Nicht besser werden, sondern da sein – Meditation im echten Leben

Shownotes

In dieser Folge von OM MEETS ALLTAG sprechen Katherina Bock und ihre Gästin Ann-Sophie Briest ehrlich, tiefgründig und zugleich alltagstauglich über Meditation – jenseits von Selbstoptimierung und Leistungsdruck. Gemeinsam räumen sie mit gängigen Vorurteilen auf und zeigen: Meditation ist kein Tool zum „Besser-Funktionieren“, sondern ein Begegnungsraum mit dem, was gerade da ist. Ob Sitzmeditation, Bewegung, Laufen oder Schütteln – diese Episode lädt dazu ein, Meditation neu zu denken: undogmatisch, körpernah und mitten im Leben.

Mehr über Katherina und ihre Arbeit findest du hier: www.maisha-jena.de

Oder folge Katherina auf Instagram: https://www.instagram.com/maishayoga/

Transkript anzeigen

00:00:00: Weg von Yoga-Klischees, aufgesetzten Glitzerkram und Pseudospiritualität.

00:00:06: Hin zu innerem Wachstum, Balance und Tiefgang.

00:00:09: In... Liebevoll und alltagstauglich wirft Katharina einen Blick auf wertvolle Themen aus der Welt des Yoga.

00:00:20: Balance, mentale Kraft und Lebensfreude.

00:00:23: Bist du bereit für Yoga mitten im Leben?

00:00:26: Herzlich willkommen, liebe Kathi.

00:00:28: Schön, dass du da bist.

00:00:29: Ich freue mich riesig auf unser heutiges Thema und auch schön, dass ihr dabei seid und euch die Zeit nehmt, jetzt einzutauchen mit uns in ein weiteres, für mich total relevantes Thema.

00:00:41: Herzlich willkommen.

00:00:44: Ganz vielen Dank und auch herzlich willkommen an Sophie.

00:00:47: Ich freue mich riesig, dass wir hier antucken und gemeinsam eine Folge ... ja, wieder ... wirklich rausgeben oder besprechen zu einem ganz, ganz spannenden Thema, dass wir heute hoffen für euch ein spannendes Thema, das wir ausgewählt haben.

00:01:06: Und wir würden uns gerne unterhalten über Meditationen.

00:01:12: Was ist es?

00:01:13: Wie sind die Hintergründe?

00:01:15: Vielleicht auch mit ein paar Studien natürlich, aber auch ganz viel Alltagsbezügen.

00:01:20: Und auch wir würden gerne so ganz, ganz ehrlich darauf gucken.

00:01:23: Also wirklich im Sinne von, wir hatten gerade ein ganz schönes Vorgespräch dazu, auch dass wir es auf der einen Seite so ein Stück weit vielleicht in spiritualisieren oder aus so einer Esoterik-Ecke rausholen und zum anderen aber auch mal Richtung hinsichtlich Selbstoptimierung als Tool oder ja schon ein bisschen auch wirklich verwendetes Tool sozusagen auch da nochmal durchaus so ein bisschen kritisch beleuchten wollen.

00:01:54: Absolut und ich glaube das... Das Wort oder auch die Tatsache, dass Menschen meditieren, ist mittlerweile eigentlich gar nicht mehr so ungewöhnlich.

00:02:04: Also Meditation hat ja auch abseits jetzt von der Yoga-Praxis wirklich Einzug gehalten.

00:02:11: teilweise kleine Mikromeditation, fünf Minuten, zehn Minuten und ist ja schon lange nicht mehr etwas, was man macht in Einsamkeit, in der Höhle oder in wochenlangen Schweigerytreets.

00:02:23: Das gibt es natürlich auch, aber ich glaube dadurch sind wir auch an einem ganz, ganz praktischen und alltagstauglichen Thema dran.

00:02:31: Und ich finde den Einstieg zu sagen, Was haben wir denn eigentlich so für gängige Vorurteile?

00:02:37: Einen schönen und vielleicht auch etwas humorvollen Weg, um diese Frage, was ist Meditation eigentlich?

00:02:43: Etwas von hinten aufzurollen, indem wir sagen, was ist es eigentlich nicht?

00:02:47: Und dann kommen wir sicherlich der Sache relativ schnell auch weiter auf den Grund.

00:02:54: Regelmäßige Vorurteile, die dir begegnen, Kati, wenn du jetzt an Meditation denkst.

00:02:58: Das ist schön.

00:02:59: Ich bin ja auch wirklich ein Riesenfan von raus aus dem Klischee und das größte für Meditation.

00:03:04: Für mich ist tatsächlich, was mir so begegnet, immer so was wie hinsetzen und glücklich sein.

00:03:12: Das ist dir wahrscheinlich auch gut bekannt als Klischee und das ist ja in so einer vielleicht über Positivität oder Meditation auch als fast schon wieder rausgehen, so aus dem eigenen erfahren, aus der eigenen inneren Erlebenswelt, reingebiemt in eine neue Welt.

00:03:34: Da gibt es ja Tausende Möglichkeiten, auch tatsächlich auch wunderschöne geführte Meditationen.

00:03:39: Aber Meditation ist für mich immer so eine ganz, ganz, ganz ehrliche Begegnung.

00:03:46: Und auch wie du so schön gesagt hast vorhin, das ist nicht alles super schön, sondern da begegnet man eher dem Tiger.

00:03:53: Oder ich habe immer auch so einen schönen Spruch, der mich begleitet ist auch immer so, wer ins Innere der Burg will, der muss durch den Graben schwimmen.

00:04:00: Und das ist eigentlich für mich auch Meditation mit Krokodilen, die einem begegnen oder wie auch immer.

00:04:06: Also das ist so eine ganz, ganz, aber finde ich wirklich auch immer in großer, großer Schönheit eine ganz ehrliche Auseinandersetzung mit dem, was gerade ist.

00:04:18: in einem an vielleicht Emotionen, die so ein bisschen gedeckelt werden oder auch Widerständen und wirklich mit allem, was da ist, zu sitzen und zu sein.

00:04:33: Also Meditation macht uns nicht zack mit einmal glücklich, sondern verändert die Art und Weise vielleicht, wie wir mit der Realität umgehen.

00:04:44: Es ist mehr das, es ist nicht eine andere Welt, sondern ein anderer.

00:04:48: Umgang.

00:04:49: Und das ist vielleicht das, wo man immer sagt, ah, Meditation macht glücklich.

00:04:54: Ja, aber da gibt es noch dazwischen eine Menge, was auch passiert.

00:04:59: oder ja, es ist viel tiefgründiger, als dass man das so oberflächlich nutzen könnte.

00:05:06: Absolut.

00:05:08: entspricht auch meine Erfahrung.

00:05:09: Und ich glaube, jeder, der sich aufrichtig mit Meditation beschäftigt oder auch sich anfängt mit Meditation überhaupt auseinanderzusetzen, das habt ihr wahrscheinlich festgestellt.

00:05:22: Ich stelle das immer noch fast täglich fest.

00:05:25: Häufig meditiere ich ja gar nicht, sondern das sind Meditationsversuche.

00:05:29: Also, wie du das auch aufzeichnest, Katina, dieser eigentlicher Begegnungsraum.

00:05:35: Also es ist, ich empfinde Meditation wie eine Art Einladung, die ich aber an mich selber ausspreche.

00:05:42: Also es ist ja eine Einladung in diesen Selbstkontakt einzutreten und eben nicht in irgendetwas außerhalb von mir zu flüchten, nicht in irgendeinen Zustand voller Licht und Lichtwesen und was auch immer.

00:05:59: Bloß nicht das spüren, was gerade in mir ist, weil das ist unangenehm, ist eigentlich eine Art von Antimeditation, würde ich sagen.

00:06:08: Also dieses Hinwenden zu dem, was ist, ist in meinem Fall häufig eben auch sehr konfrontativ, weil ich doch auch spür, wie ich in einem häufig auch sehr getakteten und dichten Alltag, den ich ja auch selber so wähle, Entweder viel in meinem Kopf unterwegs bin, mir die Dinge zurechtlege oder eben auch über ganz viele Schutzmechanismen, die alle wunderbar funktionieren, aber gar nicht jetzt ständig auch in diesem tiefen Kontakt bin.

00:06:39: Einfach mal ganz ehrlich gesagt.

00:06:40: Und dieser Moment zu sagen, okay, ich nehme mir diesen Moment für mich.

00:06:46: Ich erlaube jetzt auch diese Schutzmechanismen oder auch einfach diesen Lärm, diese Beschäftigung und dieses... Ja, hin und her, die vielen Reiz und all das, dass man stückweit zur Ruhe kommen zu lassen und allein durch diesen Prozess zeigen sich dann ja häufig innere Zustände, die sonst völlig überlagert sind.

00:07:11: Also ich finde dieses Wort Lärm für mich ganz schön, weil ich manchmal wirklich das Gefühl habe, es ist zu laut.

00:07:15: Es sind so viele unterschiedliche Stimmen und Anteile und Aufmerksamkeitsbereiche in mir.

00:07:22: Und in der Meditation erlaube ich all dem mal in die Ruhe zu finden.

00:07:27: Und das ist ja häufig beeindruckend, was sich dann, wenn es mal ruhiger wird, zeigt.

00:07:32: Und das ist nicht... unbedingt immer gleich.

00:07:35: dann eine tiefe erlebte Ruhe, ein tiefer innerer Frieden, umgeben von Licht und Liebe, sondern häufig eben auch erst mal eine Konfrontation mit Anteilen, die auch aus einem guten Grund vielleicht erst mal gar nicht gespürt werden wollten und dadurch überlagert und verdrängt und abgelenkt wurden.

00:07:54: Und insofern der Tiger für mich ist häufig tatsächlich in einen Kontakt zu finden mit Anteilen, die ich selber aus gutem Grund irgendwo ins Exil geschoben habe, Tür auf, reingestopft, Tür zu, abgeschlossen am besten noch oder irgendwo im Keller oder am Dachboden vergraben und die Meditation sagt okay.

00:08:16: Ich bin jetzt da, wir können jetzt mal vorsichtig die Tür aufmachen, nicht weil ich da was finden muss, also es ist auch da nicht die Leistungsorientierung, aber einfach weil ich mir erlaube, dass all die anderen Hintergrundgeräusche und Überlagerungen, dass die in die Ruhe finden.

00:08:32: Deshalb ist Meditation für mich auch ein Zustand in diese innere Ruhe besser zu finden.

00:08:41: Das bedeutet nicht, dass es immer eine klassische Sitzmeditation sein muss.

00:08:45: Ich halte auch sehr viel von Bewegungsmeditation, gerade wenn der Verstand ein Tempo drauf hat oder die Emotion, eine Intensität mit sich bringen, die ich gar nicht halten kann in dieser Stille.

00:08:58: Wenn die Stille überfordert wird, dann denke ich mir, Osho hat es uns vorgemacht.

00:09:03: Auch wenn er mit vielen anderen Dingen sehr kontrovers ist, aber diese Schüttelmeditation oder auch erst mal in der Bewegung zu finden, finde ich für viele Menschen, die auch unter einem Stresslevel und einer inneren Anspannung leiden, fantastisch.

00:09:18: Und dann ist es keine zweitgradige Meditation, sondern auch darin denke ich mir so kenne dich selbst.

00:09:24: Ja bitte, fantastisch.

00:09:26: Dann mach halt die Schüttelmeditation, mach noch irgendwelche Urlaute und Geräusche dazu.

00:09:31: Nimm ein bisschen von der ganzen Anstatt.

00:09:33: aus den Muskeln und Faszien und danach setze ich hin und spüre nach.

00:09:38: und deshalb bin ich insgesamt, was Meditation angeht, mit dem Begriff recht großzügig, solange ich selbst Kontakt finde.

00:09:47: Das ist nicht die Technik, sondern diese innere Begegnung.

00:09:51: Das ist für mich ein ganz wichtiger Aspekt.

00:09:53: Ich freue mich gerade sehr darüber, was du wertvolles jetzt hier auch wieder formuliert hast.

00:09:59: Das ist so schön und wirklich eine Wahnsinnsfreude, weil ich da auch tausend Prozent dich andocke.

00:10:05: Also ich finde das ganz wichtig, auch Meditationen von diesem klassischen Bild.

00:10:09: Man sitzt auf seinem Kissen, auf der Yogamatte und also, dass man das wirklich daraus holt, weil das auch, ich mag das sehr.

00:10:21: weiter zu fassen, weil darum geht es ja auch, wenn es im Alltag ankommen soll.

00:10:25: Also auch vor allem, man kann das nutzen, vielleicht auf der Matte zu sitzen.

00:10:30: Aber wenn das dann aufhört, sozusagen diese Selbstbegegnung, wenn man wieder von der Matte aufsteht und dann der Alltag irgendwie getrennt davon stattfindet, dass Das ist ja so gar nicht gemeint und wir hatten es ja auch in unserer letzten gemeinsamen Folge so schön erörtert, wie der Körper einfach auch da eine riesige Rolle spielt im Halten von Anspannung und bis sämtliche, kommunelle Abläufe auch.

00:10:57: Also man kann das ja auf tausenderlei Ebenen auch gut begründen, sag ich mal wissenschaftlich auch, dass das einfach total Sinn macht, den Körper mit reinzunehmen, weil man sich es auch viel, viel leichter macht.

00:11:10: Und ich kenne das auch von mir selber.

00:11:12: Also meine Lieblingsmeditation tatsächlich ist, ich sehe mir die Laufschuhe an.

00:11:18: Lauf hier, ich wohne zwar ziemlich zentral, aber der Wald ist auch gleich um die Ecke und mache wirklich meine Laufmeditation.

00:11:29: Joggen, ich brauche dann auch das Schütteln, weil das ist für mich auch so ein bisschen abgespeckte Oschometitation, also auch wieder gar nicht so im Werten, aber dieses Schütteln auch über ein Körper fasstial.

00:11:41: Und das ist so schön, ich packe mir da seit Jahren, meistens ist es tatsächlich auch Griechener Das- oder Mantrin, die ich mir auf die Ohren nehme.

00:11:48: und gehe in so eine Art Atemmeditation mit der Bewegung.

00:11:52: Und ich merke immer, dass sich dort eigentlich bis jetzt alles in meinem Leben sortiert hat.

00:11:57: Also auch mal, wie immer einer meiner Lehrer gesagt hat, als Berufsjugini auch mal out of box, wirklich im Wald mit den Laufschuhen.

00:12:06: Also es ist so schön für mich und das würde ich auch.

00:12:10: ist da nicht dieses ganz höchste Stufe nach Patanjali, dieser gedankenlose Zustand sozusagen, aber es ist ein unglaublich, wie du so schön gesagt hast, in die Ruhe, der Lärm wird leiser, man kommt in die Ruhe, man kommt in Kontakt mit dem Atem und darüber natürlich ja auch mit den Emotionen, dann plopst was auf, was irgendwie im Alltag gedeckelt war, weil es auch keinen Platz hatte, also aus gutem Grund vielleicht, so ein Alltagstubel, den wir alle so gut... kennen und Gedanken sortieren sich, mir entstehen auch immer ganz viele neue Ideen.

00:12:45: Also es ist dann auch kein tiefer Zustand der Meditation, aber ich kann da auch immer große Klarheit finden.

00:12:52: oder auch in Sachen, wo es darum geht, wie entscheide ich mich oder wo lege ich den Fokus hin oder so, als für mich ein ganz schönes Reset.

00:13:00: Und wie gesagt, das ist eigentlich meistens Kirchner das.

00:13:04: außer manchmal ein bisschen auch Punkrock, wenn es irgendwie aus der Jugendzeit, wenn es irgendwie ganz wild ist und auch das manchmal braucht, um darüber in die Ruhe zu kommen, dass man auch das erst mal dem so ein bisschen Raum gibt, zu spüren, zu fühlen.

00:13:17: Ja, danke.

00:13:19: Schön, dass du das auch so richtig war.

00:13:21: Sehr gerne.

00:13:22: Ja, also auch da die Niederschwelligkeit ist mir bei allen Übungen immer sehr wichtig und auch in der in der juggatherapeutischen Arbeit.

00:13:32: Ich kann die tollsten Übungen rausholen, ich kann das auch begründen.

00:13:36: Wir haben für vieles auch wissenschaftliche Erklärungen.

00:13:39: Und man sich so denkt, es gibt eigentlich keinen Grund, es nicht zu machen, außer das Leben selber, das kennen wir ja auch alle, diese Niederschwelligkeit auch manchmal braucht, also dieses Zwischending auch zwischen einer Regelmäßigkeit und Disziplin.

00:13:55: Und aber auch eine Anerkennung, dass wenn ich nicht aus einer eigenen inneren Motivation hin finde zu zum Beispiel einer regelmäßigen Meditationspraxis und das kann ja eine Motivation sein, weil ich Meditation als angenehm empfinde, dann ist es so ein bisschen wie die Karotte, die mir vor der Nase hängt oder weil Anne-Sophie mir erklärt hat, dass das unglaublich toll im Nervensystem wirkt und so kann ich gerne auch gleich nochmal was dazu sagen.

00:14:23: Oder was wir auch alle wunderbar kennen, ist Motivation aus einem Leidensdruck heraus.

00:14:28: Also wenn einfach der Lärm oder auch eine emotionale Intensität so vordergründig stattfindet, dass ein Teil neben dem Ich nenn's jetzt mal normal, wobei wir nicht wissen, was normal ist, aber ein Teil nehmen an gesellschaftlichen und normalen Lebensstrukturen schwierig wird, dann kann ja auch das eine unglaubliche Motivation darstellen, wenn man merkt, oh wow, Meditation, auch wenn sie nur kurz ist oder vielleicht auch mit Körperbezug, hilft mir da unglaublich, mich zu regulieren.

00:15:00: Fantastisch, aber es ist für jeden unterschiedlich.

00:15:03: Und da können wir auch die traditionellen Yogatexte uns nehmen.

00:15:07: oder wie du sagst, vielleicht ist das dann nicht die reine nach Patanjali.

00:15:11: Das mag sein, aber dadurch ist es für mich nicht schlechter.

00:15:14: Also ich würde gerne diese Wertung rausnehmen, denn ich habe selber mir, glaube ich, vielleicht mache ich das immer noch manchmal, aber es ist schon besser geworden, gerade auch durch klassische Texte oder auch durch vielleicht Lehrer und Lehrerinnen, die mich sehr inspirieren, Mentoren.

00:15:32: Ich habe mir auch gedacht, das will ich auch, jetzt muss ich dran bleiben und habe häufig auch über einen sehr starken innerlichen Druck und eine Selbstdisziplin mich in eine Praxis hineingezwenkt.

00:15:44: Und häufig hat das ein gutes Gefühl danach gegeben, einfach weil ich es gemacht habe.

00:15:49: Aber es war eigentlich eher ein, ich habe was von meiner Liste gestrichen.

00:15:55: Und jetzt kann ich mir selber wieder besser im Spiegel ins Gesicht schauen, weil ich habe ja heute meine Übungen auf der Matte gemacht, ob das dann Assanas oder Pranayama oder Meditation ist, aber Hull, ein Glück an Sophie.

00:16:09: Du bist noch dran.

00:16:11: Ja, du lässt dich jetzt hier nicht so gehen.

00:16:13: Ich hab mir einen unglaublichen Druck gemacht.

00:16:15: Und ich glaube, häufig, völlig an der Übung vorbei gelebt, gedacht, gefühlt, ich war überhaupt nicht bei mir.

00:16:23: Sondern ich hab eigentlich nur durchgehalten.

00:16:25: Und das ist auch eine Fähigkeit, durchzuhalten und dran zu bleiben.

00:16:28: Aber mir merke ich, wird es immer wichtiger ... wirklich Reality Check, wirklich zu sehen, wo stehe ich jetzt?

00:16:37: und wenn ich es nicht schaffe, meine meine Zugewandheit zu mir selber in einer absoluten Ruhe morgens früh um fünf auf meinem Sitzkissen zu machen, weil Patanjali sagt, das brauchen wir jetzt, das ist quasi Meditation und am Ende des Tages sitze ich es nur ab oder ich mache es einfach gar nicht, weil die Hemmschwelle und der gefühlte die gefühlte Überbrückung so groß ist, dass es mir eigentlich schon Angst macht, dann denke ich mir, ja natürlich nehme ich mir die Laufschuhe, natürlich gehe ich zum Ecstatic Dance, natürlich mache ich eine Schüttel oder eine G oder sonst was Meditation, ist doch egal.

00:17:13: Hauptsache, ich bin da für mich und das was gerade ist und das was uns die Yogis mitgeben, ich glaube das deutsche Wort gleich Mut.

00:17:26: beschreibt es ganz gut, diese Fähigkeit zu entwickeln, eben auch in der Nichtreaktivität, in Bezug auf Gedanken, in Bezug auf Emotionen, in Bezug auf körperliche Empfindungen, sondern einfach wahrzunehmen.

00:17:42: Das ist super, super, also es ist easy, ja, es ist an sich Eine einfache Übung, es braucht nicht viel dafür, aber es ist überhaupt nicht leicht.

00:17:54: Und ich weiß, das habe ich schon ein paar Mal gesagt, wahrscheinlich auch in unserem letzten Gespräch, aber das... Als mir das irgendwann mal klar geworden ist, Yoga ist einfach aber nicht leicht.

00:18:04: Ich habe so viel Druck genommen, weil ich dachte, so ja, manchmal geht es einfach nicht.

00:18:09: Und dann ist nicht die Frage, bin ich jetzt noch Jogi oder habe ich was falsch gemacht, sondern die Frage ist, was braucht es jetzt, damit ich in meinem heutigen Zustand dieses Angebot und diese Einladung an mich... aussprechen kann?

00:18:23: und das mag auch tagesform abhängig sein.

00:18:25: das mag lebensphasen abhängig sein aber dann eben ja in der großzügigkeit in einem wohlwollenden zu sagen okay dann mache ich jetzt zehn minuten schütteln meditation auch wenn ich letztes jahr im schweige meditations retreat jeden tag zehn stunden gesessen habe.

00:18:43: egal Dann mache ich heute zehn Minuten und es tut mir gut und ich lerne auch mit mir in diesem Zustand zu sein und mich dann nicht noch innerlich dafür fertig zu machen, dass ich nur zehn Minuten gemacht habe oder das gar nicht geschafft habe heute.

00:19:00: Ich glaube, dass diese Metaebene zu reflektieren, Was ist denn eigentlich meine Haltung in Bezug auf die Übung, uns viel, viel näher auch zum Meditationszustand selber führt, als wenn wir es immer nur auf irgendeine Technik reduzieren.

00:19:16: Und es ist keine Technik und es ist auch kein... Tool sozusagen.

00:19:21: Du hast es vorhin kurz angesprochen, in dieser Vorstellung mich noch mehr optimieren zu müssen, weil die Wissenschaft sagt uns, Meditation ist super für Stressreduktion, ist super, um die Leistung zu verbessern, um den Fokus besser zu halten.

00:19:35: Das stimmt alles.

00:19:37: Aber die Haltung dabei ist völlig... völlig falsch abgebogen, würde ich sagen.

00:19:43: Und zu sagen, nein, es ist ein Begegnungsraum für das, was gerade in mir lebt.

00:19:49: Wie kann ich mir begegnen?

00:19:51: Das finde ich einfach ganz, ganz wichtig.

00:19:53: Das ist für mich das Herzstück der Meditation.

00:19:55: Ja, ja, das ist schön.

00:19:57: Oh, das ist auch... Danke.

00:19:59: Das sind wirklich so viele schöne Sachen wieder angesprochen und das... Also... Genauso empfinde ich das.

00:20:07: Meditation ist ja wirklich auch einfach dieser ziellose Zustand.

00:20:12: Meditieren sozusagen mit einem Ziel widerspricht sich im Prinzip schon in sich selber.

00:20:20: Egal, ob das jetzt wirklich auch ... weitverbreitete Selbstoptimierung auch nochmal ist, um nochmal ein bisschen mehr oder anführungsstrichen ein bisschen besser zu funktionieren, wie du sagst, leistungsfähiger, weniger gestresst und so weiter.

00:20:35: Also alles, was da immer auch genannt wird, das so zu benutzen, weil das ist vielleicht auch das, was wieder so auch so in diese eher... wunderschöne Spiritualität reinträgt, zu sagen Meditation ist wirklich ein zielloser Zustand und der sich wirklich einstellt, wenn sozusagen alles andere so ruhig wird, dass das so wirklich so diese wahre Essenz oder, ja, wir auch vielleicht ein bisschen spirituell ausgedrückt, aber man könnte auch sagen, bis so wirklich unser wirkliches Sein oder unser wirkliches ... was wir im Herzen tragen, ... ... aufleuchten darf.

00:21:15: Also weiß er immer eher alles ... ... was ... ... ja ... ... überlege, wie weit ich aushole ... ... genau dafür.

00:21:24: Also wie ... ... wie wirklich wir ja auch über Sozialisation ... ... und ... ... unsere eigenen Erfahrungen auch ... ... ja wirklich viel aufnehmen ... ... oder an uns binden, an vielleicht ... ... Gewohnheiten und so weiter ... ... oder Glaubenssätzen, die eigentlich gar nicht uns so ... klassisch innewohnend wären.

00:21:44: Also wir lernen viel mehr über unsere wahre Natur in diesen Zustand der Meditation, weil es eben möglich ist, auch, und das ist ja auch gut beforst, wirklich diese Meta-Ebene einzunehmen, auch einen Raum zu schaffen, was ja wirklich diese Freiheit auch schafft, auch nicht auf jeden Reiz reagieren zu müssen in Anführungsstrichen aus einem Muster heraus, was eben unbewusst in uns abläuft, sondern wir bekommen so ein kleines bisschen Platz da drin, um immer wieder bewusst zu schauen und zu zu entscheiden.

00:22:24: Auch reagiere ich jetzt vielleicht so, wie ich immer reagiere oder entscheide ich mich jetzt heute mal anders zu reagieren.

00:22:31: Das ist ja ein Wahnsinnsgeschenk, was die Meditation eben auch oder unter anderem die Meditationspraxis für uns bereithalten kann.

00:22:42: und da geht es eben wirklich, ja, wenn wir es eben aus der Selbstoptimierung so rausholen in so eine, ja, schon ein Bettung auch in der Spiritualität geht es eben ganz doll um eine liebevolle Begegnung mit sich selbst, mit unglaublicher Tiefe und da drin ist auch so viel Friedvolles.

00:23:01: Also wir sind ja zutiefst im sattwischen ... Also in diesen mentalen Zustand, wenn wir über die Gunas sprechen, so aus der Yogatradition oder Ayurveda heraus, wirklich zutiefst in diesen satvischen Zustand auch sind, der friedvoll ist, der auch immer, finde ich, so eine... Das liebe ich auch daran.

00:23:21: Ich habe immer früher gedacht, ganz früher, das ist so langweilig, wenn man da angekommen ist, aber es ist so was von gar nicht langweilig, weil es schwingt immer so eine Freude auch.

00:23:31: Also nicht im Sinne von Spaß oder so was, sondern wirklich so eine ganz tiefe, tiefe, leise Freude da drin auch mit.

00:23:40: Also das liebe ich.

00:23:42: Also wenn man sich dazu einmal, und es ist eben einmal durch... gearbeitet hat, in großer Schönheit.

00:23:48: Und es ist eben auch immer wieder so ein Erinnern in vielen kleinen Momenten oder wie du auch sagst, ich liebe das auch, wie du das gesagt hast.

00:23:58: Du früher auch dir dann so den Druck gemacht hast, was, glaube ich, für fast alle kennen.

00:24:02: Also ich kenne das auch total.

00:24:03: Jetzt, okay, jetzt will ich oder keine Ahnung kennen, glaube ich auch viel.

00:24:06: Ich will jetzt Yoga-Lehrerin werden.

00:24:08: Also muss ich jetzt das und das und das und das zehn Minuten am Tag meditieren oder zehn Minuten früh, zehn Minuten abends oder sowas dann etablieren.

00:24:17: Und es ist genau wirklich diese, diese innere Haltung.

00:24:21: Also was ich auch sagen kann, ich habe das, also kennt das wie gesagt auch gut, was du gesagt hast auch, dass man erstmal mit viel Disziplin da dran geht.

00:24:29: und was, was ich sagen kann ist, dass ich zum Beispiel das auch früh immer nutze.

00:24:34: für mich, vielleicht ist das auch eine Inspiration.

00:24:37: Das mache ich schon viele Jahre mit dem Glück.

00:24:40: Also vielleicht ist es auch bei manchen besser noch mal abends oder so.

00:24:44: Ich habe immer das Glück, ja durch eher abends lange Arbeiten und Unterrichten.

00:24:47: Das kennst du ja auch gut.

00:24:48: Eher früh nicht gleich rauszuspringen, irgendwie um sechs Uhr oder so.

00:24:54: Und ich bleibe immer gerade auch, ja gerade auch jetzt, wenn es kalt ist oder so.

00:24:57: Ich bleibe wirklich einfach noch mal im Bett liegen und nehme ja zehn, fünfzehn Minuten für noch mal so eine tiefe Meditation.

00:25:04: Und das mache ich auch ganz intuitiv.

00:25:06: Was dran ist, das ist auch immer was anderes.

00:25:09: Und das ist, finde ich, für mich wunderbar, weil ich weiß, wenn ich mich jetzt in der Kälte da irgendwie auf meine Mathe hocken würde, dann hätte ich weniger Freude daran.

00:25:19: Aber so kann man sich dann im Bett nochmal einkuscheln und nutzt das genau fit.

00:25:24: Also kann man sich ja auch easy einplanen, diese zehn, fünfzehn Minuten.

00:25:28: Ja.

00:25:29: Zum Beispiel.

00:25:30: Und das ist so was, das hat für mich auch so was Liebevolles, dass es auch wirklich diese innere Haltung dann vielleicht auch ein bisschen leichter haben kann.

00:25:41: Ja, absolut.

00:25:43: Ich finde es total interessant, was du sagst, Kati, und vielleicht auch an euch, an die Hörerinnen und Hörer nochmal, dieses Spektrum auch etwas aufzuzeigen.

00:25:54: Was hat denn überhaupt auch die Meditation, wenn wir jetzt doch noch mal das technische, wir haben jetzt über die Haltung gesprochen, aber auch in der Technik gibt es ja große Unterschiede und dadurch auch sehr, sehr viele unterschiedliche Eintrittsporten.

00:26:10: Und das ist etwas, was ich spannend finde, zum einen auch mit verschiedenen Meditationstechniken zu experimentieren, sowohl zu verschiedenen Situationen, also sprich so eine Tagesform, Abhängigkeit, aber auch in Bezug sozusagen auch auf meine eigene Konstitution.

00:26:29: Und da gibt es natürlich Meditationsformen ganz klassisch.

00:26:32: Zum Beispiel habe ich sehr lange mit dem sogenannten Laya Yoga meditiert, wo es darum geht, eben innerlich auch quasi kurz Mantren zu rezitieren und dann in so eine auditive Variante zu finden.

00:26:49: Also es ist alles in Stille, aber es geht eigentlich darum, über so einen tiefen, inneren empfundenen Klang in diese Ruhe und hin zur Essenz zu finden.

00:27:01: Bis ich gemerkt habe, ich bin überhaupt kein auditiver Typ.

00:27:06: Ich bin total stark visuell veranlagt und ein bisschen kinesthetisch, aber auditiv gar nicht so unbedingt.

00:27:14: Und das war sehr, sehr spannend, weil ich wirklich da intensiv mitgearbeitet habe und sicherlich auch da viele Lernerfolge und auch Meditationserlebnisse hatte und gleichzeitig aber immer auch so ein bisschen im Vergleich gemacht habe.

00:27:27: Ich dachte, das kann ja nicht sein.

00:27:29: Ich habe schon so viel reingesteckt und ich kenne Leute, die machen das zwei, drei Mal und haben das Gefühl, sie sind in einem Zustand der inneren Präsenz und des Friedens und das klickt total und bei mir klickt überhaupt nichts, ist irgendwas falsch an mir, bis ich dann auch selber eben unterschiedliche Meditationsformen kennenlernen konnte und gemerkt habe, oh wow.

00:27:50: Zum Beispiel ich persönlich.

00:27:52: jetzt kann sehr, sehr gut überformen auch der gelenkten Atemachtsamkeit gehen.

00:27:59: Und das würde ich auch empfehlen, jetzt zu sagen, okay, als Einstiegsmodus entweder wirklich auch eine Meditation, die körperliche Bewegung mit einbezieht, Gehmeditation, Schüttelmeditation, Ecstatic, irgendwas Meditation oder tatsächlich über Atemachtsamkeit zu gehen.

00:28:18: Denn das Gute ist daran, die Atmung bewegt sich ja noch.

00:28:22: Also es ist nicht so konfrontativ, wenn ich wirklich in eine Achtsamkeit der absoluten Stille eintreten möchte, sondern diesen Luftstrom oder auch den Empfindungen oder dem sanften Heben und und wieder einen Fallen im Brustkorb im Bauchraum zu folgen.

00:28:37: Das ist häufig etwas, was die Aufmerksamkeit verankert, aber gleichzeitig noch in der sanften Bewegung bleibt und nach meiner Erfahrung fantastisch funktioniert, auch wenn ich innerlich recht stark aktiviert und vielleicht ein bisschen aufgewühlt bin.

00:28:51: Deshalb, das mache ich zum Beispiel auch sehr gern.

00:28:55: Oder was ich einfach sehr, sehr viel unterrichte, weil ich davon auf ganz vielen Ebenen überzeugt bin, ist tatsächlich eine Art von interozeptiver Achtsamkeit.

00:29:05: Also sprich, wirklich den physischen Körper und die Empfindung im physischen Körper mit einzubeziehen und zu sagen, gut, wir machen jetzt mal ein Körperscan und dann nimm dir einfach eine Körperpartie heraus, eine, die du gerade in irgendeiner besonderen Weise wahrnimmst.

00:29:21: und dann bleibe dort mit der Aufmerksamkeit.

00:29:23: Verankere deine Aufmerksamkeit in dieser Körperempfindung und dann beschreibe innerlich das, was du gerade empfindest.

00:29:31: Und das ist eine Art und Weise, die Aufmerksamkeit zu binden, die dann mit der Zeit in eine absolute Ruhe führen kann.

00:29:40: Das ist zwar nicht Ruhe von Anfang an, aber es führt eben mehr und mehr in diesen inneren, beruhigteren, regulierten Zustand.

00:29:48: Und das ist mir mega, mega wichtig.

00:29:50: Und wir haben ja auch bei unserem letzten Gespräch gehabt, die haben wir auch über traumasensibles Yoga gesprochen oder vor zwei Gesprächen.

00:29:57: Ich weiß es nicht mehr, aber ich habe es noch gut in Erinnerung.

00:30:00: Und für mich ist es natürlich immer auch ein Aspekt, auch wenn ich jetzt Yogatherapie Ausbildungen unterrichte.

00:30:08: Wenn wir uns vorstellen, Meditation hat ja auch diese große Überschrift wunderbar, um die Selbstregulation zu fördern.

00:30:17: Also sprich, mit dem zu sein, was ist.

00:30:20: Stimmt auch.

00:30:22: Aber selbst Regulation ist ja etwas, was körperlich über das Nervensystem auch ganz stark läuft.

00:30:28: Und unser Nervensystem, unser autonomes Nervensystem, verwendet sehr, sehr viel Energie darauf, eigentlich immer nur eine Frage zu beantworten.

00:30:38: Und die ist, und das steht ganz groß oben drüber, bin ich sicher.

00:30:45: Unser Nervensystem ist dauerhaft intensiv daran interessiert, diese Frage zu klären.

00:30:50: Bin ich sicher?

00:30:52: Und das ist ja etwas gerade in einem Traumakontext.

00:30:54: Ganz egal, was für eine Art von Trauma, das wird nicht so empfunden.

00:31:00: Und das Nervensystem ist dadurch in der ständigen Aktivierung, chronischen Überaktivierung mit entsprechenden emotionalen, mit entsprechenden körperlichen und gedanklichen Aspekten.

00:31:12: Wenn ihr euch damit näher beschäftigen möchtet, dann hört euch gerne die Podcast-Folge von uns beiden nochmal an, ist in der Bibliothek mit drin.

00:31:20: Aber grundsätzlich ist es eben so, dass diese innere Sicherheitsfrage quasi dauerhaft mit Achtung benannt wird und der Körper eben nicht in diese Ruhe finden kann.

00:31:32: Das heißt, Meditation ist in dem Kontext Nicht kontraindiziert.

00:31:37: Meditation kann auch im Traumakontext absolut heilsam wirken, aber eben nur, wenn die Art der Meditation auch regulierend wirkt und nicht überfordernd, also nicht noch mehr Unsicherheit im Körper auslöst.

00:31:52: Und wir wissen ja, also wenn ich jetzt einfach so ein paar Studien oder wissenschaftliche Erkenntnisse nochmal benennen kann, wissen wir ja auch, Neurowissenschaftlich, dass eben auch eine Art von Achtsamkeit, also ein Verankern meiner Aufmerksamkeit im eigenen Körper geschehen auch unseren präfrontalen Cortex stärken kann.

00:32:15: Also eben auch den Bereich für Selbstwahrnehmung und auch bewusste Regulationen.

00:32:21: Wir wissen auch, dass, wenn man wirklich regelmäßig meditiert und da ist das tägliche wichtiger als selten aber lang, also jeden Tag zehn Minuten sind auch da sozusagen auf Ebene des Nervensystems wesentlich nachhaltiger als einmal im Jahr ein Meditationsretreat und dann zwischendurch gar nicht.

00:32:39: Aber wenn wir regelmäßig meditieren, kann das eben auch in einem messbaren und direkten Maße auch die Aktivität in unserer Amygdala, unserem Angstzentrum wird es ja manchmal genannt, nicht nur für Angst, aber ganz stark eben, wenn es darum geht, Sicherheit oder auch eine eben Abwesenheit von Sicherheit, ja, einzuschätzen und entsprechend das Nervensystem auch in den Stressmodus zu zünden, ist die Amygdala ganz wichtig und das kann die Aktivität runter regulieren und dadurch natürlich auch den Körper in diese tiefere Ruhe besser führen.

00:33:16: Und ganz oben steht natürlich der Vargusnerv, also der Parasympathikus, unser Anteil im autonomen Nervensystem, der eben für Heilungsprozesse verantwortlich ist, der für Entspannung und Regeneration verantwortlich ist.

00:33:30: Und wenn der eben durch eine langsame Atmung, durch eine Präsenz oder eben einfach auch durch eine innere Zuwendung Aktivität erfährt, dann kippt natürlich im Nervensystem alles mehr Richtung Ruhe, mehr Richtung, okay, es ist jetzt auch sicher da zu sein.

00:33:49: Und deshalb eben habe ich am Anfang ja auch gesagt, es ist viel, viel wichtiger auch in der gesunden Selbsteinschätzung, die für mich in dem Moment stimmige Meditation zu wählen und auch das zeitliche Maß für mich stimmig zu wählen, als dass ich mir was mache, was irgendwie zu schnell ist oder zu konfrontativ.

00:34:09: oder zu still oder zu lang.

00:34:12: Irgendwann halt ich da nur noch aus, warte innerlich ab oder mache einfach eine runde Gedankenkarussell.

00:34:19: Ist ja auch okay.

00:34:20: Aber häufig hat das da nichts mehr mit Meditation zu tun, sondern einfach nur mit rumsitzen.

00:34:26: Auch in Ordnung schadet jetzt in dem Sinne auch nicht.

00:34:29: Im Traumakontext allerdings kann das, wenn das wirklich zu unsicher empfunden wird, gerade die Stille.

00:34:36: oder die geschlossenen Augen, kannst du eine Traumareaktion führen mit Dissoziation und all dem, was dazugehört oder eben auch einer stark empfundenen Angst.

00:34:46: Und da eben ganz individuell zu schauen, was braucht es, damit diese alten Überlebensmuster eben nicht noch mehr verstärkt werden, sondern wir längerfristig in diese Heilung und dieses Gefühl, oh wow!

00:35:01: Das ist ja sicher.

00:35:02: Ich bin und ich kann in mir immer sicherer werden.

00:35:06: Das ist an manchmal am Anfang noch gar nicht möglich und dann auch nicht der richtige Weg, sondern Schritt für Schritt ist wesentlich nachhaltiger als jetzt direkt in die Überforderung und Konfrontation zu gehen.

00:35:18: Das ist meine Einschätzung.

00:35:20: Ja, sehr würde ich auch wieder tausendprozentig unterschreiben wollen.

00:35:25: Also vielen Dank und ich würde vielleicht auch da nochmal ergänzen.

00:35:30: Das ist ganz schön, was du sagst.

00:35:33: Wir hatten das ja auch gesagt, dass auch nichts so schnell in die Stabilität auch wiederführt, wie wirklich ein Spüren des Körpers oder auch des Atems.

00:35:44: Also auch wenn ich bin da auch gerne immer bei Eckhart Tolle wirklich als diese, das sind für mich auch Unterrichten wie für mich selber auch die beiden Anker, die am schnellsten mich auch in den Moment rückverbinden und wirklich auch Ja, so ein Stück weit in die Bewusstheit sofort führen, dass ich auch denke, okay, ich reagiere jetzt nicht hier.

00:36:06: Also da komme ich wirklich gut auch immer wieder in eine große Bewusstheit, sehr, sehr schnell aus den Mustern raus.

00:36:13: Und ich mag das... auch sehr, also ich mache das auch super übers Spüren im Körper und des Atems, ich liebe das und ich unterrichte das auch gerne, weil ich glaube gar nicht, also ausschließlich Traumakontext sowieso auch, aber ich finde auch, also so empfinde ich das oft, dass ja auch unser Anführungsstrichen normales, tägliches Leben ist ja auch so überfrachtet von Denken, Durchdenken, wie du auch vorhin gesagt hättest, man ist irgendwie noch, man hat noch das im Kopf und das Gespräch und das noch und das tut du und das und nachher und plant und so weiter.

00:36:51: Das kennen wir, glaube ich, alle sehr gut, dass wir da wahnsinnig leisten, was so das Denken angeht und planen und organisieren.

00:37:00: Ich kann es für mich persönlich sagen, deswegen unterrichte ich das auch wirklich viele Jahre so.

00:37:07: Wähle da gern den Fokus auch, dass man dann auch gerade sowohl in der Yoga-Praxis allgemein wie aber auch dann in der Meditation, dass man auch übers Spüren geht, um wirklich dieses Denken da mal auszuschalten und nicht wieder noch mal was Neues.

00:37:25: da reinzugeben, was dann auch wieder den Kopf beschäftigt.

00:37:30: Also ich will es gar nicht bewerten, das hat manchmal auch, oder auch manchmal im Sinne von... Sankalpa oder sowas.

00:37:36: Man kann natürlich da auch gute neue Glaubenssätze etablieren, wenn die einem dienen.

00:37:41: Ich finde, das ist auch eine zutiefst individuelle Praxis, sollte man auch gut hingucken.

00:37:47: Aber das natürlich hat auch große Schönheit und eben wie du sagst, eine Individualität nach Lebensphase gerade, nach Mensch, nach Persönlichkeitsstruktur vielleicht auch.

00:37:57: Und gleichzeitig, ich liebe das.

00:38:00: Überall wirklich dieses körperliche Spüren, also da ist für mich der Atem voll mit drin, Atemachtsamkeit in den Zustand der Stille zu kommen.

00:38:11: Weil dann, finde ich, ist es auch leichter, so eine Meta-Ebene auch für die Gedanken einzunehmen.

00:38:17: Und selbst wenn das manchmal tough ist, so diese, oh Gott, Hilfe, was denke ich denn die ganze Zeit?

00:38:23: Oder oh, ich denke, die ganze Zeit ist ja auch oft, wenn jemand anfängt zu meditieren, so diese Erkenntnis.

00:38:30: Und ich finde das auch immer richtig.

00:38:32: Also was wirklich der Satz ist, den ich vielleicht fast mit am meisten gehört habe, auch so im Studio oder Ausbildungskontext, ganz oft ist so immer das so in der Form, das formuliert wird wie, ach, ich finde, das klappt ganz gut so mit der Yoga-Praxis, aber was irgendwie nach gar nicht geht, ist Meditieren, weil ich denke die ganze Zeit.

00:38:55: Und das finde ich immer richtig schön, wenn das kommt.

00:38:58: Und das finde ich auch was, was ich vielleicht gerne nochmal so aufräumen wird, also wir haben das jetzt schon ganz oft so an der Seite gestreift sozusagen, dass das es nie, also natürlich gibt es diese totale Stille und diesen gedankenlosen, dieses gedankenlosen Zustand auch, der sich einstellen kann in der Meditation.

00:39:20: und auch da sollte man glaube ich total den Anspruch runter regulieren, weil das können wir erfahrene Praktizierende sozusagen genauso sagen wie jeder Anfänger, egal wie lang ich vielleicht übe oder wie regelmäßig gibt es immer wieder Phasen, wo es ganz leicht ist, in die Stille zu kommen.

00:39:38: Und dann gibt es wieder Phasen, auch wenn man fünfzig Jahre, glaube ich, meditiert, dass man so wieder auch in diesen Trubel so ein Stück weit wieder viel mehr drin ist, wenn einfach viel los ist oder auch emotional viel los ist und so weiter, also dass man sich das wirklich erlaubt.

00:39:53: Also es ist überhaupt nicht so, dass immer in der Meditation wirklich Das Ziel oder auch wieder sowieso ziellos, aber auch es sollte nie auch vielleicht so ein Verständnis davon da sein.

00:40:06: Es müsste irgendwie so ein Moment sein, wo es wirklich keine Gedanken gibt, damit man im Sinne meditiert hat, sozusagen.

00:40:15: Das wäre mir auch nochmal ganz wichtig.

00:40:17: Also es gibt so viele Stufen dazwischen.

00:40:20: Richtig, absolut.

00:40:22: Und ich glaube, das können wir beide absolut bestätigen.

00:40:26: Die Garantie dafür.

00:40:28: dass die Gedanken bleiben ist, wenn ich mir denke, ich muss jetzt weniger denken.

00:40:32: Große Garantie, genau.

00:40:34: Diese Erkenntnis, ich habe viele Gedanken, ich sollte weniger denken, ist auch wieder ein Gedanke.

00:40:41: Und der hält mich aber so was von hartnäckig in dieser Schleife, sodass die für mich erlebten stillen Momente, und da muss ich gar nicht mit der Stoppuhr daneben sitzen und sagen, oh, jetzt habe ich zwanzig Sekunden geschafft, jetzt habe ich zwei Minuten geschafft oder so.

00:40:58: Die stellen sich meistens ein, wenn ich, das hört sich jetzt total banal an, aber wenn ich einfach mein Gedanken gar nicht so die Beachtung schenke.

00:41:09: Und natürlich drängen sich auch mit einer gewissen Intensität die Dinge in den Vordergrund.

00:41:15: Also das stinkt ja schon fast.

00:41:19: Überheblich zu sagen, ja, ja, beachte einfach, don't believe your thoughts.

00:41:23: Denk einfach, glaube nicht an das, was du denkst.

00:41:26: Das sind ja alles diese Kalendersprüche, die mich auch regelmäßig in so einen gewissen Unmut führen.

00:41:34: Ich denke, wenn es so einfach wäre, am Ende des Tages ist es einfach, aber nicht, weil ich das will oder weil ich das so und so gedacht habe, sondern in der Technik ganz konkret für mich der wichtigste Weg, meine Aufmerksamkeit zu verankern.

00:41:53: Und wenn ich sozusagen mein Verstand und meine Aufmerksamkeit wie so ein streunenden Hund loslasse, natürlich denke ich dann die ganze Zeit.

00:42:02: Aber deshalb sind ja auch gerade Techniken, in denen ich mich dann im Körper verankere und über das Spüren präsent bleibe oder der Atmungfolge und über das Wahrnehmen dieser Atmung und das Visualisieren ist auch ein ganz, ganz wichtiger Anker.

00:42:18: Darüber komme ich in diesem Zustand, nicht weil ich die Gedanken weg haben möchte, sondern weil ich mich einfach in meinem Fokus, in meiner Aufmerksamkeit anders orientiere.

00:42:28: Und das... und dann entstehen Momente, in denen es ist ganz ruhig.

00:42:31: Und dann merke ich, oh, jetzt war es ja ganz ruhig, oh Mist, schon wieder ein Gedanke, jetzt ist es gerade nicht ruhig.

00:42:36: Oh, ich will das wieder.

00:42:37: Und dann möchte man den Moment halten und in dem Moment ist er schon wieder vergangen.

00:42:41: Aber deshalb ist so dieses immer wieder zurückkommen.

00:42:46: Etwas, da werde ich nicht müde, das anzuleiten und auch mir selber das Innerlicht zu sagen.

00:42:51: Okay, dann komme ich wieder zurück zur Atmung.

00:42:53: Okay, dann komme ich wieder zurück und spüre meinen Kehlkopf oder meinen Bauchraum oder was auch immer ich gerade in den Fokus gerückt habe.

00:43:01: Einfach liebevoll immer wieder, immer wieder und nicht weil das andere schlecht ist oder weil ich die Ruhe mehr möchte, sondern einfach... in diesem Gleichmut, in dieser Präsenz.

00:43:15: Das ist für mich viel, viel zielführender als eben dann irgendwelche großformulierten spirituellen Ziele von Nirvi, Kalpa, Samadhi und Weisdagaya was.

00:43:27: Ich denke so, wow, nichts denken, wäre schon mal spannend.

00:43:31: Aber in dem Moment, wo ich mir das als Ziel setze, habe ich mir gleichzeitig die Garantie dafür geschaffen, nicht dorthin zu kommen.

00:43:39: Es geht nicht.

00:43:40: Und das finde ich so spannend.

00:43:42: um das vielleicht noch als letzten Gedanken anzufügen, dass Meditation und dieser Zustand der Präsenz, also das Bewusstsein selber eigentlich der eine Zustand ist, der nicht den normalen Leistungs- und Zielmuster entspricht.

00:44:01: Alles andere kann ich mir irgendwie zu Recht planen.

00:44:04: Ich kann das Linie aufbauen und streng ich mich an und irgendwie klappt das dann hoffentlich schon.

00:44:09: Und wie du es ganz am Anfang gesagt hast, bei der Meditation beißt sich die Katze in Schwanz, das funktioniert nicht.

00:44:16: Also die Challenge liegt genau darin, dass es keine Challenge gibt.

00:44:19: Das ist quasi die ultimative Challenge.

00:44:22: Und alle die, die sonst eben mit Fleiß und mit Ambitionen und mit Disziplin auch aus gutem Grund es weit gebracht haben, die beißen sich an... Meditation, wenn sie denn dieselbe innere Haltung beibehalten, absolut die Szene aus.

00:44:41: Und dann kommt ein, Meditation ist nichts für mich.

00:44:45: Das kann ich total verstehen.

00:44:47: Es funktioniert ja aber auch nicht so.

00:44:49: Ich muss mir quasi einen komplett neuen Zugang zu mir.

00:44:54: Aber es ist ja nicht die Technik, die ich meistere, sondern es ist ja eigentlich ein Zugang zu mir selber, den ich dadurch eröffne.

00:45:01: Und der funktioniert nicht leistungsorientiert.

00:45:04: Das heißt, das Geschenk ist nicht Ich habe eine gute Meditation gemacht, sondern das Geschenk ist, wow, ich war bei mir, ich habe mich und meinen Körper und meine Gefühl, ich habe mich bewohnt.

00:45:18: Ich war lebendig.

00:45:20: Deshalb, das finde ich eben auch nochmal wichtig, die Karotte der Meditation ist nicht die Karotte.

00:45:27: Die Karotte ist ich selber.

00:45:29: Die Karotte ist das Menschsein in all den Aspekten.

00:45:33: Und das motiviert mich total, auch wenn ich mir mit meinen sozusagen normalen Strategien absolut die Szene ausbeiße.

00:45:42: Aber das ist eigentlich das Lernen eines völlig neuen Zugangs, der mich ins lebendig sein, ins mensch sein, in da sein mit dem, was es führt.

00:45:53: Und das ist wie ein komplett neues... eben kein Tool.

00:45:57: Es ist kein Tool.

00:45:59: Es ist eine Kunst.

00:46:00: Es ist eine Kunst, die die Übung braucht und unsere normalen Werkzeuge funktionieren nicht, weil es ist eine Kunst.

00:46:11: Es ist die Kunst mit sich zu sein und sich selber zuzuwenden.

00:46:17: Ja, absolut.

00:46:18: Lohnenswert.

00:46:19: Und die Yogis schreiben es ja auch rauf und runter, was da dann noch alles an möglichen, auch inneren Erfahrungsräumen, was da noch alles kommt.

00:46:29: Ja, so schön.

00:46:31: Und es ist auch wirklich, du wirst ja wieder auch schmunzeln, was du gesagt hast.

00:46:35: Und es ist, manchmal bedeutet es auch wirklich, nicht nur sich selber zuzuwenden, sondern auch sich selbst zuzumuten und auszuhalten, mit allem, was da ist.

00:46:45: Ich mute mir, dass jetzt manchmal selber zu, nämlich für mich selbst.

00:46:53: Und auch, also für mich hat das immer ganz, ganz, ganz, ganz viel auch von einer wirklichen.

00:46:59: Also, ich mag das so toll.

00:47:01: Das ist wirklich so eine tiefe Akzeptanz.

00:47:03: Und für mich immer dieses Wort Ehrlichkeit trifft es sehr.

00:47:07: Ehrlichkeit mit allem zu sein, was im Leben ist und eben nicht so eine schön fairbare Reihe.

00:47:12: Oder auch ein, hatten wir auch von so schönem Vorgespräch, ich meditiere mir das weg oder ich meditiere mir das zurecht, soll heißen, ich unterdrücke es oder ich weiß immer gar nicht, was genau damit gemeint ist, wo es hin soll, sondern wirklich genau das Gegenteil, also diese ehrliche Begegnung mit sich selbst, mitten im Leben, mit allen Themen, die da sind.

00:47:32: Und ich glaube auch, ich hatte von richtig Gänsehaut, als du das auch noch mal gesagt hast, wir sind an so einen schönen Punkt da.

00:47:38: Das ist ja wirklich auch das, wo man immer sagt, das ist wirklich auch dieses Geheimnis oder Geschenk, wo Yoga, wirklich Yoga Praxis im weitesten Sinne natürlich ist, gleich Meditation und auch... das zu weben in den Alltag, das wirklich auch lebensverändernd ist und nicht weil sich mein Leben verändert, sondern auch wieder bei dir angedockt und so viel weil sich die Haltung dazu verändert.

00:48:04: Und ich habe nicht weniger vielleicht Herausforderungen oder will man es Problemen nennen, sondern ich habe einfach eine größere Resilienz.

00:48:13: Ich habe schneller wieder eine innere Ruhe damit oder eine andere Emotionsregulation, Selbstregulation.

00:48:19: Also all diese wundervollen Sachen, die wir gut schon hier angesprochen.

00:48:24: haben auch.

00:48:25: Und ich finde, für mich ist es auch so eben gerade deswegen so schön, dass du das auch so weit fasst.

00:48:31: Weil ich kenne auch viele so strenge Lehrer, die dann sagen, Meditation, das geht jetzt gar nicht, weil man durch die Natur läuft oder sowas.

00:48:38: Das habe ich auch schon oft gehört in meinem Leben, würde ich immer sagen wollen.

00:48:41: Doch.

00:48:43: Weil am Ende auch wieder, was du gesagt hast, das ist auch so eines meiner vielleicht auch wichtigsten Lern so über all die Jahre, diese dieses im Moment sein mit genau dieser Lebendigkeit und dieser Schönheit und Echtheit, die da entsteht.

00:49:03: Da wird am Ende, das klingt vielleicht hochtrabend, aber es wird am Ende das ganze Leben.

00:49:10: Nimm Meditationspraxis und klar mit mehr oder weniger Tiefe, aber wie soll ich sie machen?

00:49:15: Wenn ich im Kaffee sitze und auf meine Freundin warte, was mache ich dann?

00:49:18: Wenn ich das Handy beiseite lasse und ich rumtiller, dann bin ich kurz beim Atem.

00:49:24: Oder ich spüre mal, wie fühlt sich mein Körper an, ist irgendwas angespannt?

00:49:28: Okay, dann atme ich aus, lasse dort vielleicht Anspannung los oder schau auf den Blumenstrauß, der am Tisch steht.

00:49:35: wird mit dem meine hundertprozentige Aufmerksamkeit, also diese auch viel, ja, ein bisschen überstrapazierte Begriff Achtsamkeit, ist ja das in höchsten Maße.

00:49:46: Und wenn man das weit, weit fasst oder weich fasst, auch was Meditation im engeren und im weiteren Sinne eben auch sein darf, wird das ganze Leben auch in dieser Lebendigkeit und vielleicht auch in dieser ehrlichen Selbstbegegnung passieren.

00:50:03: Und das ist vielleicht also für mich kann ich auch nur sagen eines mit der größten Geschenke, die die Yoga-Praxis so für mein Leben bereit hält und bereit gehalten hat.

00:50:14: Das finde ich, ja.

00:50:17: Ich glaube, dass das gut, vor allem in unserer westlichen Welt auch, dass man das nicht so wirklich, also ich meine, das jetzt ganz flapsricks sage ich da, nicht so verkrampft damit, sondern wirklich da auch so ein bisschen Luft dranlässt und so eine liebevolle Qualität da reinbringt.

00:50:35: Ich habe auch einen Ausspruch, den habe ich jetzt auch schon ein paar Jahre in meinem Büro.

00:50:38: Das gefällt mir auch.

00:50:40: Deswegen, ich mag auch sehr Jack Cornfield oder Tick-Schnartan, diese beiden sehr bekannten buddhistischen Lehrer hier auch im Westen, die auch die Sachen immer so einfach formulieren.

00:50:53: Und es hat so eine Tiefe ja da drin.

00:50:55: Und ich habe einen Ausspruch, weil der mir auch so gut gefällt.

00:50:59: Das ist von Tick-Schnartan.

00:51:01: Und der heißt, beim Gehen zu meditieren, heißt das Gehen zu genießen.

00:51:09: Ja.

00:51:10: Und das finde ich auch so schön, weil ich dachte, ja, genau so einfach kann es auch sein, wenn man es sich nicht verkompliziert oder irgendwelche Riesen-Erwartungen da drumherum baut, dass vielleicht rundet das nochmal, was ich jetzt so ein bisschen nochmal auch versucht habe, auszudrücken, um nicht so einfach in Worte zu bringen.

00:51:29: Ja.

00:51:29: Ich finde, das ist die Message von unserem Gespräch, oder, Katy?

00:51:33: Das wünschen wir euch jetzt, dass ihr vielleicht die Laufschuhe auspackt oder Mantras singt oder schüttelt oder bewusst atmet oder das Spazieren gehen genießt.

00:51:48: Aber ja, in diesen Selbstkontakt zu finden, egal wie wir es dann wiederum benennen, ist, glaube ich, eine Qualität, die das Menschsein so... ja, heilig werden lässt.

00:52:02: Jetzt nehme ich mal das Wort, also das, das führt uns in die Lebendigkeit, wenn wir nicht vor uns weiter in einem Affenzack weglaufen, sondern gerade andersrum sagen, okay, ich nehme das Tempo raus, ich bin jetzt da mit mir, ich bin in mir zu Hause.

00:52:20: Das ist, glaube ich, ja.

00:52:23: Wenn wir das mitgeben konnten, eine Motivation, das niederschwellig zu tun, dann bin ich absolut zufrieden und happy mit unserem Gespräch.

00:52:35: Und danke dir, Kathis war fantastisch.

00:52:38: Und ja, dann gehen wir doch jetzt wieder in die Meditation des Lebens über.

00:52:43: Ja, schön.

00:52:44: Danke an Sophie.

00:52:46: Ich hoffe auch, ich hatte es sehr bereichert.

00:52:48: Und vielleicht auch, ob ich jetzt auch noch mal den Gedanken gehabt habe, auch gerade auch so, umso verrückter die Welt manchmal im Außen ist, was wir ja auch nicht beeinflussen können und eine Akzeptanz braucht, umso wichtiger ist auch nochmal wirklich diese innere Arbeit, diese innere Begegnung und Ausrichtung.

00:53:06: Also vielleicht auch gerade in diesen Zeiten, als war ... glaube ich, nie so richtig einfach, aber um so Herausfordern da auch im Außen, sei es im kleinen Privaten oder auch im großen Ganzen, dass das einfach wirklich ein großes Geschenk ist und immer wieder auch da unterstützt in die Ruhe, in die Sicherheit und ja in auch so eine freutvolle Lebendigkeit.

00:53:33: Genau.

00:53:33: Ja, danke an Sophie.

00:53:34: Es war mir eine große Freude.

00:53:37: Ich hoffe, wir gucken demnächst einen Termin.

00:53:39: Das machen wir.

00:53:40: Schön.

00:53:40: Und euch einen wunderschönen Tag und viel Freude an meditieren.

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