält.
00:50:52: Und das ist ja auch dieses eingebettet sein in was größeres.
00:50:55: Man hat es einfach nicht in der Hand.
00:50:57: Und wenn man das einmal zulässt, finde ich, und sich da rein begibt, dann hat es eine ganz große Schönheit und auch nicht so eine Plakative im Sinne von, alles ist gut, sondern alles gehört dazu.
00:51:09: Und wenn es schwer ist, ist es eine Herausforderung zum Wachsen.
00:51:12: Und ich bin trotzdem eingebettet und fall da nicht irgendwo raus.
00:51:16: Also das finde ich trägt auch, wenn es vielleicht erst mal so eine Unsicherheit macht, so, oh Gott, es gibt was größeres.
00:51:23: Ich kann es nicht steuern, ich kann es nicht kontrollieren.
00:51:26: Das ist ja auch... für viele gerade in unserer westlichen Welt sehr Angst besetzt.
00:51:31: Man gibt die Kontrolle so auf.
00:51:34: Also zumindest in der letzten Konsequenz.
00:51:36: Also ich finde schon wichtig, dass man das lenkt und leitet und gut steuert.
00:51:40: Und auch da ist die Askäse wieder mit drin, was tu ich, was nicht, was denke ich, was nicht.
00:51:45: Aber dass das einfach in großen und ganzen Vertrauen ist, auch wieder das, was es dann braucht da.
00:51:52: drin und alles steckt in der Yoga-Praxis.
00:51:56: Die,
00:51:57: wie wir wirklich gerade auch wieder mitbekommen, ja viel, viel umfangreicher ist.
00:52:02: Also die Yoga-Praxis, ich glaube, der kleinste, allerkleinste Teil ist der Teil auf der Mathe.
00:52:07: Das ist einfach der kleinste Teil.
00:52:10: Und da ist Pranayama und Meditation schon mit eingeschlossen, sondern der größte Teil ist einfach die Art und Weise, wie lege ich mein Leben.
00:52:17: Und deshalb es gibt dem Yoga-Klassisch die Yamas und Yamas.
00:52:20: Die werden immer so ein bisschen stiefmütterlich behandelt, finde ich.
00:52:25: Es gibt, es war mal Rama schreibt, dreizehntes, fünfzehntes, siebzehntes, Jahrhundert, keiner weiß genau wann.
00:52:31: Da gibt es so ganz viele verschiedene Ideen, weil die Schrift entstanden ist.
00:52:34: Ich rede von... Eigentlich übersetzt die Leuchte des Yoga, der Hattapadipika.
00:52:39: Das ist so der Sammelsurium der großen mittelalterlichen tantrischen Yoga-Schriften, kann man sagen.
00:52:44: Da fließen ganz viele andere Sachen mit ein.
00:52:46: Deshalb ist die recht lesenswert und sehr bedeutsam für den Yoga-Weg, weil sie sich die ganze Tradition gut aufzeigt.
00:52:53: Und so hat Marama klassifiziert am Anfang, was Hattayoga ist.
00:52:58: Und er nennt die Yamas und den Niyamas, so ganz by the way, ein bisschen verändert nach Patangeli, weil das halt einfach sich weiterentwickelt.
00:53:06: Und sagt dann, okay, die erste Stelle von Hatha Yoga ist Asana.
00:53:10: Und sagt aber auch gleichzeitig, Hatha Yoga ist ein Weg zum langen, das alles überragenden Raja Yoga und bezieht es damit auf Patanjali, also den, den ich vereinfacht für die, die jetzt da nicht in der Mathe drin sind, in dem meditativen Weg der Versenkung und der Selbsterkennung.
00:53:24: Und damit sagt er ja eigentlich okay, gibt es, es gibt einen praktikablen Weg quasi der Übung selbst, aber es gibt auch den Weg im Leben.
00:53:31: Und der Weg im Leben ist quasi das Fundament.
00:53:33: Du musst gar nicht auf die Matte gehen, wenn du nicht über Jama und Niyama nachdenkst.
00:53:38: Und Jama ist eigentlich so eine, ich verstehe Jama, ohne da so viel darüber erzählen zu wollen, aber ich verstehe es erst einmal als moralische Instanz, die uns anerzogen wird, also ein Do's and Don'ts-Katalog, damit sich erst mal moral im Leben, die noch nicht entwickelt ist, nicht intrinsisch, entwickelt.
00:53:59: dadurch, dass sie getan wird.
00:54:01: Und dann wird sie quasi eine Selbstverständlichkeit.
00:54:03: Also wenn ich jetzt ein Kind erziehe und sage dem, pass auf, hauen, kratzen, spucken, beißen sie unidof, machen wir besser nicht, dann ist wahrscheinlich die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind nicht so schnell eskaliert größer, als wenn ich.
00:54:17: so auch probiere ich mal aus, mach mal.
00:54:19: Und wenn es jetzt je höher dieser moralische Anspruch ist, dass du mehr wirst dich ein im Begriff eine moral auszupregende Person, irgendwie, moral ist ja nicht immer gleich so gegeben, vielleicht in die richtige Richtung kultivieren.
00:54:37: Und dann ist irgendwann, ab einem gewissen Punkt, natürlich das Einhalten von diesem moralischen, von diesem Codex eine Selbstverständlichkeit.
00:54:47: Deshalb würde natürlich jeder im Bereich der Yoga sagen, ist doch selbstverständlich und wir neigen so ein bisschen dazu dann die Begriffe wie Ahimsa etc.
00:54:54: überzustrapazieren und in einem Licht beleuchten zu wollen, was sie ursprünglich gar nicht besaßen.
00:54:59: Was einfach mal nur Handlungsanweisung aus denen heraus moral entwächst.
00:55:04: Und die Dinge, die uns wirklich auf den Weg bringen, nachdem wir im Leben diese moralischen Dinge umgesetzt haben.
00:55:11: Und das finde ich, ich möchte es nochmal betonen.
00:55:13: Also wir müssen uns über einen spirituellen Weg überhaupt keine Gedanken machen, wenn wir auf die Matte gehen.
00:55:18: Ich glaube immer das gleiche Bild.
00:55:20: Leute, die auf die Matte gehen, seid mir nicht böse.
00:55:23: Wenn ihr so Leute vielleicht kennt oder mich für anzüglich haltet, darf ich meinen, das so.
00:55:27: Die machen einen auf Hot Hippen Holy.
00:55:29: Also die sind super, super heilig auf der Matte.
00:55:31: Und dann gehen sie raus und jemand hat sie eingeparkt, dann kommt es donnerwetter.
00:55:35: Und die haben einfach etwas nicht verstanden.
00:55:38: Ja, die haben irgendwas überhaupt nicht verstanden.
00:55:40: Und ich glaube, die Praxis in meinem Leben, die zeigt sich, wenn du halt rausgehst, dann hatte ich jemand eingeparkt, das, oh, was kann ich machen?
00:55:48: Was da?
00:55:49: Aber du musst deswegen jetzt jemand nicht zusammenfalten oder böse werden, sondern adäquat situationsangemessen reagieren.
00:55:58: Und immer gucken, was ist die Absicht des anderen?
00:56:01: Wollt ihr dich ärgern?
00:56:02: Bestimmt nicht, er kennt dich ja gar nicht.
00:56:03: Vielleicht wollt ihr schnell die Pizza holen.
00:56:05: Und ich glaube, deshalb ist diese erste Instanz ja mal... was wir alle im Leben verankern sollten und deshalb komme ich zu was zurück, was ich vor unserem Gespräch sagte und auf vier Augen.
00:56:17: Ich erlebe es in der Yoga Szene, häufig nenn es immer den spirituellen Zeigefänger.
00:56:21: Da stellt sich irgendjemand hin und sagt, ah, du ist also noch Fleisch oder du machst noch kein Yoga, ah, du machst also noch kein, hier noch, also werden diese Personen besser.
00:56:33: Ich glaube, wir haben alle so viel vor der eigenen Tür zu kehren, fang doch einfach mal an zu kehren.
00:56:39: Und ich erlebe immer die Leute, die viel kehren, als viel offener allen anderen gegenüber, weil die nämlich wissen, wie schwer kehren ist, dass es immer wieder was gibt und viel großzügiger, als die, die vielleicht da gerade irgendwie auf so einem Weg sind, weil sie glauben, jetzt bin ich endlich richtig, dieses Leitwulf-Prinzip.
00:56:58: Und das zweite ist, dann kommen erste Niamas, dann kommt wirklich die Entwicklung.
00:57:03: Und das sind wirklich reflektorische Dinge im Innen.
00:57:07: Das sind wir bei der Askese von vorhin, bei der Selbstreflektion, etc.
00:57:10: Ich war bei den Dana.
00:57:12: Aber ich finde nur, um es nochmal zu sagen, das fängt echt auf der Ebene an, wie verhalte ich mich im Leben.
00:57:19: Und ich glaube, wenn wir da den Anspruch haben, ein bisschen netter sein zu wollen, ein bisschen mehr nach dem anderen gucken zu wollen, mal hinterfragen zu wollen, muss das jetzt wirklich sein, was ich da will, dann sind wir schon viel spiritueller als viele anderen.
00:57:34: Ja,
00:57:35: das ist
00:57:35: schön.
00:57:36: Total.
00:57:38: Ich habe auch immer so ein Bild dazu.
00:57:40: Ich sage auch gerne beim Unterrichten, dass ich immer mal so den Bogenschwenke, dass man sozusagen auf der Yogamatte wirklich so ein bisschen Easyway mit sich selber ohne äußere Störeinflüsse oder zumindest nur die inneren, die man mit auf der Matte hat, üben kann für die große Matte, die das Leben ist.
00:57:58: Voll.
00:57:59: Absolut.
00:58:00: So sehe ich auch Yoga.
00:58:01: Also das ist so schade.
00:58:02: Also auch dieses Beispiel.
00:58:03: Danke für dieses wunderschöne Beispiel.
00:58:04: Es gibt so viele Leute auch eben leider wirklich in der Yoga Szene.
00:58:08: Da ist es auf der Matte ganz groß und es hört immer rechts und links davon auf.
00:58:12: Und da habe ich immer mein persönlich kleinen Schmerz in meinem Yogi-Herzen sozusagen.
00:58:20: Also ja, das finde ich schön zu sagen.
00:58:22: Also ich glaube auch, ich weiß gar nicht, wie das passieren kann.
00:58:24: Ich glaube, ich bin da immer auch sehr weit davon entfernt, dass man irgendwann das Gefühl hat, Ich bin jetzt so schlau, ich erzähle jetzt allen, wie es geht.
00:58:32: Also das sind sicherlich auch irgendwie Persönlichkeitsanteile oder so, die einen da umtreiben, die dann so ein blinder Flex sind, wie wir sie ja auch alle haben.
00:58:39: Aber ich finde das schade, wenn das manchmal ja auch im Yoga-Kontext so ein bisschen, sag ich mal, gefeierte Yoga-Lehrer sind oder Yoga-Lehrerinnen.
00:58:50: die dann auch wieder Leute anziehen, die auch vielleicht in einer Lebenssituation sind, wo sie das gerade einfacher finden, vielleicht vermeintlich einfacher, wenn jemand sagt, wie es geht.
00:59:01: Das ist natürlich erst mal kurz einfacher, aber es ist eigentlich der schwere Weg oder der harte Weg, finde ich, dann lieber so.
00:59:09: Wie wir das wochentlich auch immer wieder gut tun können hier mit unseren Gesprächen, dass man anbietet und so ein bisschen Reflexionsimpulse auch setzen kann oder auch mit Wissen untermauert natürlich.
00:59:22: Ich kann es nur hundertprozentig unterstreichen.
00:59:25: Also ich bin voller Marke, ich habe ganz viele Marken.
00:59:28: Aber mein Weg hat mir eins gezeigt, ich muss mich diesen Marken, ich muss mich nicht mehr so sehr abhängig machen davon.
00:59:35: Natürlich habe ich meinen Grund naturell bleibt.
00:59:38: Ich habe eine Grundveranlagung, aber ich kriege die Dinge viel schneller in den Griff.
00:59:43: Sie sind viel weniger nachhaltend.
00:59:45: Sie sind zum Teil durch die Verzögerung dann nicht mehr so stark an der Oberfläche.
00:59:53: Also ich merke diese Energie noch, aber ich merke sie und kann sie dann noch wegbremsen.
00:59:58: Und insofern gibt es trotzdem bei all dem Bemühen immer wieder so Rückschläge.
01:00:03: Es gibt ein schönes buddhistisches Gleichnis, nämlich nicht den zweiten Fall zu schießen.
01:00:07: Also der erste Fall ist die Wut.
01:00:10: Der zweite Fall ist die Wut auf die Wut.
01:00:12: Und das ist, glaube ich, was viele auf ihrem Weg missverstehen.
01:00:15: Also du kannst nicht sagen, jetzt bin ich Jogi und jetzt ärgere ich mich nicht mehr.
01:00:20: Du kannst den Ärger so lange aufkommen, dann einfach jedes Mal unterdrücken und dann kommt er mit Prachialgewalt durch.
01:00:25: Und dann ärgerst du dich, dass du dich jetzt geärgert hast und verwürfst den ganzen Weg.
01:00:30: Sie sind Klassiker.
01:00:32: Aber noch eins, ich finde, du hast eben was Tolles gesagt, weil wir hatten es vorhin von Rager und Duescher.
01:00:36: Und du hast eben gesagt, du hast, das kann man auf der Mathe.
01:00:39: Und die Mathe ist so ein bisschen wie das Trainingskämpfe des Leben.
01:00:41: Sieht es exakt so.
01:00:43: Und auf der Mathe kann man wunderbar diese Strömung Rager und Duescher erleben an sich.
01:00:48: Also die Art und Weise, wie wir programmiert sind, die nehmen wir mit auf die Mathe.
01:00:53: Und wenn mir mein Lehrer, meine Lehrerin hoffentlich keinen Druck von außen macht.
01:00:57: Dann ist der einzige Druck, der da ist, der den ich mir mache.
01:01:01: Und dann kann ich mich wunderbar beobachten mit, oh mein Nachbar kann das, ich will das auch so.
01:01:05: Ich will das auch so können, also verbiege ich mich noch ein bisschen mehr auch mit Zwehtut.
01:01:09: Volle Kalotterage, Anhaftungsenergie.
01:01:11: Ja?
01:01:12: Oder ich finde die Position...
01:01:14: Ich gebe mir etwas Osteopathie-Termin im Nachgang.
01:01:17: Das machen wir aber in Haus Osteopathen bei uns.
01:01:19: Wir verrenten die Leute, bisschen Osteopathen brauchen, dann haben wir so Schmiergeld hinterhin.
01:01:23: Nein.
01:01:24: Und das Gleiche ist halt mit Wayschein.
01:01:25: Also warum finde ich eine Sache blöd?
01:01:27: Warum mache ich das nicht?
01:01:29: Also der Klassiker, die Lehrerin sagt, es gibt für manche Sachen, fast zahlgesehen oder auch von Stressentkopplung, einen super Grund, die Zunge rauszustrecken.
01:01:41: Und natürlich ist das Panne.
01:01:43: Ja, also natürlich ist das Panne, wenn ich nicht weiß, warum.
01:01:46: Aber ich kann trotzdem wunderbar in mir forschen.
01:01:49: Warum finde ich das so?
01:01:51: Für alle, die jetzt zuhören, warum finde ich das so scheiße?
01:01:53: Ich sage es mal so, ne?
01:01:55: Warum finde ich das so erbärmlich und macht das nicht?
01:01:59: Das ist ja in mir.
01:02:00: Das ist ja nicht, dass die Lehrerin, die das zeigt oder der Lehrer, die sind ja total frei in dem Moment.
01:02:06: Es ist ja super, das tun zu können.
01:02:09: sich da so zum abzumachen quasi.
01:02:12: Aber warum kann ich das in dem Moment nicht?
01:02:13: Es ist ja nur meins.
01:02:15: Und mit solchen Dingen kann man so gut arbeiten.
01:02:17: Und wenn ich die auf der Matte wahrnehme, hab ich so viel Futter.
01:02:22: Ja, absolut.
01:02:24: Vielleicht immer für ein paar Jahre, mindestens, dass das nächste kommt.
01:02:28: Katharina, ich hab ein Problem.
01:02:29: Schön.
01:02:31: Ich hab ein Problem.
01:02:31: Ich guck auf die Uhr, wir sind schon wieder übernacht.
01:02:33: Und
01:02:35: natürlich haben wir es nicht geschafft, irgendwie... wirklich umfassend zu skizzieren, was das sein könnte.
01:02:42: Ich glaube, wir könnten noch drei Stunden reden.
01:02:44: Es würde nicht gelingen.
01:02:45: Ich hoffe, wir waren so ein kleiner Denkansturst.
01:02:48: trotzdem oder eine kleine Inspiration.
01:02:51: Hast du einen Schlusswort für uns?
01:02:54: Schlusswort.
01:02:56: Das ist immer kurze Worte oder lange Worte.
01:02:59: Darf ich?
01:03:00: So
01:03:00: wie du möchtest.
01:03:01: Wie du möchtest.
01:03:03: Ja, also auch vielleicht auch da nochmal wieder eine Einladung.
01:03:08: über die Yoga Praxis oder auch ohne Yoga Praxis je nachdem wie du das für dich entscheidest.
01:03:13: auch eine Einladung vielleicht wirklich einfach dich hinein zu begeben voller Freude ins Leben mit allem was dazu gehört und das wirklich auch zu feiern und auch vielleicht immer in diesem eingebettet sein in was größeres vielleicht zu sehen und dann ab jegliche Religion.
01:03:32: aber vielleicht ist die Natur was was für jeden funktionieren kann.
01:03:35: und ich glaube wie Timo, du ja auch so schön gesagt hast, also geh in die Natur und du merkst, wie du ruhiger wirst, weil du merkst, du bist nicht der Nabel der Welt.
01:03:45: Vielleicht ist das eine Einladung, da nochmal einmal mehr Bewusstsein hinzulenken oder auch das vielleicht auch mal zu wählen.
01:03:54: Das gibt wirklich twenty four seven ganz viele Möglichkeiten.
01:03:57: Und wenn es ist, man guckt abends nochmal in den Sternenhimmel oder guckt sich den Mund an, kurz bevor man irgendwie das Rolle runterzieht zum Schlafen.
01:04:03: Also es gibt, da ist immer Platz und immer Zeit.
01:04:07: Und das finde ich, das ist für mich eine ganz, ganz große Quelle, wo ich angebunden bin.
01:04:16: Und ja, vielleicht ist das eine Einladung oder ein Angebot, das mal auszuprobieren.
01:04:20: Weil gerade auch in unserer Welt, finde ich, es gibt viele anspruchsvolle Themen und es ist natürlich auch oft sehr verkopft.
01:04:29: Und dass sich darüber auch vielleicht wieder ein Stück Erdung reinzuholen, ein Stück Ruhe reinzuholen, dass man wieder ein bisschen klarer wird auch um Denken oder entscheiden oder wählen, was braucht es nicht, was braucht es wirklich.
01:04:43: Das ist ja vielleicht wirklich auch immer eine Bereicherung für jedes Leben eingebettet, vielleicht wirklich auch in eine Community und auch... ist ja glaube ich auch im Buddhismus oder auch ganz ganz klar noch mal formuliert, dass es so, es
01:04:59: gibt nicht
01:05:02: viel, ich meine sogar, dass es so fast nichts gibt, was ein schneller zu Satva führt, als wirklich so voll ganzen Herzen auch für andere dazu sein und keine Gelegenheit.
01:05:11: Absolut, Bodhisattva.
01:05:13: Bodhisattva.
01:05:15: Absolut.
01:05:15: Weil
01:05:15: bei Ayurveda haben wir das auch.
01:05:17: Ja, genau.
01:05:17: Also das ist vielleicht auch noch meine Einladung, weil wir sind wirklich eingebettet in das große und ganze.
01:05:23: Und dann macht es auch, wie ich finde, viel mehr Freude.
01:05:27: Zumindest aus meiner Erfahrung heraus.
01:05:30: Bodhisattva gibt es die, was der Yogavernommen hat, der Bodhisattva heißt die Brahma Viharas.
01:05:37: Also... die vier göttlichen Verweihungszustände, wenn man es übersetzt.
01:05:42: Also sozusagen göttlichen Tonen, die es zu entwickeln gibt.
01:05:44: Die hat der Yoga übernommen, heißt im Yoga dann Bawana.
01:05:47: Bawana heißt kultivieren oder entwickeln.
01:05:49: Und das ist Karuna, Modita, Upeca und Mai... Also ich bin immer... Also im Palis ist Meta-Karuna, Modita, Upeca.
01:05:58: Und im Sanskrit wird Mai Tri Karuna, Modita, Upec-Shot raus.
01:06:02: Also sprich die vier... Qualitäten, die geistigen Qualitäten, die es zu entwickeln gilt, also ein echter Weg, nämlich die Entwicklung von liebender Güte.
01:06:11: Vereinfacht, ausgedrückt.
01:06:13: Bedingungslose Akzeptanz, allem gegenüber was lebt zu entwickeln, allem.
01:06:19: Bedingungslos.
01:06:21: Also keine anhaften Liebe, sondern bedingungslose Fürsorge.
01:06:25: Kümmern wollen, Akzeptanz.
01:06:28: Das Zweite ist Mitgefühl.
01:06:29: Mitgefühl geht weit über Empathie hinaus.
01:06:32: hat doch viel mit Denken zu tun, wäre aber echt ein Thema für einen Podcast.
01:06:37: Das nächste ist Modita, Moditas die Mitfreude.
01:06:40: Also an der Freude anderer Freude zu entwickeln, um nämlich von diesem... Rager Gedanken wegzukommen.
01:06:49: Ich will immer alles um mich, sondern sich für und mit anderen zu freuen.
01:06:54: Das geht schon sehr ins altruistische.
01:06:56: Und das nächste ist Großzügigkeit.
01:06:58: Also Großzügigkeit nicht im monetären Sinne, sondern im Sinne von... Ich muss jetzt doch noch ein Beispiel nehmen.
01:07:07: Wir haben uns gestritten und ich fühl mich ungerecht gesehen oder nicht gewertschätzt und ich... Geh so lange in die Diskussion mit dir und die Rechtfertigung bis mein Ego denkt, du siehst mich so, wie ich gern von dir gesehen werden möchte, dann bin ich wieder stabil.
01:07:23: Und auf diese Schleife zu verzichten, sagen, komm, lass gut sein.
01:07:27: Diese Form von Großzügigkeit.
01:07:29: Also in vielen mehreren Ebenen.
01:07:31: Und ich glaub dann sind wir, das sind die vier Dinge, die es im Buddhismus zu entwickeln gilt und die im Yoga dann Bavanas heißen.
01:07:38: Auch noch mal Thema von extra Podcast.
01:07:42: Ja, ich merke schon.
01:07:43: Vielleicht
01:07:44: auch.
01:07:44: Und vielleicht auch, das fand ich jetzt auch noch mal so schön, was du gesagt hast, auch da noch mal anzudocken, so ohne dass wir das vielleicht so werten wollen oder nachrichtig oder falsch, aber ich glaube schon, so die wahre Spiritualität in einem selber zeigt sich wirklich eher im Platz haben für sich selber und für andere.
01:08:03: Also ich weiß das wirklich auch im inneren Platz haben.
01:08:06: Was ist das, wenn
01:08:07: ich aus der Yoga-Stunde raus und den... Mensch am Parkplatz anzuschreien.
01:08:12: Also spätestens wenn das auftagt.
01:08:15: Dann stimmt es ja, vielleicht ist man dann nicht ganz so spirituell, wie man vielleicht denkt.
01:08:20: Und alle anderen sind wahrscheinlich deutlich mehr spirituell, als sie vielleicht manchmal so sich selber einschätzen würden.
01:08:28: Also vielleicht auch das nochmal.
01:08:31: Ich muss an der Stelle vielleicht sagen, weil es wirklich, ich finde es wirklich ein anspruchsvolles Thema.
01:08:35: ... um ihm einen klaren Rahmen zu verpassen, ... ... weil da fahren wir Zehntausend an Eckpunkte ein.
01:08:41: Deshalb gerne an alle Zuhörer und Zuhörerinnen, ... ... wenn euch ... ... Dinge aufgefallen sind, die total fehlen ... ... oder ihr wollt noch irgendwie ... ... ein spezielles Thema.
01:08:51: Also jeder Form von Input, jede Form von ... ... oh, das wär toll, ... ... fänd ich super.
01:08:57: Ja?
01:08:58: Ja.
01:08:58: An uns, an mich, an dich, wie auch immer.
01:09:01: Aber das fänd ich wirklich klasse.
01:09:02: Also ... ... konsumieren ist das eine.
01:09:06: Ich merke mal, ich lebe total davon von Feedback, um auch Ideen zu bekommen.
01:09:11: Weil es kann ja sein, wenn man sich das anhört, dass das total wirr ist, total langweilig oder auch super interessant.
01:09:16: Und die mehr Feedback wieder bekommen, glaube ich, gilt für dich auch, dass du besser kann man auch weitere Podcasts in eurem Sinne als Zuhörende
01:09:24: gestalten.
01:09:27: Ja, weil wir geben das in Österreich erstmal frei raus und der Hoffnung ist dient.
01:09:32: Fiedwerk ist wundervoll.
01:09:35: Katarina, in diesem Sinne ein wunderschönes großes Dankeschön an dich.
01:09:39: Wir machen gleich wieder nächsten Termin aus.
01:09:42: und dann allen Dankeschön an alle, die zugehört
01:09:45: haben.
01:09:58: Deine neue Yoga-Routine für die Ohren.
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